{"id":1097,"date":"2014-01-13T11:26:06","date_gmt":"2014-01-13T11:26:06","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vaughan-williams-the-nine-symphonies\/"},"modified":"2014-01-13T11:26:06","modified_gmt":"2014-01-13T11:26:06","slug":"vaughan-williams-the-nine-symphonies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vaughan-williams-the-nine-symphonies\/","title":{"rendered":"Vaughan Williams: The Nine Symphonies"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/vw24412.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>30.04.2012 &#8212; Ihre Titel \u2013 A Sea Symphony, A London Symphony, A Pastoral Symphony, Sinfonia antartica \u2013 lassen es erkennen: Ralph Vaughan Williams (1872\u20131958) inspirierte sich durch aussermusikalische Vorstellungen, Bilder, Ereignisse, pers\u00f6nliche Erfahrungen. Den weiteren seiner insgesamt neun grossen sinfonischen Werke hat der Brite keine Bezeichnungen beigegeben (was die Vermutung nicht ausschliesst, dass er jeweils ein bestimmtes Programm im Kopf hatte), doch sind sie alle von stimmungsdichter plastischer Faktur, von farbenreichem Gestus und epischer Intensit\u00e4t erf\u00fcllt. Diese Qualit\u00e4ten, dazu die Verankerung seiner Musik im behutsam erweiterten sp\u00e4tromantischen tonalen System haben Vaughan Williams zu anhaltender Popularit\u00e4t in seiner Heimat verholfen: Seine 6. Sinfonie erfuhr innerhalb von zwei Jahren hundert Auff\u00fchrungen. In den Konzerts\u00e4len des Kontinents dagegen ist er ein seltener Gast; hin und wieder erklingt die effektvolle \u00abFantasia on a Theme by Thomas Tallis\u00bb f\u00fcr Streichorchester. <\/p>\n<p> Dem Poeten unter den britischen Sinfonikern, der auch Opern, Ballette, Klavier-, Kammer- und Chormusik, Liederzyklen und Filmmusiken schuf, widmet EMI Classics in der Serie \u00abBritish Composers\u00bb eine Box mit den neun Sinfonien. Die nun digital aufbereiteten Einspielungen der zwischen 1909 und 1958 entstandenen Werke leitete Adrian Boult, der die Sinfonien 4 und 6 zur Urauff\u00fchrung gebracht hatte und mit Sargent und Barbirolli als kenntnisreichster Anwalt von Vaughan Williams\u2019 \u0152uvre gilt. Mit dem London Philharmonic Orchestra und dessen Chor, dem New Philharmonia Orchestra und renommierten Vokalsolisten realisierte Boult in den Jahren 1967 bis 1969 sowie 1971 exemplarische Deutungen in seiner zweiten Gesamteinspielung. <\/p>\n<p> Vaughan Williams, der in London bei den Komponisten Hubert Parry und Charles Villiers Stanford studiert und als Organist und Sammler von britischen Volksliedern gewirkt hatte, mit Gustav Holst befreundet war, die englische Musik der Renaissance hoch sch\u00e4tzte und weiteren Unterricht bei Max Bruch in Berlin und Maurice Ravel in Paris genoss, verarbeitete vielerlei Anregungen in seinem Schaffen. Er trug pastos bis bombastisch auf, liebte die Opulenz von Blech und Schlagzeug, volumin\u00f6se Streicherch\u00f6re, das nervig Abrupte, andrerseits auch das Feinziselierte, das kunstvoll Reduzierte \u2013 er goss Altes gekonnt in neue Schl\u00e4uche, so beispielsweise in der Sinfonia antartica, in der er das Material seiner Musik f\u00fcr den Film \u00abScott of the Antarctic\u00bb verarbeitete. <\/p>\n<p> Vaughan Williams erweist sich als ernster und eigenwilliger Meister der stilistischen Vielfalt, der formalen Gestaltung vom thematischen Kerngedanken bis zum satz-, zum werk\u00fcbergreifenden Aufbau, als Meister auch der Instrumentationskunst, deren Finessen immer aufs Neue \u00fcberraschen. Ebenfalls typisch: Die meisten Finals\u00e4tze enden nicht im Auftrumpfen, sie verd\u00e4mmern im Pianissimo. <\/p>\n<p> Grundthemen seines Schaffens, die sich auch in den Sinfonien widerspiegeln und dank Titeln und vertonten Texten erschliessen (die Sea Symphony ist eine monumentale Kantate auf Worte von Walt Whitman), sind die Beziehung des Menschen zur Natur (1., 3. und 7. Sinfonie) und des Menschen Gef\u00e4hrdung durch Krieg (3. und 6. Sinfonie) und durch soziale Umw\u00e4lzungen (2. Sinfonie). \u2013 Ralph Vaughan Williams, ein unverwechselbarer, der Tradition und humanistischen Idealen verpflichteter Sinfoniker des 20. Jahrhunderts. <\/p>\n<p> Bescheidener Aufwand f\u00fcr das Booklet: 2 der 20 Seiten werben \u00fcberfl\u00fcssigerweise f\u00fcr die Einzel-CDs der vorliegenden Serie, daf\u00fcr haben weder der in der Sea Symphony vertonte Text noch eine Foto des Komponisten Aufnahme gefunden. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Ralph Vaughan Williams: The Nine Symphonies. Sheila Armstrong, Norma Burrowes, Dame Margaret Price (Sopran), John Carol Case (Bariton). London Philharmonic Orchestra &amp; Choir. New Philharmonia Orchestra. Leitung: Sir Adrian Boult. (EMI Classics 50999 0 87484 2 3; 5 CDs ADD)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.04.2012 &#8212; Ihre Titel \u2013 A Sea Symphony, A London Symphony, A Pastoral Symphony, Sinfonia antartica \u2013 lassen es erkennen:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1097","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1097\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}