{"id":106,"date":"2014-01-09T13:05:53","date_gmt":"2014-01-09T13:05:53","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/crossover-in-grossformationen\/"},"modified":"2014-01-09T13:05:53","modified_gmt":"2014-01-09T13:05:53","slug":"crossover-in-grossformationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/crossover-in-grossformationen\/","title":{"rendered":"Crossover in Grossformationen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130426lang.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>26.04.2013 &#8212;<\/em> Heute geht alles, und das ist auch gut so. Klassik und Jazz, Rock und Pop mischen sich, im Hintergrund halten immer versiertere Grenzg\u00e4nger die F\u00e4den in der Hand und liefern immer \u00fcberzeugendere, da handwerklich gekonnte Projekte ab. Was in den Zeiten der Ideologen als Eklektizismus zuerst beschimpft wurde, dann (in der Postmoderne) zum Anything-goes-Chic verkl\u00e4rt wurde, erschliesst heute einfach interessante musikalische Dimensionen. <\/p>\n<p> Der Welschschweizer Pianist Thierry Lang outet sich als genuiner Jazzer, der seinen Horizont in die Klassik ausweitet. Als ihm der Fribourger Chorleiter Jean-Claude Fasel ein Crossover-Projekt mit Jazz- und Klassik-Elementen vorschlug, ging er davon aus, dass das Scharnier beider Stile die Melodie ist. Ein Neue-Musik-Vertreter h\u00e4tte vermutlich im Spiel mit Mikrot\u00f6nen, Polyrhythmik und Texturen Schnittstellen geh\u00f6rt. Melodie hat als Konstruktionsprinzip unter den Neut\u00f6nern nach wie vor den Ruch der Restauration oder gar Reaktion. F\u00fcr Jazzer geh\u00f6rt sie aber gewissermassen zum Kerngesch\u00e4ft<\/p>\n<p> Lang hat unter dem Titel \u00abColors of Time\u00bb einen Jahreszeiten-Zyklus f\u00fcr klassischen Chor, Kammerorchester und Jazzquintett (inklusive S\u00e4nger) geschrieben. Der Arrangeur Michel Herr hat das Ganze in orchestrale Form gegossen. Das Resultat: Ein Gesamtkunstwerk, das popul\u00e4re Oratorientradition des 20.Jahrhunderts mit Jazzimprovisationen auf h\u00f6chstem Niveau vereint. F\u00fcr letzteres sorgen die Weltklassemusiker David Linx (Gesang), Matthieu Michel (Fl\u00fcgelhorn), Andr\u00e9 Ceccarelli (Schlagzeug) und der in der Deutschschweiz bestens bekannte Heiri K\u00e4nzig (Kontrabass). <\/p>\n<p> F\u00fcr klangsensible Masse sorgen der Accroche-Choeur und das Freiburger Vokalensemble, im Mai 2012 ist das opulente Werk in Fribourgs neuem Konzertsaal Equilibre uraufgef\u00fchrt worden, im Februar dieses Jahres ist es auch in Romont erklungen. Es ist eine Produktion, die man sich genauso in der Deutschschweiz zu h\u00f6ren w\u00fcnschte. <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130426songs.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Ein anderes, ebenfalls interessantes Amalgam pr\u00e4sentiert die hr-BigBand (\u00abThe Frankfurt Radio Big Band\u00bb) zusammen mit den Vokalisten Kate McGarry und Theo Bleckmann und vor allem dem Arrangeur John Hollenbeck, der im Grossformat die Welten von Pop, Singer\/Songwriter und Jazz zusammenbringt. Der spektakul\u00e4rste und bekannteste Titel ist dabei sicherlich \u00abBicycle Race\u00bb von Queen, respektive Freddy Mercury, die ja selber auch die entlegensten Stile zusammengeschweisst haben, man denke nur an die \u00abBohemian Rhapsody\u00bb\u2026 Hollenbeck hat unter anderem aber auch Titel von Jimmy Webb und dem Jazzsaxophonisten Ornette Coleman weiterverarbeitet. Da liegt der Akzent naturgem\u00e4ss auf dem Jazz, die Begegnung scheint aber ebenso gegl\u00fcckt wie im Fall der Welschschweizer <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Thierry Lang featuring David Linx, Colors of Time. Musiques Suisses, MGB CD 6276<br \/> Songs I like a lot, John Hollenbeck, Theo Bleckmann, Kate McGarry, Gary Versace and the Frankfurt Radio Big Band, Sunnyside, SSC 1339. <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.04.2013 &#8212; Heute geht alles, und das ist auch gut so. 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