{"id":1086,"date":"2014-01-13T11:20:35","date_gmt":"2014-01-13T11:20:35","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/violinwerke-von-rautavaara-und-schnittke\/"},"modified":"2014-01-13T11:20:35","modified_gmt":"2014-01-13T11:20:35","slug":"violinwerke-von-rautavaara-und-schnittke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/violinwerke-von-rautavaara-und-schnittke\/","title":{"rendered":"Violinwerke von Rautavaara und Schnittke"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/rauta16911.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>07.10.2011 &#8212; Sie m\u00f6gen in ihrer Biografie, den zeitbedingten Hintergr\u00fcnden und in ihrem Schaffen noch so verschieden sein \u2013 gemeinsam ist den Zeitgenossen Rautavaara und Schnittke die stilistische Vielfalt, die Synthese von Stilen in pers\u00f6nlicher Art. <\/p>\n<p> Die Wege des Finnen und des Russen f\u00fchrten von Sp\u00e4tromantik und Neoklassizismus \u00fcber die Dodekaphonie und serielle Methoden zu polystilistischen Techniken. Und beide bringen, offen f\u00fcr Grenz\u00fcberschreitungen, Elemente aus der Unterhaltungsmusik, der Volksmusik und dem Jazz ein. <\/p>\n<p> Doch w\u00e4hrend Einojuhani Rautavaara, 1928 in Helsinki geboren, sein \u0152uvre unbeengt von politisch gesteuerten Einschr\u00e4nkungen schaffen konnte, arbeitete Alfred Schnittke (1934\u20131998) jahrzehntelang unter der Repression des sowjetischen Komponistenverbandes. Ab Mitte der Sechzigerjahre stiess sein Werk im Westen auf zunehmende Resonanz. <\/p>\n<p> Aufschlussreiche Einblicke in die Entwicklung und die stilistische Mehrseitigkeit der beiden bieten ihre Werke f\u00fcr Violine und Klavier; sie umspannen bei Schnittke und Rautavaara vier Jahrzehnte. <\/p>\n<p> Einojuhani Rautavaara, hervorgetreten durch 9 Opern, 8 Sinfonien, 12 Solokonzerte, Vokalwerke, Kammer- und Klaviermusik, geh\u00f6rt mit Joonas Kokkonen, Aulis Sallinen und Sven Einar Englund zur prominenten alten Garde der finnischen Komponisten nach Sibelius. Er sei geehrt und \u00fcberrascht, sagte Rautavaara, wenn jemand in seinen Kompositionen etwas Lohnendes finde. \u00abAber, so unmoralisch es sein mag, grunds\u00e4tzlich schreibe ich meine Musik f\u00fcr mich und niemand anderen. Ich ben\u00f6tige sie, um mein eigenes Universum zu bauen.\u00bb <\/p>\n<p> Sein klingendes Universum, jenes nach den k\u00fcnstlerischen Anf\u00e4ngen geschaffene, schliesst dichte Atmosph\u00e4re und ausgepr\u00e4gte Kontraste in sich, wirkt auch im Klangvolumen nie protzig, ist von deskriptiver und lyrischer Qualit\u00e4t, eine sensible Musik, versponnen, verhalten, br\u00fcchig, sch\u00fcchtern, wie ein Selbstgespr\u00e4ch wirkend. Beispiel: \u00abLost Landscapes\u00bb (2005), eine Auftragskomposition von Midori, eine Ersteinspielung wie auch \u00abSummer Thoughts\u00bb (1972\/2008), \u00abApril Lines\u00bb (1970\/2006) und \u00abDithyrambos\u00bb (1970). Das letztere sowie die ebenfalls virtuosen \u00abVari\u00e9tude\u00bb f\u00fcr Solovioline (1974) und \u00abNotturno e Danza\u00bb (1993) sind Wettbewerbsst\u00fccke f\u00fcr den Sibelius Competition. <\/p>\n<p> Aparte Zugabe: Sein ber\u00fchmtestes Klavierwerk, \u00abPelimannit\u00bb (Die Fiedler) von 1952, basiert auf dem traditionellen Volkstanz Polska, gegeigt von einem Spielmann (pelimanni). Pekka Kuusisto stellt die sechs originalen T\u00e4nze jeweils den fantasie- und effektvoll stilisierten Klaviers\u00e4tzen voran. Gemeinsam mit dem Pianisten Paavali Jumppanen ist dem Violinisten eine differenzierte Rautavaara-Hommage von beeindruckender Ausstrahlung zu verdanken. <\/p>\n<p> <strong>Alfred Schnittke<\/strong><\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/schni16911.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Vielseitig ist auch Schnittkes Werkkatalog; er umfasst 3 Opern, 2 Ballette, eine grosse Anzahl an Filmmusiken, konzertante und sinfonische Kompositionen, darunter 10 Sinfonien, Kammer- und Klaviermusik. Seine vier Violin-Klavier-Sonaten, vier Entwicklungsstadien des K\u00fcnstlers entstammend, k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein. <\/p>\n<p> W\u00e4hrend die zweis\u00e4tzige Sonate (1955) des 21-j\u00e4hrigen Studenten mit ihrer fliessenden Melodik und tonalen Verwurzelung an die Romantik ankn\u00fcpft (das fr\u00fche Werk wurde erst nach dem Tod des Komponisten entdeckt), baut die 1. Sonate (1963), beeinflusst durch Schostakowitsch und Strawinsky, undogmatisch auf serielle und dodekaphonische Techniken, nimmt ein durch expressive Kantilenen, rhythmische Energie, Witz und Ironie.<\/p>\n<p> Aufgebrochene Faktur mit vielen Generalpausen, Konfrontation des Streichinstruments mit dem perkussiven Charakter des Klaviers, fragmentierter Satz und leidenschaftliche Gesten kennzeichnen die 2. Sonate (1968). Die Kunst der Auslassung, leichtf\u00fcssiges Spiel der Andeutungen, der interagierenden Partner, introvertierte Intensit\u00e4t pr\u00e4gen die 3. Violinsonate (1994). <\/p>\n<p> Die profilierten Interpreten aus den USA, Carolyn Huebl und Mark Wait, erschliessen mit bruchlosem Duospiel, n\u00fcancierter Technik und emotionaler Gestaltungskraft die Werke \u2013 jedes eine Welt f\u00fcr sich. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Einojuhani Rautavaara: Summer Thoughts. Works for Violin and Piano. Pekka Kuusisto, Violine, Paavali Jumppanen, Klavier. (Ondine ODE 1177-2; 71\u2019. Booklet engl.\/finn.) <\/p>\n<p> Alfred Schnittke: Complete Violin Sonatas. Carolyn Huebl, Violine, Mark Wait, Klavier. (Naxos 8.570978; 69\u2019. Beiblatt engl.) <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.10.2011 &#8212; Sie m\u00f6gen in ihrer Biografie, den zeitbedingten Hintergr\u00fcnden und in ihrem Schaffen noch so verschieden sein \u2013 gemeinsam&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1086"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}