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Wirkung gedehnter Zeit als Forschungsprojekt

14.12.2016 -- Der Europäische Forschungsrat unterstützt das Projekt «Slow Motion: Transformations of Musical Time in Perception and Performance» von Clemens Wöllner vom Institut für Systematische Musikwissenschaft der Universität Hamburg.

 

Gegenstand des interdisziplinär angelegten Forschungsprojekts, das über eine Laufzeit von fünf Jahren mit knapp 2 Millionen Euro gefördert wird, ist die gedehnte Zeit oder Zeitlupe in Wahrnehmung und Handlungen bei Musikerinnen und Musikern beziehungsweise Tänzerinnen und Tänzern. Musik ist durch verschiedene Zeitebenen charakterisiert und bewegt Menschen oft stark.

 

Clemes Wöllner wird mit seinem Team die Wirkung gedehnter Zeit erforschen, die in Filmen und Videoclips besonders in emotionalen Momenten stark verbreitet ist. Sie wird aber auch als Kontrapunkt zu den Beschleunigungsprozessen in modernen Zivilisationen gesehen. Darüber hinaus dient die Zeitlupe Musikerinnen und Musikern, aber auch in der Tanzkunst oder im Leistungssport der Koordination und Übung komplexer Bewegungsabläufe.

 

In einer ersten Phase soll die Wahrnehmung der Zeitlupe in audiovisuellen Medien untersucht werden. Dabei werden neben kognitiven und physiologischen Messungen auch Analysen der Blickbewegungen durchgeführt. In der zweiten Projektphase sollen die performativen Dimensionen der gedehnten Zeit bei Solo- und Ensemblemusikerinnen und -musikern sowie bei Tänzerinnen und Tänzern untersucht werden, wobei Hochgeschwindigkeitskameras und Bewegungsanalysesysteme zum Einsatz kommen.

 

Schliesslich werden in einer dritten Phase Forschungstransfers generiert und evaluiert, unter anderem soll eine interaktive App entwickelt werden. Eine der zentralen Hypothesen des Projekts ist, dass Musik die Wahrnehmung von Zeit entscheidend prägen und neue ästhetische Erfahrungen ermöglichen kann. (cf)


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