{"id":1096,"date":"2014-01-13T11:25:37","date_gmt":"2014-01-13T11:25:37","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/haendels-violinsonaten-mehrfach-beleuchtet\/"},"modified":"2014-01-13T11:25:37","modified_gmt":"2014-01-13T11:25:37","slug":"haendels-violinsonaten-mehrfach-beleuchtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/haendels-violinsonaten-mehrfach-beleuchtet\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndels Violinsonaten mehrfach beleuchtet"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/120307minasi.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>12.03.2012 &#8212; Aufnahmen \u2013 speziell \u00abGesamtaufnahmen\u00bb \u2013 von H\u00e4ndels Violinsonaten mit Basso continuo m\u00fcssen zun\u00e4chst ein Problem l\u00f6sen, das f\u00fcr viele barocke Werksammlungen typisch ist: Welche denn? Auf der sicheren Seite ist man mit den sechs Sonaten HWV 359a, 364, 361, und 371. Ob die Sonate 358 wirklich f\u00fcr Violine geschrieben ist, daf\u00fcr sollte man nicht die Hand ins Feuer legen. Von H\u00e4ndel gibt\u2019s keine Instrumentenangabe, der Tonumfang (in der H\u00f6he) legt die Violine nahe. Dann sind da noch die Sonaten HWV 368, 370 372 und 373, die heute anderen Meistern zugeschrieben werden, nichts desto trotz aber von hohem musikalischem Geschmack zeugen.<\/p>\n<p> Hat eine Geigerin, ein Violinist sich da mal festgelegt, kommt bereits die n\u00e4chste Herausforderung. Wie spielt man diese Musik denn? Wie frei? Wie grossz\u00fcgig verziert? Da ist sicheres \u00e4sthetisches Formgef\u00fchl gefragt. Auf neueren Aufnahmen gibt\u2019s denn auch unterschiedliche Antworten.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/120307daskalakis.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Daf\u00fcr gibt\u2019s Freir\u00e4ume, die Interpretationen der Sonaten von Bach oder der \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen unter den italienischen Meistern nicht offen lassen, weil sie schon zu oft geh\u00f6rt worden sind und gegen festgefahrene H\u00f6rerwartungen angestrichen werden muss. Wie weit man in Sachen H\u00e4ndel den Bogen spannen kann, zeigen drei neuere Einspielungen. Die griechisch-amerikanische Geigerin Ariadne Daskalakis mit Wohnsitz in K\u00f6ln, die unter anderem an der Juilliard School und der Hochschule der K\u00fcnste Berlin studiert hat, entscheidet sich f\u00fcr einen vergleichsweise zur\u00fcckhaltenden, eher noblen Ansatz.<\/p>\n<p> Damit hebt sie sich wohltuend ab von den in der Wiedergabe von Barockmusik zur Zeit modischen Scharfkantigkeit und Mikromodellierung in Klang und Phrasierung. Daskalakis besetzt den Basso continuo denn auch konventionell mit Viola da Gamba (Rainer Zipperling) und Cembalo (Gerald Hambitzer). Man mag da wenig \u00dcberraschendes h\u00f6ren, auf exzellentem Niveau wird da aber zweifellos musiziert.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/120307schroeder.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Julia Schr\u00f6der, die popul\u00e4re Konzertmeisterin des Kammerorchester Basel, und der italienische Geiger Riccardo Minasi erg\u00e4nzen die Basisbesetzung des B.c. mit Laute, Minasi gar mit Theorbe und Barockgitarre, was das Klangbild mediterraner einf\u00e4rbt \u2013 durchaus passend, h\u00f6rt man da doch auch Einfl\u00fcsse aus H\u00e4ndels Italienreisen mit. Minasi kultiviert einen glutvollen, leidenschaftlichen Klang und scheut sich nicht vor reichem, s\u00e4ngerisch anmutendem Zierwerk, der vor allem die langsamen S\u00e4tzen mit dem Atem einer Vokaldarbietung erf\u00fcllt. H\u00e4ndel in mediterranem Licht. <\/p>\n<p> Julia Schr\u00f6der schliesslich zeigt exemplarisch, wie undogmatisch man mit historisch informierten Spieltechniken umgehen kann und wie sich historisierende und moderne Spielweisen zu einem stimmigen Ganzen f\u00fcgen lassen. Mit warmem und fallweise vibratolosem Spiel oder rhythmischer Feinstrukturierung gestaltet sie nicht minder diffferenziert und expressiv, aber mit einem objektiveren und etwas distanzierteren Gestus als Minasi. Man hat die Qual der Wahl. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Handel Complete Sonatas. Ariadne Daskalakis (Violine), Ensemble Vintage K\u00f6ln, Naxos, Best.-Nr. 8.572245.<br \/> Handel Violin Sonatas. Riccardo Minasi (Violine), Musica Antiqua Roma. Deutsche Harmonia Mundi, Best.-Nr. 886 9770 5312<br \/> H\u00e4ndel Violin Sonatas. Julia Schr\u00f6der (Violine), Giorgio Paronuzzi (Cembalo), Daniele Caminiti (Lauten), Christoph Dangel (Violoncello). Deutsche Harmonia Mundi, Best.-Nr. 886 9788 5782<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.03.2012 &#8212; Aufnahmen \u2013 speziell \u00abGesamtaufnahmen\u00bb \u2013 von H\u00e4ndels Violinsonaten mit Basso continuo m\u00fcssen zun\u00e4chst ein Problem l\u00f6sen, das f\u00fcr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1096"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1096\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}