{"id":1099,"date":"2014-01-13T11:27:19","date_gmt":"2014-01-13T11:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/hummel-beethoven-leimer-klavierkonzerte\/"},"modified":"2014-01-13T11:27:19","modified_gmt":"2014-01-13T11:27:19","slug":"hummel-beethoven-leimer-klavierkonzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/hummel-beethoven-leimer-klavierkonzerte\/","title":{"rendered":"Hummel \u2013 Beethoven \u2013 Leimer: Klavierkonzerte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/hummel27612.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>28.06.2012 &#8212; Beide waren sie bewunderte Klaviervirtuosen, beide hochgesch\u00e4tzte Komponisten, beide befreundet. Doch w\u00e4hrend Beethoven in den Olymp aufstieg, sank der um acht Jahre j\u00fcngere Johann Nepomuk Hummel (1778\u20131837) in den Halbschatten der Musiklexika. Zu Unrecht, denn seine das Schwergewicht eines vielseitigen \u0152uvres bildenden Klavierwerke, darunter Sonaten und Konzerte, sind kompositionsgeschichtlich von Bedeutung, weil sie nicht die spieltechnische Opulenz, die dramatische Stringenz und die orchestrale Wirkung des Klaviersatzes herausstellen, sondern \u2013 bei aller Virtuosit\u00e4t \u2013 dessen poetische Qualit\u00e4t und die Kunst der klanglichen N\u00fcancierung betonen. In ihrer Konsequenz erhellten weniger Beethovens als Hummels Klavierwerke die Inspiration der Romantiker. Mendelssohn war sein Sch\u00fcler, Schumann bewunderte Hummel, und die Auswirkungen auf Chopin sind ohrenf\u00e4llig. <\/p>\n<p> Ohrenf\u00e4llig etwa im Klavierkonzert a-Moll op. 85, das Hummel, ausgebildet durch Albrechtsberger, Salieri, Mozart und Haydn, um 1816 komponiert hat. Konstituierend sind nicht die straffe thematische Arbeit, die motivische Aufsplitterung, sondern die differenzierten Facetten des Klangs (auch im Orchesterpart), die Kantabilit\u00e4t, die fliessende Bewegung und die weitgespannte Melodielinie, die filigrane Ornamentik, die Einsch\u00fcbe in verhaltenem Tempo in den bewegten Ecks\u00e4tzen. <\/p>\n<p> All die technischen und musikalischen Anforderungen dieser Rarit\u00e4t bew\u00e4ltigt die \u00f6sterreichische Pianistin Ingrid Marsoner mit substanziellem \u00abjeu perl\u00e9\u00bb, transparenter Faktur, klar disponierter Artikulation, ausgefeilten \u00dcberg\u00e4ngen, vitaler Noblesse im Ausdruck und ansteckender Spielfreude \u2013 eine w\u00fcrdige Ehrenrettung eines noch immer untersch\u00e4tzten Br\u00fcckenbauers zwischen der klassischen und der fr\u00fchromantischen Epoche. <\/p>\n<p> Dass Ingrid Marsoner auch einem der popul\u00e4ren Konzerte Beethovens, dem in C-Dur op. 15, originelle Aspekte und ganz pers\u00f6nlich anmutende Grazie abzugewinnen versteht, ohne in Manierismen Zuflucht nehmen zu m\u00fcssen, unterstreicht ihren Rang als profilierte, organisch aus einer Mitte heraus gestaltende Interpretin. In ihrem Landsmann Thomas R\u00f6sner und dem Sinfonieorchester Biel (es setzt Holzfl\u00f6ten, Naturtrompeten, Naturpauken und Klassikb\u00f6gen ein) hat sie Partner, die ihre Intentionen mit Einsatz und Energie st\u00fctzen. <\/p>\n<p> <strong>Kurt Leimer<\/strong><\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/leimer27612.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Er konnte es m\u00fchelos mit allen Spitzenk\u00f6nnern seiner Gilde aufnehmen: Der fr\u00fch verstorbene deutsche Pianist Kurt Leimer (1920\u20131974) kannte dank ph\u00e4nomenaler Fingerfertigkeit keine handwerklichen H\u00fcrden, setzte die technische Meisterschaft mit ihrer Vielfalt an Anschlagsvaleurs und Klangfarben und ihrer rhythmischen Verve dabei stets in den Dienst des dichten musikalischen Ausdrucks, der vitalen, bis ins Detail transparenten und stilsicheren, nie auf Extravaganz setzenden Interpretation. <\/p>\n<p> Ausser einzelnen Solowerken f\u00fcr sein Instrument schuf Leimer vier Klavierkonzerte, deren zweites auf einer durch die Kurt-Leimer-Stiftung herausgegebenen CD mit Rachmaninows d-Moll-Klavierkonzert gekoppelt ist (eingespielt 1961). Sein sp\u00e4tromantisch verwurzeltes, modernere Elemente einflechtendes, \u00abMusik f\u00fcr Klavier und Orchester\u00bb betiteltes dreis\u00e4tziges Konzert geizt weder mit exzellenter Instrumentation, vertrackter, wirbliger, durchwegs unkompakter Pianistik noch mit Sinnlichkeit, Witz und Humor, Zitaten und Anlehnungen an Jazz, Prokofjew, Gershwin&#8230; Uraufgef\u00fchrt wurde es 1953 in Wien unter Karajan mit dem Komponisten am Fl\u00fcgel; die vorliegende Einspielung entstand 1968 in Lugano mit dem Dirigenten Leopold Stokowski. <\/p>\n<p> Beachtung verdient eine weitere CD der Leimer-Sonderedition mit Werken f\u00fcr Klavier solo. Sie enth\u00e4lt Bachs E-Dur-Suite, Beethovens letzte Sonate op. 111 und Brahms\u2019 Paganini-Variationen op. 35. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Johann Nepomuk Hummel: Klavierkonzert a-Moll op. 85. Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert C-Dur op. 15. Ingrid Marsoner, Klavier. Orchestre Symphonique Bienne. Leitung: Thomas R\u00f6sner. (Gramola 98938; 63\u2019) <\/p>\n<p> Sergei Rachmaninoff: Klavierkonzert Nr. 3, d-Moll op. 30. Pr\u00e9lude g-Moll op. 23 Nr. 5. Kurt Leimer: Klavierkonzert Nr. 2 \u2013 Musik f\u00fcr Klavier und Orchester. Kurt Leimer, Klavier. N\u00fcrnberger Symphoniker. Leitung: Zsolt Deaky. Orchestra della Radio della Svizzera Italiana. Leitung: Leopold Stokowski. (Colosseum Classics, Sonderedition Kurt Leimer COL 9205.2; 60\u2019) <\/p>\n<p> Bach: Suite E-Dur BWV 817. Beethoven: Klaviersonate c-Moll op. 111. Brahms: Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini op. 35. Kurt Leimer, Klavier.(Colosseum Classics, Sonderedition Kurt Leimer COL 9204.2; 58\u2019) <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.06.2012 &#8212; Beide waren sie bewunderte Klaviervirtuosen, beide hochgesch\u00e4tzte Komponisten, beide befreundet. 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