{"id":1098,"date":"2014-01-13T11:26:48","date_gmt":"2014-01-13T11:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/bach-violinsonaten-mit-harfe-als-continuo\/"},"modified":"2014-01-13T11:26:48","modified_gmt":"2014-01-13T11:26:48","slug":"bach-violinsonaten-mit-harfe-als-continuo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/bach-violinsonaten-mit-harfe-als-continuo\/","title":{"rendered":"Bach-Violinsonaten mit Harfe als Continuo"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/120605stjohn.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>06.06.2012 &#8212; Bach-Sonaten mit Harfe als Continuo-Instrument. H\u00f6rt man ja nicht gerade alle Tage. Obwohl die Harfe durchaus auch ein Barockinstrument ist und mit Gewinn als Alternative zum Cembalo oder der Laute eingesetzt werden kann. Wie man das \u00abhistorisch-informiert\u00bb tun kann, demonstrieren etwa der Tenor Felix Rienth und der Barockharfenist Manuel Vilas (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=751\">Rezension<\/a>). Die Geigerin Lara St.John und die Harfenistin Marie-Pierre Langlamet legen nun eben ein Album mit Bachsonaten in dieser Besetzung vor. <\/p>\n<p> Es finden sich darauf die Violinsonaten Nr. 1 in h-Moll BWV 1014 und Nr. 3 in E-Dur BWV 1016 sowie die Fl\u00f6tensonaten BWV 1020, 1030 und das Siciliano aus BWV 103 mit teils unklarer Zuweisung an den Komponisten. Es geht den beiden offenbar um die musikalische Substanz und nicht um besetzungstechnische Orthodoxie oder gesicherte Autorschaft \u2013 in Sachen barocker Kammermusik sind solche fixe Werkbegriffe eh\u2019 schwer durchzuhalten. <\/p>\n<p> In der Interpretation der beiden Musikerinnen t\u00f6nt Bach \u00fcberraschend galant und intim-poetisch und damit eher quer zu g\u00e4ngigen Mustern des historisch-informierten Musizierens, das sich bem\u00fcht, Barockmusik m\u00f6glichst prall, frech und kantig t\u00f6nen zu lassen, um sie dem vom grossen klassisch-romantischen Orchester verw\u00f6hnten Publikum anzudienen. <\/p>\n<p> Dabei hat die Harfe, verglichen mit dem Cembalo, weitaus differenziertere M\u00f6glichkeiten des Anschlages (respektive -zupfens) und ein transparenteres Klangbild. Damit spielt Marie-Pierre Langlamet, die auch schon als stellvertretende Soloharfenistin des Orchesters der New Yorker Met amtete, souver\u00e4n und geschmackssicher. Lara St.John bringt ihre Geige fein, fast fl\u00f6ten\u00e4hnlich zum Singen. Beinahe w\u00e4hnt man sich im empfindsamen Salon, in dem die Bachs\u00f6hne \u2013 allen voran Carl Philipp Emanuel \u2013 Heimat fanden. Bachs Musik wirkt da, f\u00fcr seine Zeit, schon fast avantgardistisch.<\/p>\n<p> Erschienen ist das Album auf Lara St. Johns eigenem Label Ancalagon. Die profilierte K\u00fcnstlerin steht damit f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis einer neuen Generation von Geigerinnen \u2013 dazu geh\u00f6ren etwa auch Hilary Hahn oder Patricia Kopatchinskaja \u2013 die sich nicht mehr bloss widerstandslos in die Routine des globalen Konzertzirkusses einf\u00fcgen wollen und ihre eigenen \u00c4sthetiken entwickeln. Das ist gut so. <\/p>\n<p> Das Cover der CD ist \u00fcbrigens auch nicht von schlechten Eltern. Statt der grassierenden 0815-PR-Werbefotografie im Luxusmarkenstil ein Bild, das vielf\u00e4ltige Assoziationen weckt und auch der Musik etwas Geheimnisvolles und Hintergr\u00fcndiges zu geben scheint. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Bach Sonatas. Lara St.John (Violine), Marie-Pierre Langlamet (Harfe). Ancalagon, ANC 139. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.06.2012 &#8212; Bach-Sonaten mit Harfe als Continuo-Instrument. H\u00f6rt man ja nicht gerade alle Tage. 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