{"id":107,"date":"2014-01-09T13:06:41","date_gmt":"2014-01-09T13:06:41","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/chopin-etueden-mit-jan-lisiecki\/"},"modified":"2014-01-09T13:06:41","modified_gmt":"2014-01-09T13:06:41","slug":"chopin-etueden-mit-jan-lisiecki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/chopin-etueden-mit-jan-lisiecki\/","title":{"rendered":"Chopin-Et\u00fcden mit Jan Lisiecki"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130412lisiecki.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>12.04.2013 &#8212;<\/em> Er, Jan Lisiecki, war ein Wunderkind, das mit neun Jahren erstmals mit Orchester aufgetreten ist, und als 15-j\u00e4hriger 2010 an Chopins Geburtsort Zelazowa Wola die Feierlichkeiten zu dessen 200. Geburtstag er\u00f6ffnete (ist ja noch gar nicht so lange her). Die Deutsche Grammophon hat den Kanadier mit polnischer Abstammung unter die Fittiche genommen, und f\u00fcr diese hat er nun gleich Mal die beiden Et\u00fcden-Zyklen op. 10 und op. 25 von Chopin eingespielt, nachdem er beim Label mit dem gelben Balken zun\u00e4chst mit Mozart-Klavierkonzerte deb\u00fctierte. Aufgenommen worden ist der Zyklus im Januar dieses Jahres in der Koerner Hall der Glenn Gould School in Toronto.<\/p>\n<p> Nun ist Lisiecki ja beileibe nicht der Erste, der das chopinsche Kompendium der leichtf\u00fcssigen Fingerverrenkungen auf Tontr\u00e4ger verewigt. So fragt man sich, ob der Hinweis auf dem Back-Cover, dass er jede einzelne der \u00dcbungen in einem einzigen Take aufgenommen hat, einfach der Versuch ist, seiner Version einen speziellen Stempel aufzudr\u00fccken, oder gar \u2013 aber das w\u00e4re zu billig (und wird durch den H\u00f6reindruck auch nicht best\u00e4tigt) \u2013 etwaige Unsauberkeiten zu entschuldigen. <\/p>\n<p> Der mittlerweile 18-j\u00e4hrige hat technisch etwas drauf, m\u00fchelos perlen die L\u00e4ufe in linker und rechter Hand. Er betrachtet den Schwierigkeitsgrad der Et\u00fcden denn auch locker als \u00abzweitrangig\u00bb, es gehe in den St\u00fccken \u00abeinfach um Sch\u00f6nheit\u00bb. Tats\u00e4chlich betont er \u2013 eher untypisch f\u00fcr einen jungen Hypervirtuosen, der sich in die oberste Liga hinaufarbeiten will \u2013 nicht die mechanische Sonderbegabung. Vielmehr l\u00e4sst er mit transparentem, souver\u00e4nem Anschlag die Texturen und Klangfl\u00e4chen f\u00fcr sich sprechen, gerade auch in einem heroischen Werk wie der Revolutions-Et\u00fcde. Zum Erz\u00e4hler mit Hang zum prosodischen Ausdeuten des Notentextes wird er h\u00f6chstens mal in einer Et\u00fcde wie der Nummer 7 aus dem op. 25. <\/p>\n<p> Die Sammlung sei wie ein Buch, l\u00e4sst sich Lisiecki im Booklet auch zitieren, jedes St\u00fcck sei ein Kapitel und erz\u00e4hle seine eigene Geschichte und es gebe einen \u00fcbergreifenden erz\u00e4hlerischen Zusammenhang. Diese narrative Eigenart der Zyklen erschliesst sich in Lisieckis Ann\u00e4herungen allerdings noch nicht wirklich. Eher glaubt man, das Ohr an ein faszinierendes, feinziseliertes Kaleidoskop der pianistischen Klangfarben und Muster zu halten. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Jan Lisiecki: Chopin \u00c9tudes, Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 479 1039<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.04.2013 &#8212; Er, Jan Lisiecki, war ein Wunderkind, das mit neun Jahren erstmals mit Orchester aufgetreten ist, und als 15-j\u00e4hriger&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}