{"id":1094,"date":"2014-01-13T11:24:36","date_gmt":"2014-01-13T11:24:36","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vokalmusik-von-penalosa-und-sweelinck\/"},"modified":"2014-01-13T11:24:36","modified_gmt":"2014-01-13T11:24:36","slug":"vokalmusik-von-penalosa-und-sweelinck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vokalmusik-von-penalosa-und-sweelinck\/","title":{"rendered":"Vokalmusik von Pe\u00f1alosa und Sweelinck"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/pen7212.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>10.02.2012 &#8212; Er z\u00e4hlt nicht zu den bekanntesten Komponisten der Renaissance, doch kommt seinem Schaffen Rang und Individualit\u00e4t zu. Francisco de Pe\u00f1alosa (um 1470\u20131528), dessen Ausbildung im Dunkeln liegt, verschmolz experimentierfreudig und technisch meisterlich Elemente der weichen Klanglichkeit und Klangsinnlichkeit seiner Heimat mit dem strengen franko-fl\u00e4mischen Kontrapunkt Ockeghems und Josquins, dem Zeitgenossen des Spaniers. <\/p>\n<p> Als S\u00e4nger war Francisco de Pe\u00f1alosa hochber\u00fchmt, Kompositionen aus seiner Hand wurden 1510\/11 in Sevilla kopiert, waren auf der Iberischen Halbinsel weit verbreitet, lagen jedoch erst nach seinem Tod gedruckt vor. Pe\u00f1alosa (sein Vater war Gardekommandant bei Kolumbus\u2019 zweiter Reise in die Neue Welt) entfaltete eine glanzvolle Karriere als Mitglied der Hofkapelle K\u00f6nig Ferdinands des Katholischen, anschliessend an der Kathedrale von Sevilla (wo sich sein Grab befindet), ab 1511 als Kapellmeister des Infanten Don Fernando de Arag\u00f3n, eines Bruders Kaiser Karls V., und von 1517 bis 1521 in der Kapelle von Papst Leo X. <\/p>\n<p> Wohl nur in Teilen \u00fcberliefert ist sein Werk, darunter weltliche Kompositionen, Messen, Magnificat-Vertonungen und eine Reihe von Motetten und Hymnen \u00fcber die Passion Christi. Einen plastischen und ber\u00fchrenden Eindruck von Pe\u00f1alosas Kunstfertigkeit ist dem Ensemble Gilles Binchois (f\u00fcnf Vokalstimmen) und den Sacqueboutiers (vier alte Instrumente) unter der Leitung von Dominique Vellard zu verdanken. <\/p>\n<p> In einem \u00fcberlegt disponierten Programm bilden die f\u00fcnf Teile der Missa \u00abNunca fue pena mayor\u00bb die Pfeiler; dazwischen entfalten Motetten, ein Hymnus und instrumental realisierte St\u00fccke ihre eindr\u00fcckliche, durch die akustischen und aufnahmetechnischen Qualit\u00e4ten gest\u00fctzte Wirkung. Die Bezeichnung der Messe \u00fcbrigens basiert auf der adaptierten Melodie der weit verbreiteten weltlichen \u00abcanci\u00f3n\u00bb des Juan de Urrede \u00abNunca fue pena mayor\u00bb (Nie war gr\u00f6sseres Leid). <\/p>\n<p> <strong>Sweelinck: Cantiones Sacrae<\/strong><\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/swe7212.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Dem Gesualdo Consort Amsterdam und seinem Gr\u00fcnder und Leiter, dem Bassbariton Harry van der Kamp, sei Dank: Erstmals liegt nun Jan Pieterszoon Sweelincks Vokalwerk im Rahmen einer drei Teile umfassenden Gesamtver\u00f6ffentlichung auf CD vor. Erstaunlich die sp\u00e4te Ehre, die dem Vokalschaffen des Massst\u00e4be setzenden Niederl\u00e4nders \u2013 Sweelinck lebte von 1562 bis 1621 \u2013 zuteil wird. Bemerkenswert nicht zuletzt, wenn man an die breite Rezeption seines \u0152uvres f\u00fcr Tasteninstrumente denkt, sich auch erinnert, dass Sweelinck vor allem nachhaltige Ber\u00fchmtheit mit seinen \u00fcber 250 Vokalwerken erlangt hatte, im besonderen mit der Vertonung der Psalmen Davids (1604\u20131621), des Genfer Psalters. W\u00e4hrend die Vokalkompositionen zu Lebzeiten Sweelincks gedruckt wurden, sind die Instrumentalwerke nur in Abschriften seiner Sch\u00fcler \u00fcberliefert. <\/p>\n<p> Teil III des Sweelinck Monument enth\u00e4lt die f\u00fcnfstimmigen Cantiones Sacrae (1619) mit 37 Psalm-, Spruch-, Weihnachts- und Passionsmotetten, zudem eine Anzahl weiterer Motetten, vier Kanons und das f\u00fcnfteilige Te Deum. Aus der solistischen Besetzung der Stimmen (nur eine Motette ist achtstimmig) ergibt sich ein flexibles transparentes Klangbild, in dem die melodischen und die harmonischen Finessen der Partituren beleuchtet werden. Sweelincks Cantiones Sacrae in emotional reichen Interpretationen: ein klingendes Denkmal von bleibendem Wert. <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Francisco de Pe\u00f1alosa: Missa Nunca fue pena mayor. Ensemble Gilles Binchois. Les Sacqueboutiers. Leitung: Dominique Vellard. (Ausgezeichnetes Booklet, engl.\/ frz \/ dt.\/ span., lateinische Texte \u00fcbersetzt in die vier Sprachen. Glossa GCD 922305; 59\u2019) <\/p>\n<p> Jan Pieterszoon Sweelinck: Cantiones Sacrae. Teil III des Sweelinck Monument mit dem kompletten Vokalwerk. Gesualdo Consort Amsterdam. Bernard Winsemius, Orgel. Leitung: Harry van der Kamp. (Informationsreiches Booklet, engl.\/ frz \/ dt., lateinische Texte in englischer \u00dcbersetzung. Glossa GCD 922406; 2 CDs; 147\u2019) <br \/> Teil I der insgesamt 17 CDs umfassenden Sweelinck-Einspielung versammelt die weltlichen Werke \u2013 Chansons, Rimes, Madrigale \u2013, Teil II die 150 Psalmen des Genfer Psalters. In den Niederlanden vertrieben wird eine limitierte Ausgabe der CDs mit sechs B\u00fcchern in Holl\u00e4ndisch. Die Teile I und III sind f\u00fcr den internationalen Absatz mit Booklets ausgestattet. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.02.2012 &#8212; Er z\u00e4hlt nicht zu den bekanntesten Komponisten der Renaissance, doch kommt seinem Schaffen Rang und Individualit\u00e4t zu. 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