{"id":1079,"date":"2014-01-13T11:17:10","date_gmt":"2014-01-13T11:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/hahn-spielt-tschaikowsky-und-higdon\/"},"modified":"2014-01-13T11:17:10","modified_gmt":"2014-01-13T11:17:10","slug":"hahn-spielt-tschaikowsky-und-higdon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/hahn-spielt-tschaikowsky-und-higdon\/","title":{"rendered":"Hahn spielt Tschaikowsky und Higdon"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110412hahn.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>12.04.2011 &#8212; Man kann nicht sagen, dass Neueinspielungen des Tschaikowsky-Violinkonzertes Konjunktur h\u00e4tten, auch wenn zur Zeit einige auf den Markt kommen oder gerade gekommen sind, denn im Grunde genommen haben sie <em>immer<\/em> Konjunktur: Sie sind Legion und zeugen von der ausserordentlich hohen Popularit\u00e4t des Werkes. Die amerikanische Geigerin Hilary Hahn hat ihre Variante mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung Vasily Petrenkos mit einem Konzert kombiniert, das ihr ihre fr\u00fchere Lehrerin Jennifer Higdon 2008 auf den Geigenkorpus geschneidert hat. Es ist von der Machart her genauso mehrheitsf\u00e4hig, ob es sich im Konzertsaal wird durchsetzen k\u00f6nnen, wird sich allerdings noch weisen m\u00fcssen. Es erinnert mit seiner exotisch anmutenden Rhythmik etwas an das Konzert des Armeniers Aram Chatschaturjan, von dem Philip Marlowe, der Held des Krimi-Autors Raymond Chandler, irgendwo bemerkt, es t\u00f6ne \u00abwie ein ausgeleierter Keilriemen\u00bb.<\/p>\n<p> Higdons Konzert wirkt gef\u00e4llig, klangsubtil, aber in der Motorik manchmal etwas simpel. Die amerikanische Fachwelt sch\u00e4tzt es hoch ein, immerhin ist Higdon daf\u00fcr der Pulitzer-Preis f\u00fcr Musik zugesprochen worden, der allerdings selber einen nicht unbestrittenen Ruf hat (als 2003 John Adams damit ausgezeichnet wurde, reagierte er eher sarkastisch mit der Bemerkung, er habe viel von seinem Prestige verloren und die besten Komponisten w\u00fcrden von der akademischen Pulitzer-Jury zugunsten akademischer Tonsch\u00f6pfer \u00fcbergangen).<\/p>\n<p> Das Tschaikowsky-Konzert gehen Orchester und Solistin hier recht gem\u00e4chlich an, das Allegro moderato des ersten Satzes mutet eher wie ein Andante an, der Molto-sostenuto-Teil kommt schon fast nicht mehr vom Fleck, die ausnotierte Dynamik wird eher pauschal behandelt, wenn nicht gar ignoriert. Im zweiten Satz \u00fcberrascht die Geigerin hingegen mit sch\u00f6nen lyrisch ausgeh\u00f6rten Dialogen mit den Holzbl\u00e4sern (solche Dialogpartien finden sich auch im Konzert Higdons). <\/p>\n<p> Mag sein, dass Hahn da im Bem\u00fchen um R\u00fcckbesinnung auf Authentisches etwas des Guten zuviel tut: Im Booklet erkl\u00e4rt sie, sie habe als Sch\u00fclerin die gek\u00fcrzte und virtuos aufgepeppte Tschaikowsky-Konzert-Variante des Geigers Leopold Auer gespielt, weil sie dessen \u00abNachbesserungen\u00bb als notwendig erachtet habe, nun sei sie zur Originalversion zur\u00fcckgekehrt. Das Konzert erhalte dadurch einen dramatischen Bogen und eine \u00abausgeglichenere Vitalit\u00e4t\u00bb. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Hilary Hahn: Higdon &amp; Tchaikovsky Violin Concertos. Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Vasily Petrenko (Leitung), Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 477 8777.<br \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.04.2011 &#8212; Man kann nicht sagen, dass Neueinspielungen des Tschaikowsky-Violinkonzertes Konjunktur h\u00e4tten, auch wenn zur Zeit einige auf den Markt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1079","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1079"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}