{"id":1025,"date":"2014-01-13T10:11:45","date_gmt":"2014-01-13T10:11:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/mozarts-gran-partita-und-bergs-kammerkonzert\/"},"modified":"2014-01-13T10:11:45","modified_gmt":"2014-01-13T10:11:45","slug":"mozarts-gran-partita-und-bergs-kammerkonzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/mozarts-gran-partita-und-bergs-kammerkonzert\/","title":{"rendered":"Mozarts Gran Partita und Bergs Kammerkonzert"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/090226mozart.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>28.02.2009 &#8212; Mozarts Gran Partita und Alban Bergs Kammerkonzert auf eine CD gepackt? Man hat im ersten Moment M\u00fche, die Programmidee dahinter zu erahnen. Da es sich bei den Interpreten um das Ensemble Intercontemporain unter der Leitung von Pierre Boulez, die Pianistin Mitsuko Uchida und den Geiger Christian Tetzlaff handelt, muss man allerdings eine solche vermuten, denn Boulez und dem Neue-Musik-Ensemble wagt man fast nicht zu unterstellen, sie f\u00fcllten eine CD mit disparaten Werken, einfach weil&#8217;s besetzungsm\u00e4ssig gerade machbar ist.<\/p>\n<p> Von der Erkl\u00e4rung, die Boulez im Booklet zu der Zusammenstellung gibt, weiss man aber auch nicht so recht, wie ernst gemeint sie wirklich ist. Bei Mozart ben\u00f6tige man dreizehn Blasinstrumente, bei Berg ebenso, bei letzterem zus\u00e4tzlich eine Geige und ein Piano. Zwei plus dreizehn mache f\u00fcnfzehn, eine f\u00fcr den Zahlenspekulanten Berg heilige Zahl, da Sch\u00f6nbergs Kammersinfonie op.9, ein Schl\u00fcsselwerk f\u00fcr Berg, wiederum nach so vielen Musikern verlange. Es entspr\u00e4che also sicher Bergs Vorstellungen, die beiden Werke miteinander in Verbindung zu bringen. Ob uns Boulez auf den Arm nehmen will? Auch andere haben aufs Alter hin ja schon eine lakonische Art des Humors entwickelt.<\/p>\n<p> Musikalisch haben die beiden Werke denkbar wenig gemeinsam. Ausser der Instrumentierung findet man da kaum tiefere Bez\u00fcge. Wohl wahr, dass Mozart und Berg einen Hang zur Dramatik hatten, gerade in diesen Werken aber \u00e4ussert er sich auf vollkommen unterschiedliche Weise. In der Mozart-Partita h\u00f6rt man die Opern\u00e4sthetik des Salzburger Meisters mit, und das Zeitkolorit der Milit\u00e4rmusiken. In der Version des Ensembles Intercontemporain t\u00f6nt manches denn auch herb, ja fast schrill, was den Tonsatz aber in keiner Art besch\u00e4digt; vielmehr erf\u00fcllt es ihn mit Spannung und Energie.<\/p>\n<p> Bergs Kammerkonzert wiederum spielt zwar mit Versatzst\u00fccken aus fr\u00fcheren Epochen, es sind aber nicht solche aus Mozart Zeit, sondern nachfolgender Generationen, die auch einen ganz anderen Gestus pflegten: Romantisches und Zirzensisches in einem Gravitationsfeld, in dessen Zentrum Walzer und L\u00e4ndler ihre Pirouetten drehen. <\/p>\n<p> So zeigt die Werkzusammenstellung denn auch vor allem, wie unterschiedlich man dieselbe, klanglich vieles in einem engen Rahmen haltende Besetzung kompositorisch nutzen kann \u2212 ohne damit automatisch eine formale Klammer zu schaffen. Und sie ist mit Blick auf das zw\u00f6lft\u00f6nige Kammerkonzert (das Boulez und das Ensemble Intercontemporain vor etlicher Zeit auch schon mit Daniel Barenboim und Pinchas Zukerman eingespielt haben) mal etwas anderes als die in aller Regel \u00fcbliche Kombination mit Bergs Violinkonzert. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Mozart 13 Berg: Gran Partita in B-Dur, KV 361\/370a (Mozart), Kammerkonzert (Berg), Ensemble Intercontemporain, Pierre Boulez (Leitung), Mitsuko Uchida (Klavier), Christian Tetzlaff (Violine), aufgenommen im M\u00e4rz 2008 im Ircam Paris, Decca 478 0316.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.02.2009 &#8212; Mozarts Gran Partita und Alban Bergs Kammerkonzert auf eine CD gepackt? 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