{"id":101,"date":"2014-01-09T13:01:00","date_gmt":"2014-01-09T13:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/musik-des-mittelmeerraumes\/"},"modified":"2014-01-09T13:01:00","modified_gmt":"2014-01-09T13:01:00","slug":"musik-des-mittelmeerraumes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/musik-des-mittelmeerraumes\/","title":{"rendered":"Musik des Mittelmeerraumes"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" src=\"images\/archivbilder\/131907mediterraneo.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Mediterraneo\" style=\"margin: 4px; float: left;\" \/>19.07.2013 &#8212;<\/em> <span class=\"txt-m-black\">Der S\u00fcden Europas steht zur Zeit ja aus ganz andern als musikalischen Gr\u00fcnden medial im Mittelpunkt: Politisch und wirtschaftlich scheint da einiges schiefgelaufen zu sein. Statt Italien-Sehnsucht und Griechenland-Faszination sind eher Staunen \u00fcber kollabierende politische Klientelsysteme und (mehr als berechtigte) Besorgnis \u00fcber hohe Jugendarbeitslosigkeit angesagt. Da wird auf das Projekt Europa noch einiges zukommen. Die systemischen Defizite des S\u00fcdens haben allerdings lange Tradition. Die Menschen des Mittelmeerraums haben es aber immer wieder geschafft, sich initime, freie R\u00fcckzugsorte zu schaffen und in Hinterh\u00f6fen, unter Pergolas, in versteckten famili\u00e4ren Kneipen und auf Inseln Sch\u00f6nheit und Feste kreativer Begegnungen zu kultivieren. Davon zeugen etwa Boccaccios Decamerone, oder die Musik verschiedener verfolgter ethnischer oder religi\u00f6ser Minderheiten, Gitanos, Juden, Sufis und so weiter. <\/p>\n<p> Dieser intimen Welt aus Sinnlichkeit, Sehns\u00fcchten, Tr\u00e4umereien und ausgelassener Sanftmut setzt das Ensemble L\u2019Arpeggiata ein Denkmal. Da versammelt sich einiges an spektakul\u00e4ren Gastk\u00fcnstlern, von der Fado-S\u00e4ngerin Misia \u00fcber die Katalonin Nuria Rial, die spanische Sopranistin Raquel Andueza, bis zum Italiener Vicenzo Capezzuto und der Griechin Katerina Papadopoulou, um das Fest der Musik zu feiern \u2012 mit den Instrumentalvirtuosen Sandro Daniel Costa (portugiesische Gitarre), Daniel Pinto (portugiesische Viola), den Griechen Sokratis Sinopoulos (Lyra) und Nikoalos Mermigkas (Laute) sowie den T\u00fcrken Ayta\u00e7 Do\u011fan (Qanun) und Ismail Tun\u00e7bilek (Saz). <\/p>\n<p> Das Ensemble L\u2019Arpeggiata selber steuert das Instrumentarium der Alten Musik bei, mit Barockharfe, und -gitarren, Theorbe, Cornett, Psalter, Cembalo, unterlegt von einem modernen Kontrabass \u2012 ein Klangkosmos, der sich perfekt zu einem Ganzen f\u00fcgt und die Herkunft des (nord-)europ\u00e4ischen Instrumentariums aus der arabischen Kultur unterstreicht \u2012 so ist ja im heutigen Klavier, und erst recht im Cembalo, der Ursprung aus der arabischen Brettzither Qanun noch f\u00fchlbar.<\/p>\n<p> Ausgangspunkt des Albums ist der \u00abCanto greco-salentino\u00bb, die von vielf\u00e4ltigen Eroberungen aus dem Norden und dem S\u00fcden und Fremdherrschaft gepr\u00e4gte Musik eines Teils von S\u00fcditalien, mit Einfl\u00fcssen aus der Region selber, aber auch aus der T\u00fcrkei und der arabischen Welt. Dazu kommen Titel aus Portugal, Griechenland, Spanien, der T\u00fcrkei, Mallorca und Neapel, ein historisch und stilistisch wohldurchdachtes Panoptikum entfaltet sich da. Musiziert wird allerdings g\u00e4nzlich ohne didaktischen oder lexikalischen Zeigefinger, sondern authentisch, lustvoll, verf\u00fchrerisch, sanft, sinnlich und h\u00f6chst virtuos. Ein wahres Kleinod pr\u00e4sentieren uns die Beteiligten \u2012 einen Sommerhit der andern Art. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> L\u2019Arpeggiata, Christina Pluhar: Mediterraneo, EMI Records\/Virgin Classics, 2013 <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19.07.2013 &#8212; Der S\u00fcden Europas steht zur Zeit ja aus ganz andern als musikalischen Gr\u00fcnden medial im Mittelpunkt: Politisch und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-101","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}