{"id":1090,"date":"2014-01-13T11:22:35","date_gmt":"2014-01-13T11:22:35","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/villa-lobos-conducts-villa-lobos\/"},"modified":"2014-01-13T11:22:35","modified_gmt":"2014-01-13T11:22:35","slug":"villa-lobos-conducts-villa-lobos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/villa-lobos-conducts-villa-lobos\/","title":{"rendered":"Villa-Lobos conducts Villa-Lobos"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/lob61211.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>06.12.2011 &#8212; In Brasilien war er verwurzelt, in Paris lernte er den Geist der neuen Zeit kennen. Als Br\u00fcckenbauer zwischen den Traditionen seiner Heimat und der europ\u00e4ischen Kunstmusik entwickelte Heitor Villa-Lobos (1887\u20131959) seinen ureigenen Stil, befruchtet durch die Volksmusik aus verschiedenen brasilianischen Provinzen und die Techniken abendl\u00e4ndischer Musik vom Barock Bachs bis zur Moderne der Groupe des Six und Strawinskys. <\/p>\n<p> In der Seine-Metropole, wo er 1923 und von 1927 bis 1930 gearbeitet hatte, ins kulturelle Leben eingetaucht und mit seinen folkloristischen Kompositionen auf zunehmende Beachtung gestossen war, bot ihm das Label Path\u00e9 Records in den F\u00fcnfzigerjahren an, eine Auswahl eigener Kompositionen unter seiner Leitung einzuspielen. Die 1954 begonnenen und 1958, ein Jahr vor Villa-Lobos\u2019 Tod, abgeschlossenen Mono-Aufnahmen hat EMI Classics digital aufbereitet und in einer sechs CDs enthaltenden Box zusammengefasst. <\/p>\n<p> Selbstredend \u00f6ffnen die knapp zwei Dutzend Werke nur einen Spalt zum Universum \u2013 Villa-Lobos hinterliess \u00fcber 1000 Kompositionen, darunter eine Vielzahl an B\u00fchnen-, Vokal- und Chorwerken, Kammer-, Klavier-, Gitarrenmusik und zw\u00f6lf Sinfonien \u2013, doch formen sie ein charakteristisches Portr\u00e4t des Meisters, der sich die Kunst des Komponierens im Wesentlichen autodidaktisch erworben hat. Und wie Hindemith beherrschte er das Spiel auf allen Orchesterinstrumenten (ausgenommen die Oboe), zudem war er ein profilierter Pianist und Gitarrist. <\/p>\n<p> Den Schwerpunkt bildet die Gesamtaufnahme der neun Bachianas Brasileiras (1930\u20131945), lebensvoll farbenkr\u00e4ftige Musik f\u00fcr verschiedene Besetzungen, in der Villa-Lobos polyphone und improvisatorische Elemente des Bach-Erbes mit brasilianischer Volksmusik zu vitaler Synthese formte. <\/p>\n<p> Seine differenzierte Kunst der Instrumentation, sein ungezwungen anmutender Umgang mit dem kantablen melodischen Material, die rhythmische Energie, die folkloristischen und die impressionistischen Merkmale, die F\u00fclle der Einf\u00e4lle pr\u00e4gen, um nur diese zu nennen, auch die sechs (von insgesamt 17) Ch\u00f4ros \u2013 in einer Aufnahme aus dem Jahr 1958 \u00e4ussert sich Villa-Lobos zum Thema \u00abQu\u2019est-ce qu\u2019un Ch\u00f4ros?\u00bb \u2013, die vier Suiten von \u00abDescobrimento do Brasil\u00bb, die 4. Sinfonie und das 5. Klavierkonzert. <\/p>\n<p> Im mageren englischsprachigen Booklet stolpert man \u00fcber die den Werktiteln beigegebenen Jahreszahlen; sie betreffen jeweils die Erstver\u00f6ffentlichung auf LP in den F\u00fcnfzigerjahren. Logisch und hilfreicher w\u00e4ren an dieser Stelle die Daten der Komposition bzw. Notenpublikation. <\/p>\n<p> Trotz digitaler \u00dcberarbeitung eignet den Einspielungen der \u00fcppig besetzten und ausladend instrumentierten Werke (andere sind kammermusikalischen Charakters) eine akustische Kompaktheit, die mehr das Summarische als das Differenzierende betont. Nicht hoch genug einzusch\u00e4tzen indes ist der authentische Charakter der Interpretationen: wertvolle Dokumente eines universellen Geistes, eines der Grossen lateinamerikanischer Musik. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Villa-Lobos conducts Villa-Lobos. \u2013 Bachianas Brasileiras; Ch\u00f4ros; Descobrimento do Brasil; Invoca\u00e7\u00e3o em defensa da Patria; Momoprecoce; Klavierkonzert Nr. 5; Sinfonie Nr. 4. \u2013 Maria Kareska, Victoria de los Angeles (Sopran); Fernand Dufrene (Fl\u00f6te); Maurice Cliquennois (Klarinette); Ren\u00e9 Plessier (Fagott); Henri Bronschwak (Violine), Fernan Benedetti, Jacques Neilz (Cello); Aline Van Barentzen, Manoel Braune, Magda Tagliaferro, Felicia Blumental (Klavier); Chorale des Jeunes Musicales de France; Ch\u0153urs et Orchestre National de la Radiodiffusion Fran\u00e7aise. Leitung: Heitor Villa-Lobos. (Mono-Einspielungen aus den Jahren 1954 bis 1958. EMI Classics 28202 2; 6 CDs; 427\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.12.2011 &#8212; In Brasilien war er verwurzelt, in Paris lernte er den Geist der neuen Zeit kennen. 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