{"id":1004,"date":"2014-01-13T10:00:57","date_gmt":"2014-01-13T10:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/paganini-zwei-violinkonzerte\/"},"modified":"2014-01-13T10:00:57","modified_gmt":"2014-01-13T10:00:57","slug":"paganini-zwei-violinkonzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/paganini-zwei-violinkonzerte\/","title":{"rendered":"Paganini: Zwei Violinkonzerte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/pag50508.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>09.05.2008 &#8212; Er z\u00e4hlt beileibe nicht zu den Bescheidenen seiner Gilde, der \u00abHexenmeister\u00bb des Geigenspiels, das er sich weitgehend autodidaktisch angeignet hat. Bereits der knapp 16-j\u00e4hrige Niccol\u00f2 Paganini brachte, stellt man auf j\u00fcngste Forschungsergebnisse ab, ein \u00abGrande Concerto\u00bb (Auff\u00fchrungsdauer 40 Minuten) zu Papier, mit Reverenzen an Viotti, Tartini und Mozart, doch schon gepr\u00e4gt von durchaus eigenwilligen Formulierungen. <\/p>\n<p> Noch als Mitteleuropa bereisender, vom Publikum d\u00e4monisierter Starvirtuose \u2013 seine ruhmreichste Zeitspanne dauerte von 1828 bis 1834 \u2013 brachte Paganini seinen Erstling (nicht identisch mit dem bisher als Nr. 1 bezeichneten Es-Dur-Konzert) zu Geh\u00f6r. Erstaunlich ist dies nicht zuletzt, weil sich im e-Moll-Konzert (M.S. 75, irref\u00fchrend als Nr. 6 eingereiht), abgesehen vom Rondo nicht vorab der blendende Techniker, sondern der Musiker von lyrischer Qualit\u00e4t und unverkrampfter, zuweilen gar witzig wirkender Eleganz artikuliert. <\/p>\n<p> Das letzte seiner Violinkonzerte, das 5. in a-Moll (M.S. 78) aus dem Jahr 1830, ist von anderem Zuschnitt. Da zeigt sich bereits in der opernhaft opulenten Introduktion, die bis zum ersten Einsatz des Soloinstruments einen Viertel der Wiedergabezeit des Kopfsatzes beansprucht, der podiumserfahrene, von Selbst\u00fcberzeugung strotzende Geigenk\u00fcnstler. Spannungsvoll sind die radikalen Stimmungswechsel auf engem Raum, echt paganinisch nat\u00fcrlich die kalkulierten Effekte, die auf die Spitze getriebene Virtuosit\u00e4t mit den Trillerketten und dem halsbrecherischen Passagen- und Figurenwerk, was im Finalsatz \u2013 im Vergleich mit dem e-Moll-Konzert \u2013 eine Einbusse an poetischer Substanz zeitigt. <\/p>\n<p> Unsicherheiten bleiben. Paganini, gesundheitlich schwer angeschlagen, konnte sein a-Moll-Konzert nicht mehr selbst auff\u00fchren (er starb 1840). Das Orchestermaterial blieb verschollen und wurde aufgrund des Particells rekonstruiert, darunter durch Giusto Dacci und Federico Mompellio. F\u00fcr die vorliegende Einspielung hat der Dirigent Lior Shambadal eine neue, eine klanglich \u00fcberzeugende Fassung erstellt. <\/p>\n<p> Mit den beiden gegens\u00e4tzlichen kontrastreichen Werken schliesst Ingolf Turban seine Gesamteinspielung der sechs Paganini-Konzerte bei Telos Records ab. Auch hier erweist der in M\u00fcnchen lehrende Violinist, der in der TV-Dokumentation \u00abPaganinis Geheimnis\u00bb (2006) als Hauptakteur brillierte, ausgefeilte Perfektion, grossr\u00e4umige Gestaltung, strahlenden Ton, leuchtende Klangfarben und stupende Musikalit\u00e4t. Ad\u00e4quat formender Partner ist ihm das WDR Rundfunkorchester unter Lior Shambadal. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Niccol\u00f2 Paganini: Konzerte f\u00fcr Violine und Orchester VI (e-Moll) &amp; V (a-Moll). Ingolf Turban, Violine. WDR Rundfunkorchester K\u00f6ln. Leitung: Lior Shambadal. (Telos Music Records TLS 048; 2CDs; 81\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09.05.2008 &#8212; Er z\u00e4hlt beileibe nicht zu den Bescheidenen seiner Gilde, der \u00abHexenmeister\u00bb des Geigenspiels, das er sich weitgehend autodidaktisch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1004","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1004\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}