{"id":1064,"date":"2014-01-13T11:00:46","date_gmt":"2014-01-13T11:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/tomatitos-sonanta-suite\/"},"modified":"2014-01-13T11:00:46","modified_gmt":"2014-01-13T11:00:46","slug":"tomatitos-sonanta-suite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/tomatitos-sonanta-suite\/","title":{"rendered":"Tomatitos \u00abSonanta Suite\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100830tomatito.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>01.09.2010 &#8212; Der Flamenco hat den Ruf einer urspr\u00fcnglich hermetischen Kunst, einer Art Geheimritual der andalusischen Halbwelten. Zwar hat er Formen aus seiner musikalischen Umgebung aufgesogen. Anders als \u00e4hnliche schwerbl\u00fctige Volkskunstformen wie der Klezmer der j\u00fcdischen Musiker oder der argentinische Tango hat er sich aber kaum in kosmopolitischer Art mit Fremdem verbunden. Vieles von dem, was spanisches Lokalkolorit in b\u00fcrgerlichen Orchesterwerken ausmacht, entstammt denn auch nicht eigentlich dem Flamenco, sondern der allgemeinen spanischen Folklore. Die ungeraden, auf arabische Einfl\u00fcsse zur\u00fcckgehenden Zw\u00f6lfer-Rhythmen des Flamenco und der hoch expressive Gesang bieten wenig Andockstellen f\u00fcr die europ\u00e4ische Orchestermusik.<\/p>\n<p> Die instrumentale Seele des Flamenco ist unzweifelhaft die Gitarre. Die wohl popul\u00e4rste iberische Suite f\u00fcr das Zupfinstrument und Orchester ist die \u00abFantas\u00eda para un gentilhombre\u00bb von Joaquin Rodrigo, dem Komponisten des noch ungleich popul\u00e4reren \u00abConcierto de Aranjuez\u00bb. Die \u00abFantas\u00eda \u00bb verarbeitet allerdings traditionelle T\u00e4nze aus der Renaissance. Mit der \u00abSonanta Suite\u00bb unternimmt der Gitarrist Tomatito (Jos\u00e9 Fern\u00e1ndez Torres), der letzte Begleiter des singul\u00e4ren, 1992 verstorbenen S\u00e4ngers Camaron de la Isla (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind3.php?art=53\">Feature<\/a>), den Versuch, tats\u00e4chlich auch den authentischen Flamenco in Orchesterklang zu transformieren. <\/p>\n<p> Er hat dazu einige seiner fr\u00fcheren Nummern zusammengestellt und in Zusammenarbeit mit dem Arrangeur Joan Albert Amarg\u00f3s daraus eine Partitur erstellt. Abgeschlossen wird sie mit einer Reverenz an den Sch\u00f6pfer des Tango nuevo Astor Piazzolla, respektive dessen mit Abstand am meisten gecoverten Paradenummer \u00abAdios Nonino\u00bb. <\/p>\n<p> Als erstes f\u00e4llt in der Wiedergabe der \u00abSonanta Suite\u00bb durch das Orquesta Nacional de Espa\u00f1a unter der Leitung von Josep Pons die Integration unverwechselbarer Flamenco-Elemente in den traditionellen Orchesterklang auf: Palmeros suggerieren mit ihren vibrierend-energetischen H\u00e4ndeklatsch-Rhythmen Authentizit\u00e4t; der Gesang von Tomatitos Tochter Mari \u00c1ngeles Fern\u00e1ndez Torres leistet mit seinem unverwechselbaren metallisch-schimmernden Flamenco-Timbre dasselbe.<\/p>\n<p> Im Booklet gibt sich Pons \u00fcberzeugt, dass die CD spanische Musikgeschichte schreiben werde, weil das Orchester hier erstmals selber zum Flamenco-Ensemble werde und nicht einfach begleitende Funktion einnehme. Der Orchestersatz stehe in der Musiktradition des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts, die von de Falla und Ravel gepr\u00e4gt worden sei, erweitert um neue rhythmische und harmonische Einf\u00e4lle. <\/p>\n<p> Pons Einsch\u00e4tzung scheint etwas \u00fcbertrieben. An die Subtilit\u00e4ten der Orchestrierung eines Ravel oder de Falla reicht die \u00abSonanta Suite\u00bb nicht heran, dazu ist ihr <em>Sound<\/em> zu grossfl\u00e4chig und mit zu vielen Konzessionen an den an Filmmusik und Stadionkonzerte gew\u00f6hnten Massengeschmack angelehnt. Intelligent gemacht ist sie aber, und Tomatitos virtuoses und hoch expressives Gitarrenspiel r\u00fcckt sie ins beste Licht. <\/p>\n<p> Mindestens genauso interessant sind einige als \u00abBonus Tracks\u00bb an die Suite angeh\u00e4ngte Nummern, die Tomatito 2006 mit einem Sextett in Aguadulce (Almeria) eingespielt hat, darunter traditionelle Formen wie Buler\u00edas und Tangos: Moderner und zugleich in der Tradition tief verwurzelter Flamenco vom Feinsten.<\/p>\n<p> siehe auch:<br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=106\">El\u012bna Garan\u010da in spanischem Kolorit<\/a> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.09.2010 &#8212; Der Flamenco hat den Ruf einer urspr\u00fcnglich hermetischen Kunst, einer Art Geheimritual der andalusischen Halbwelten. 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