{"id":1104,"date":"2014-01-13T11:29:42","date_gmt":"2014-01-13T11:29:42","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/leonidas-kavakos-spielt-beethoven-sonaten\/"},"modified":"2014-01-13T11:29:42","modified_gmt":"2014-01-13T11:29:42","slug":"leonidas-kavakos-spielt-beethoven-sonaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/leonidas-kavakos-spielt-beethoven-sonaten\/","title":{"rendered":"Leonidas Kavakos spielt Beethoven-Sonaten"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130223kavakos.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>23.02.2013 &#8212; Man kann sich fragen, was einen vergleichsweise jungen Geiger (1967 geboren), der bislang nicht als Beethoven-Interpret hervorgetreten ist, dazu bringt, die Violinsonaten des Bonner Meisters gleich als Gesamteinspielung vorzulegen. Zweierlei d\u00fcrfte dabei eine Rolle spielen: Leonidas Kavakos hat letztes Jahr mit dem renommierten Label Decca einen Exklusivvertrag abgeschlossen und den Zyklus an den Salzburger Festspielen realisiert (weshalb?). Die Tripel-CD \u2013 eingespielt mit dem italienischen Pianisten Enrico Pace \u2013 ist die erste Frucht der Label-Partnerschaft. Da muss schon etwas mit Profil her. <\/p>\n<p> Ein gesamter Zyklus, ausgerechnet einer mit grenzensprengenden Beethoven-Werken, kann allerdings fast nur die Summe einer l\u00e4ngeren Auseinandersetzung mit der entsprechenden Form sein und exemplarische Konzeptionen exemplifizieren, wenn nicht ein wilder Junger (oder eine wilde Junge, Patricia Kopatchinskaja w\u00e4re so etwas vor einigen Jahren m\u00f6glicherweise zuzutrauen gewesen), eine freche, k\u00fchn-revolution\u00e4re Sicht entwerfen w\u00fcrde. Alle andern riskieren automatisch den Vergleich mit historischen Vorl\u00e4ufern, und der ist \u2013 gerade mit Blick auf Beethoven \u2013 nun wirklich hart. Man denke an Duos wie Kremer\/Argerich, Menuhin\/Kempff, Grumiaux\/Haskil, Busch\/Serkin, Szeryng\/Rubinstein, Kreisler\/Rupp etc., etc. <\/p>\n<p> Da entt\u00e4uscht Kavakos nun eher. H\u00f6rt man etwa in die Fr\u00fchlingssonate hinein, ist man erstaunt \u00fcber die recht farbenarme Wiedergabe, in welcher der Puls ab und zu (etwa in regelm\u00e4ssigen Achteln) wackelt, und die zahlreichen Sforzati in immer gleicher, mechanisch anmutender Art exerziert werden. Aufhorchen l\u00e4sst zwar der Flautando-Ton im Adagio, der aber \u00fcber die mangelnde expressive Detailarbeit nicht hinwegtr\u00f6sten kann. Auch \u00fcber das Rondo wird eher pauschal hinweggehuscht. <\/p>\n<p> Wir haben uns auch die Sonate op. 96 etwas genauer angeh\u00f6rt und die gleichen Probleme zu erkennen geglaubt. Der langsame Satz wird allerdings wie vieles anderes deutlich entromantisiert. Da k\u00f6nnte man die Vermutung hegen, dass es dem griechischen Violinisten um eine expressive Entschlackung der im 20. Jahrhundert als Ikonen der romantischen Interpretationskunst genutzten bis missbrauchten Sonaten gehen k\u00f6nnte. Dem steht allerdings ein \u00fcberaus empathischer Text von Kavakos im Booklet entgegen. Beethoven habe gef\u00fchlt, schreibt der Geiger, dass er diese Welt nicht verlassen k\u00f6nne, bevor er nicht erf\u00fcllt habe, was ihm anvertraut war. <\/p>\n<p> \u00abIndem er sein Kreuz trug\u00bb, so der Text weiter, \u00abr\u00fchrte der gewaltige, grimmige, unnachgiebige, unberechenbare, doch vor allem \u00fcberaus sensible Beethoven an neue Horizonte und erschloss sie der Menschheit\u00bb. Das t\u00f6nt nun wirklich nicht gerade nach emotionaler Distanz. M\u00f6ge die Auspr\u00e4gung seines Geschickes einen Aufruf zur Weiterentwicklung ausl\u00f6sen \u2013 die kompromisslose Bedingung f\u00fcr den Eintritt in eine neue \u00c4ra, endet der Text. Kavoakos sollte sich beim Wort nehmen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Beethoven Violin Sonatas. Leonidas Kavakos (Violine), Enrico Pace (Klavier). Tripel-CD, Decca Best.-Nr. 478 3523<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.02.2013 &#8212; Man kann sich fragen, was einen vergleichsweise jungen Geiger (1967 geboren), der bislang nicht als Beethoven-Interpret hervorgetreten ist,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1104\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}