{"id":1081,"date":"2014-01-13T11:18:10","date_gmt":"2014-01-13T11:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/musik-der-grande-ecurie-und-der-gardes-suisses\/"},"modified":"2014-01-13T11:18:10","modified_gmt":"2014-01-13T11:18:10","slug":"musik-der-grande-ecurie-und-der-gardes-suisses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/musik-der-grande-ecurie-und-der-gardes-suisses\/","title":{"rendered":"Musik der Grande Ecurie und der Gardes Suisses"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110516ecurie.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>13.05.2011 &#8212; In der Schweiz wird fleissig an Musikinstrumenten gebastelt. An neuen, aber nicht zuletzt auch an alten. An der Berner Hochschule der K\u00fcnste (HKB) haben sich mehrere Teams mit den Blechblasinstrumenten des 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt (siehe dazu folgenden Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=79\">Dossiertext<\/a>). An der Schola Cantorum Basiliensis widmete man sich der Grande \u00c9curie und der Gardes Suisses am franz\u00f6sischen Hof Ludwigs XIV. und XV: Trompettes, Violons, Hautbois, Saqueboutes, Cornets, Musettes du Poitou, Fifres, Tambours, Cromornes und Trompettes marines. Die Namen alleine sind schon Musik.<\/p>\n<p> Die Klangerzeuger haben nicht nur abenteuerliche Namen, sie t\u00f6nen auch so. \u00c9curies sind im Grunde genommen Pferdest\u00e4lle. Sie waren aber auch Ort der Musik am franz\u00f6sischen Hof der absolutistischen und prunks\u00fcchtigen Ludwige die soundsovielten. Aus \u00fcberlieferten Dokumenten hat das der Basler Schola verbundene Team unter der Leitung der Musiker und Musikforscher Thomas Drescher und Thilo Hirsch \u00fcber zwei Jahre ihre Musik erforscht und die Instrumente nachgebaut.<\/p>\n<p> Da finden sich abenteuerlich anmutende Gebilde wie die Trompettes marines. Es handelt sich dabei nicht etwa um Blechblasinstrumente, wie man zun\u00e4chst meinen k\u00f6nnte, sondern um Varianten der sogenannten Trumscheite mit l\u00e4nglichem Korpus und Saiten, die gestrichen werden. <\/p>\n<p> Auch die musikalischen Formen, die damit gepflegt wurden, sind alles andere als langweilig: Da gab\u2019s den <em>Combat grotesque<\/em> und die <em>Maskeraden<\/em>, teils mit orientalischen Motiven. Nat\u00fcrlich wurden Jagdgesellschaften reichlich mit Musik versorgt. Und es gab sogar veritable Grossstadt-Musik \u2013 <em>le grand bruit<\/em> \u2013 die das Treiben und L\u00e4rmen in Paris nachahmte.<\/p>\n<p> Die farbige, sinnenverliebte, prahlerische Musik, die der Hof sich sicherlich etwas kosten liess, ist Zeugnis einer Gesellschaft, die sich grenzenlos zu am\u00fcsieren wusste.<\/p>\n<p> L\u00e4ngere Aufmerksamkeitsspannen und Neugier schienen allerdings nicht das Ding der h\u00f6fischen Gesellschaft im Glanze der Bourbonen gewesen zu sein: \u00dcber einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren erscheinen immer wieder dieselben Werke \u2013 meist eher k\u00fcrzere S\u00e4tze im Stil der franz\u00f6sischen Suite. Um eine etwas gr\u00f6ssere Dramaturgie zu erreichen, sind f\u00fcr die CD deshalb jeweils mehrere St\u00fccke kaleidoskopartig zu einem Block zusammengestellt worden. <\/p>\n<p> Die teils masslosen Am\u00fcsiergesten werden da auch zu Vanitas-Motiven. Man erinnert sich unvermittelt und mit etwas Schaudern an die skurrile Art, wie Jean-Baptiste Lully, einer der hier prominent vertretenen Hof-Compositeure (heute w\u00fcrde man wohl \u00abComposer in Residence\u00bb sagen) zu Tode gekommen ist: Er schlug sich mit dem reich verzierten, schweren Stab, den er zum Anschlagen des Taktes nutzte, selber auf den Fuss und weigerte sich, den Zeh, der sich in der Folge entz\u00fcndete, amputieren zu lassen. Adieu, du parf\u00fcmierte Welt der Reichen und Sch\u00f6nen.<\/p>\n<p> Infos zum Basler Projekt:<br \/> <a href=\"http:\/\/www.rimab.ch\/content\/la-grande-ecurie-du-roi-de\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.rimab.ch\/content\/la-grande-ecurie-du-roi-de<\/a> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Musique de la Grande Ecurie &amp; des Gardes Suisses: Descente de Mars &#8211; Concert militaire (J.-B. Lully, A. Philidor); Le Combat grotesque (A. Philidor, J.-B. Lully); Pompes Fun\u00e8bres (J. Philidor, A. Philidor, J.-B. Lully, L. Couperin, F. de Chansy); Charivary &#8211; Mascarades (J.-B. Lully, A. Philidor, De Grignis); Les Trompettes de la Chambre et des Plaisirs (A. Philidor).<br \/> Musiques Suisses in Koproduktion mit Schweizer Radio DRS. Mitwirkende: ensemble arcimboldo; Trompetenensemble der Schola Cantorum Basiliensis; Thilo Hirsch, Gesamtleitung. MGB CD 6267. Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musiques-suisses.ch<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.05.2011 &#8212; In der Schweiz wird fleissig an Musikinstrumenten gebastelt. An neuen, aber nicht zuletzt auch an alten. 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