{"id":1093,"date":"2014-01-13T11:24:07","date_gmt":"2014-01-13T11:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/jose-marins-tonos-humanos\/"},"modified":"2014-01-13T11:24:07","modified_gmt":"2014-01-13T11:24:07","slug":"jose-marins-tonos-humanos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/jose-marins-tonos-humanos\/","title":{"rendered":"Jos\u00e9 Marins \u00abTonos humanos\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/123101marin.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>03.02.2012 &#8212; In den letzten Jahren ist mit Blick auf die Musik der Vorklassik ein verst\u00e4rktes Interesse an einem Instrument zu beobachten, das sonst eher mit franz\u00f6sischem Impressionismus oder lateinamerikanischen Strassenmusikern assoziiert wird. Da gibt&#8217;s dann auch Gewagtes. Als mutig zu bezeichnen ist etwa eine Interpretation von Bachs Goldberg-Variationen der walisischen Harfenistin Catrin Finch (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=537\">Rezension<\/a>). Neueren Datums ist eine Aufnahme der Geigerin Lara St. John und der Harfenistin Marie-Pierre Langlamet der Violinsonaten des Thomaskantors mit der Harfe statt des Cembalos als Continuo-Instrument (auf dem Label Ancalagon).<\/p>\n<p> Angesichts solcher Adaptionen k\u00f6nnte in den Hintergrund gedr\u00e4ngt werden, dass im Barockzeitalter interessante Originalliteratur f\u00fcr das Zupfinstrument geschrieben worden ist. F\u00fcr die spanische \u00abArpa de dos \u00f3rdenes\u00bb etwa \u2013 in ihr sind die Saiten so \u00fcbers Kreuz angeordnet, dass der Spieler sich in allen Tonarten bewegen kann \u2013 existiert in Form der Sammlung \u00abLuz y Norte\u00bb von Lucas Ruiz de Ribayaz (1626 bis 1677) eigene Literatur. <\/p>\n<p> Eine konzeptionell und k\u00fcnstlerisch rundum gelungene Zusammenarbeit pflegen der spanische Barockharfenist Manuel Vilas und der schweizerisch-spanische Tenor Felix Rienth. Auf Anregung von Vilas haben sie sich eines hierzulande kaum bekannten Liederzyklus \u2013 den \u00abTonos humanos\u00bb \u2013 des Anfang 17. Jahrhunderts geborenen spanischen Priesters und Tenors Jos\u00e9 Marin angenommen. Marin wurde laut den wenigen vorhandenen biografischen Angaben nach dem Dreissigj\u00e4hrigen Krieg als mutmasslicher Raubm\u00f6rder gefoltert, exkommuniziert und auf die Galeere verbannt. Von dort gelang im die Flucht, er starb 1699 im f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse biblischen Alter von achtzig Jahren. <\/p>\n<p> \u00abTonos humanos\u00bb umfasst 51 Lieder und ist in Cambridge in einem sogenannten \u00abFitzwilliam\u00bb-Manuskript vollst\u00e4ndig dokumentiert. Vilas und Rienth haben daraus 18 Lieder im Kammermusikstil ausgew\u00e4hlt, die der urspr\u00fcnglichen Absicht Marins nach mit Gitarre oder Harfe begleitet werden k\u00f6nnen.<br \/> Harfen sind allerdings schwer aufzunehmende Instrumente. Um ihr Klangbouquet entfalten zu k\u00f6nnen, ist Hall n\u00f6tig, der die stark resonierenden B\u00e4sse dann aber zum Wummern bringt. Eine ideale L\u00f6sung finden auch Rienth und Vilas nicht, aber zumindest einen guten Kompromiss: Die Mittellagen erklingen hell und klar konturiert, und auch der Stimme des Tenors wird Luft verschafft. <br \/> Mit t\u00e4nzerischer Eleganz und erfrischend unpr\u00e4tenti\u00f6sem Erz\u00e4hlton pr\u00e4sentiert der S\u00e4nger die vornehmlich amour\u00f6sen Leidenschaften der \u00abTonos humanos\u00bb. Zu bedauern ist bloss, dass im Booklet zwar die Liedtexte im spanischen Original abgedruckt sind, aber dazu keine deutsche \u00dcbersetzung mitgeliefert wird. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Jose Marin: Tonos humanos. Felix Rienth (Tenor), Manuel Vilas (Arpa de dos \u00f3rdenes), Edition La ma de guido\/Harmonia Mundi, Best.-Nr. LMG2101<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.02.2012 &#8212; In den letzten Jahren ist mit Blick auf die Musik der Vorklassik ein verst\u00e4rktes Interesse an einem Instrument&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1093","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1093\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}