{"id":1078,"date":"2014-01-13T11:16:43","date_gmt":"2014-01-13T11:16:43","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/daniel-hope-the-romantic-violonist\/"},"modified":"2014-01-13T11:16:43","modified_gmt":"2014-01-13T11:16:43","slug":"daniel-hope-the-romantic-violonist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/daniel-hope-the-romantic-violonist\/","title":{"rendered":"Daniel Hope: The Romantic Violonist"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110317hope.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>18.03.2011 &#8212; Orchesterwerke, Kammermusikwerke, Lieder auf einer CD \u2013 das ist zumindest ungew\u00f6hnlich, auch wenn Konzept-Alben heute en vogue sind (man denke etwa an die aktuelle Scherbe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=112\">Resonances<\/a> der Pianistin H\u00e9l\u00e8ne Grimaud). Der Geiger Daniel Hope brennt Werke von Bruch, Clara Schumann, Brahms, Joseph Joachim, Schubert und Dvo\u0159\u00e1k ins Polycarbonat, wir f\u00fchlen uns also durchweg romantisch. Wir l\u00f6sen auf: Das Ganze ist ein Tribut an den Geiger Joseph Joachim, der in seiner Bedeutung f\u00fcr die Epoche untersch\u00e4tzt werde \u2013 meint Hope \u2013 als Solist, der Werken wie Beethovens und Brahms\u2019 Violinkonzert zum Durchbruch verhalf, als k\u00fcnstlerischer Berater, der etwa den Solopart des Violinkonzertes von Max Bruch mitgeschrieben hat, aber auch selber als Komponist und als Inspirationsquelle zahlreicher Schl\u00fcsselwerke der Epoche.<\/p>\n<p> Gegen\u00fcber diesem Hans-Dampf-in-allen-Gassen mit ungarischen Wurzeln und wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten, wenn\u2019s um den geschmacklich sicheren Herzschmerz geht, haben auch die Interpreten dieser CD keine Scheu. Das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra steht unter der Leitung Sakari Oramos Hope in nichts nach, geht es darum, Romantisches auch romantisch klingen zu lassen, glutvoll und beseelt. Dem Solisten, der nicht den glatten, feinen und pr\u00e4zisen Klang sucht, sondern auch das Rohe kochen l\u00e4sst, ist es in der interpretatorischen Disziplin in Sachen Dynamik und Phrasierung noch einen Tick voraus; es gibt ihm damit genau den Halt, den er braucht, um sich frei spielen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p> Zwei <em>Ungarische T\u00e4nze<\/em> von Brahms, die Nrn. 1 und 5 werden hier in der Orchestrierung von Marc-Olivier Dupin nicht abstrakt oder erh\u00f6ht, sie massieren die waschechte Cs\u00e1rdas-Seele. F\u00fcr das <em>Geistliche Wiegenlied<\/em> op. 91, Nr. 2 von Brahms greift Hope zur Viola, und zu ihm gesellt sich die Mezzosopranistin Sofie von Otter. Man versteht zwar kaum, was sie singt, zu Herzen geht das Kleinod aber auch so. Schuberts Lied \u00abAuf dem Wasser zu singen\u00bb D 774 hat Hope f\u00fcr die CD selber f\u00fcr Klavier und Violine eingerichtet.<\/p>\n<p> Abgeschlossen wir der Reigen seliger Geister von Dvo\u0159\u00e1ks Kuschelklassik-Hit <em>Humoreske<\/em>, in einem Arrangement von Franz Waxman, das appellative Platit\u00fcden vermeidet. Man schliesst besonders das klavier\u00e4hnliche Ding ins Herz, das da im Hintergrund ab und an vor sich hin perlt. <\/p>\n<p> Eher diskret bleibt die Widmung Hopes. Er erinnert mit der CD an den 2010 mit 37 Jahren verstorbenen Kollegen Erik Houston, den das Schweizer Publikum vor allem dank einer denkw\u00fcrdigen Interpretation von Schnittkes <em>Concerto Grosso<\/em> am Lucerne Festival in Erinnerung hat und der auch am Menuhin Festival Gstaad regelm\u00e4ssiger Gast war. Der Tribut ist stimmig: Denn auch wenn diese Musik zu Herzen geht \u2013 die romantischen Topoi von Verg\u00e4nglichkeit, Tragik und Tod schwingen da immer mit. Ein wunderbares Album. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Daniel Hope: The Romantic Violinist \u2013 A Celebration of Joseph Joachim. Max Bruch: Violinkonzert No.1 in g-Moll, Op.26; Clara Schumann: Romanza Op.22 Nr.1; Johannes Brahms: Scherzo in c-Moll f\u00fcr Geige und Klavier (aus der FAE-Sonata), Ungarische T\u00e4nze Nr.1 und 5, Geistliches Wiegenlied op.91 Nr.2; Joseph Joachim: Romanze Op.2, Nr.1, Notturno op.12; Franz Schubert: Auf dem Wasser zu singen D774; Antonin Dvo\u0159\u00e1k: Humoreske op.101, Nr.7. Daniel Hope (Violine), Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Sakari Oramo (Leitung), Sebastian Knauer (Klavier), Bengt Forsberg (Klavier), Anne-Sofie von Otter (Mezzosopran). Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 477 9301.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.03.2011 &#8212; Orchesterwerke, Kammermusikwerke, Lieder auf einer CD \u2013 das ist zumindest ungew\u00f6hnlich, auch wenn Konzept-Alben heute en vogue sind&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1078","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1078"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1078\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}