{"id":1017,"date":"2014-01-13T10:07:26","date_gmt":"2014-01-13T10:07:26","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/die-orgel-von-cintegabelle\/"},"modified":"2014-01-13T10:07:26","modified_gmt":"2014-01-13T10:07:26","slug":"die-orgel-von-cintegabelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/die-orgel-von-cintegabelle\/","title":{"rendered":"Die Orgel von Cintegabelle"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/org171008.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>08.12.2008 &#8212; Auf seinen Reisen durch Frankreichs Orgellandschaft hat der Schweizer Organist Albert Bolliger in Cintegabelle Halt gemacht, einem St\u00e4dtchen s\u00fcdlich von Toulouse. Dass die prachtvolle, 1742 eingeweihte Orgel mit ihren eleganten zw\u00f6lf T\u00fcrmen aus der ehemaligen Zisterzienserkirche Boulbonne hier erhalten geblieben ist, verdanken wir der Initiative eines B\u00e4ckers. <\/p>\n<p> Das Instrument mit seinem gewaltigen figurengeschm\u00fcckten Prospekt hatte bereits arg gelitten, die Franz\u00f6sische Revolution jedoch \u00fcberstanden und ist 1791 als eine \u00abder komplexesten und besten\u00bb Orgeln, aber des schlechten Zustands wegen als \u00abnicht erhaltenswert\u00bb zur Versteigerung gelangt. Niemand fand sich zur Auktion ein. <\/p>\n<p> Sieben Jahre sp\u00e4ter wurde beim zweiten Anlauf geboten: Jacques Fageadet, B\u00e4cker und Schwiegervater des ehemaligen Organisten der Abtei, ersteigerte das Instrument mit Unterst\u00fctzung einiger weiterer B\u00fcrger f\u00fcr 615 Francs. Der Transport von Boulbonne nach Cintegabelle, der Wiederaufbau und die Instandstellung erstreckten sich \u00fcber 13 Jahre; diverse Restaurierungen und Anpassungen an den Zeitgeschmack folgten. 1989 wurde die Orgel aufgrund der Originalpl\u00e4ne in ihren urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckgef\u00fchrt. <\/p>\n<p> Geschaffen hat das Instrument Christophe Moucherel. 1686 im lothringischen Toul geboren, arbeitete er als Schreiner, Drechsler, Buchstabengiesser, Architekt, Mechaniker, Cembalo- und Blasinstrumentenbauer. 1716, mit 30 Jahren, stellte er seine erste Orgel fertig. Bereits ein Dutzend Instrumente hatte er gebaut und an vielen anderen Reparaturen durchgef\u00fchrt, als er den Auftrag f\u00fcr die monumentale Orgel der Kathedrale von Albi erhielt (sie datiert von 1736). Er verfasste die Schrift \u00abM\u00e9moire instructif pour faire les devis, desseins, plans, marchez et r\u00e9ceptions des orgues\u00bb (Selbstverlag, Rodez 1724); der im Booklet irrt\u00fcmlich ihm zugeschriebene Traktat \u00abL\u2019Art du facteur d\u2019orgues\u00bb von 1766 stammt von Dom Bedos. <\/p>\n<p> Moucherel baute weitere Orgeln in den Kathedralen von Castres und Narbonne. Von 1761 an fehlen Nachrichten \u00fcber ihn; wann der ber\u00fchmte Orgelbauer starb und wo er begraben wurde, ist nicht bekannt. <\/p>\n<p> Die Qualit\u00e4t der Register, die Vielseitigkeit ihrer Kombination und die klangliche Pr\u00e4senz des Meisterwerks in Cintegabelle bringt Albert Bolliger in Kompositionen von Fran\u00e7ois d\u2019Agincourt (Pi\u00e8ces d\u2019orgue de 5e ton), Louis Marchand (Suite en sol-mineur; Le 5e Livre d\u2019orgue) und Claude-Benigne Balbastre (2e Suitte de No\u00ebls) zu beeindruckender Wirkung. Und wie in allen Sinus-Produktionen ist auch hier dem farbig illustrierten dreisprachigen Beiheft grosse Sorgfalt gewidmet worden. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Orgues historiques de France. Vol. 4. Albert Bolliger an der Moucherel-Orgel von Cintegabelle. (Sinus 3004; 59\u2019) <\/p>\n<p> siehe auch: <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=355\">Historische Orgeln in Frankreich<\/a>, Vol. 1 bis 3<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.12.2008 &#8212; Auf seinen Reisen durch Frankreichs Orgellandschaft hat der Schweizer Organist Albert Bolliger in Cintegabelle Halt gemacht, einem St\u00e4dtchen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1017","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1017"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}