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Im Gespräch

Die Tonspur zur SRG-und Billag-Debatte

03.06.2017 -- Verschiedene Abstimmungen rücken in der Schweiz zur Zeit die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehkanäle ins Rampenlicht. Über ein revidiertes Modell der Gebührenerhebung hat das Volk 2015 entschieden, nun steht mit der No-Billag-Initiative eine gänzliche Abschaffung dieser Gebühren zur Debatte. Eine Motion einer Nationlratskommission verlangt überdies, dass es der SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) verboten wird, weiterhin ihre Spartenkanäle mit Pop, Jazz, Klassik, Volkmusik sowie einen Jugendsender (Virus) zu betreiben.

 

Die Abstimmungen zeigen, wie drastisch sich das Verhältnis der Schweizer zu ihrem Staatssender geändert hat. Als Radio Beromünster bis 2008 auf Mittelwelle (mit interferierenden nordafrikanischen Sendern im Geräuschhintergrund) sendete, galt es als Todsünde, etwa zu Zeiten der Mittagsnachrichten zu telefonieren oder Tischgespräche zu führen. Der Gebäude des Senders in Beromünster sind mittlerweile zu einem Freien Kunstmuseum (KKLB) umfunktioniert. Die Albert Koechlin Stiftung hat dies zum Anlass genommen, die grosse Zeit des Schweizer Radios zu feiern und dazu beim Luzerner Jazz-Komponisten Peter Zihlmann eine «Beromünster Suite» in Auftrag zu geben. Uraufgeführt worden ist sie vom Lucerne Jazz Orchestra unter der Leitung von David Grottschreiber am 23. April 2016 in den ehemaligen Senderäumen.

 

Sie lässt mit Episoden wie «Der Krieg und das Reduit», «The Golden Age» oder «Abgesang und Aufbruch» markante Epochen der Schweizer Radiogeschichte des 20. Jahrhunderts Revue passieren und kombiniert dabei auch Holzbläserklänge, solide Big-Band-Arrangements – und eine vergnügliche Collage, die wiederspiegelt, was sich «Nach Sendeschluss», sozusagen zur Geisterstunde, im Äther alles ein Stelldichein gab. (wb)


Info:
Peter Zihlmann & Lucerne Jazz Orchestra: Beromünster, Musiques Suisses, MGB Jazz 20. Koproduziert von SRF 2 Kultur.


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