{"id":1055,"date":"2014-01-13T10:56:30","date_gmt":"2014-01-13T10:56:30","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/benjamin-godard-die-klaviertrios\/"},"modified":"2014-01-13T10:56:30","modified_gmt":"2014-01-13T10:56:30","slug":"benjamin-godard-die-klaviertrios","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/benjamin-godard-die-klaviertrios\/","title":{"rendered":"Benjamin Godard: Die Klaviertrios"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/god20510.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>20.05.2010 &#8212; F\u00e4llt der Name des franz\u00f6sischen Sp\u00e4tromantikers Godard, zieht dies flugs den Begriff Salonmusik nach sich. Also belanglose, sentimentale, beil\u00e4ufig nett unterhaltende Kl\u00e4nge f\u00fcr plaudernde Damen in Pl\u00fcschsofas und zigarrepaffende Herren unter Zimmerpalmen. <\/p>\n<p> Gewiss: Benjamin Louis Paul Godard (1849 Paris\u20131895 Cannes), der als Wunderkind Aufsehen erregte, mit 14 Jahren ans Conservatoire de Paris kam, bei Henri Vieuxtemps Violine, bei Napol\u00e9on-Henri Reber Komposition studierte, bediente mit flotter Hand und enormer Produktivit\u00e4t den Bedarf an leichtgewichtigen, mit poetischen Titeln dekorierten Kompositionen. <\/p>\n<p> Das Lebenswerk des mehrfach preisgekr\u00f6nten, bereits mit 45 Jahren an Tuberkulose gestorbenen Godard, der ab 1887 am Pariser Konservatorium als Professor f\u00fcr instrumentale Ensemblemusik wirkte, fordert allen Respekt: Neben Dutzenden von Liedern, Klavierst\u00fccken und -et\u00fcden komponierte er sechs Opern, Schauspielmusiken, f\u00fcnf Sinfonien, ein Klavier- und zwei Violinkonzerte, Violin- und Cellosonaten, drei Streichquartette und zwei Klaviertrios. Doch wie Godards Ruhm ist auch die Erinnerung an sein Schaffen verflogen. <\/p>\n<p> Das 1982 gegr\u00fcndete Trio Parnassus, dem manche Wiederentdeckung zu verdanken ist \u2013 so hat es u. a. s\u00e4mtliche Klaviertrios von Lalo, Turina, Reger, Prinz Louis Ferdinand von Preussen eingespielt \u2013, widmet sich in seinem aktuellen Album den beiden Trios von Benjamin Godard und stellt damit alteingesessene Urteile auf den Pr\u00fcfstand. Gut beraten, wer die Ohren frei machen, den Werken unbefangen begegnen kann, wer sich seine eigene Meinung bilden will. <\/p>\n<p> Auffallend sind in beiden Trios, dem 1880 entstandenen op. 32 in g-Moll und dem op. 72 in F-Dur von 1884 (Edvard Grieg gewidmet), handwerkliche Meisterschaft, dichte Faktur (dem erfindungsreichen Klaviersatz f\u00e4llt die F\u00fchrung zu), klare Gliederung, unkomplizierte Harmonik, thematische Verklammerung der S\u00e4tze, im Weiteren emotionale Eleganz mit weitgespannten sch\u00f6nen Kantilenen, differenzierte Klangfarben, alles ohne tiefsch\u00fcrfende Auseinandersetzung, ohne Zusammenprall der Extreme. \u2013 Parf\u00fcmd\u00fcfte verstr\u00f6mt die Zugabe, Godards Evergreen: das Wiegenlied aus der Oper \u00abJocelyn\u00bb.<\/p>\n<p> Die Interpreten \u2013 Violinistin Yamei Yu, Cellist Michael Gro\u00df und Pianist Chia Chou \u2013 betonen in ihren zugriffig vitalen wie lyrisch sinnlichen Interpretationen neben dem Geschliffenen der Partituren das sich hier und dort manifestierende Widerst\u00e4ndige. Zu verdanken ist ihnen eine Ehrenrettung Benjamin Godards, des Komponisten von Klaviertrios. <\/p>\n<p> PS. Wer sich f\u00fcr Partituren interessiert: Auch eine Reihe von Werken Godards ist abrufbar bei der seit 2006 aufgeschalteten virtuellen Petrucci-Bibliothek (IMSLP). Sie umfasst derzeit \u00fcber 60.200 (copyright-freie) Partituren von mehr als 3200 Komponisten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Benjamin Godard: Complete Piano Trios. Trio op. 32 und op. 72. Berceuse aus der Oper \u00abJocelyn\u00bb. \u2013 Trio Parnassus (Yamei Yu, Violine; Michael Gro\u00df, Violoncello; Chia Chou, Klavier. (MDG 303 1615-2; 60\u2019) <\/p>\n<p> Petrucci-Bibliothek: <br \/> http:\/\/imslp.org\/wiki\/Hauptseite<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.05.2010 &#8212; F\u00e4llt der Name des franz\u00f6sischen Sp\u00e4tromantikers Godard, zieht dies flugs den Begriff Salonmusik nach sich. 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