{"id":1106,"date":"2014-01-13T11:30:36","date_gmt":"2014-01-13T11:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/jean-luc-darbellay-a-portrait\/"},"modified":"2014-01-13T11:30:36","modified_gmt":"2014-01-13T11:30:36","slug":"jean-luc-darbellay-a-portrait","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/jean-luc-darbellay-a-portrait\/","title":{"rendered":"Jean-Luc Darbellay: a portrait"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/darb1a.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>07.05.2013 &#8212; Als Komponist, Dirigent, Klarinettist, Organisator hat sich der Schweizer Jean-Luc Darbellay den Rang als markanter Musiker und vielseitiger Anreger, als Gr\u00fcnder von Ensembles, Festivals und Musikinstitutionen gesichert. <\/p>\n<p> Aussergew\u00f6hnlich, dass er nicht nur ein \u0152uvre von rund 250 Werken aller Gattungen vom Solost\u00fcck bis zur Chorsinfonik und Kammeroper schuf, sondern w\u00e4hrend \u00fcber drei Jahrzehnten in zwei anspruchsvollen Bereichen wirkte: der Tonkunst und der Heilkunst. In der ars musica wie in der ars medicina sei Intuition wichtig, sagt Darbellay. <\/p>\n<p> 1946 als Sohn eines musikliebenden Arztes aus dem Kanton Wallis in Bern geboren, wuchs er durch zwei Ausbildungsg\u00e4nge einerseits in den Beruf seines Vaters, dessen Berner Praxis er 1980 \u00fcbernahm, andrerseits in das Feld der Musik: Jean-Luc Darbellay studierte Klarinette, Dirigieren, Komposition (bei Edison Denissow, Crist\u00f3bal Halffter und Dimitri Terzakis), arbeitete mit Heinz Holliger und Klaus Huber zusammen und besuchte Seminare von Pierre Boulez. <\/p>\n<p> Er, Darbellay, habe beim Komponieren immer zuerst Bilder im Kopf, danach erst T\u00f6ne und Kl\u00e4nge. Die franz\u00f6sische Malerei ist ihm ebenso vertraut wie die franz\u00f6sische Musik, mit Paul Klee f\u00fchlt er sich eng verbunden, und als Fotograf h\u00e4lt Darbellay seine eigene Interpretation der Umwelt fest. <\/p>\n<p> Augensinn und Klangsinn: Anschauliche Farben, bildliche Elemente und Strukturen f\u00fcgt Darbellay, der seine erste g\u00fcltige Komposition als 35-J\u00e4hriger verfasste, in seinen Werken zu organisch wachsenden und sich zwanglos entwickelnden Formen, erf\u00fcllt sie mit Leben, Emotion, Tiefenwirkung. Kein Zufall, dass manches anklingt an Visuelles, an Aquarell, Federzeichnung, Gouache, \u00d6lgem\u00e4lde, Radierung, Holzschnitt. <\/p>\n<p> Intuition und Inspiration, sollen sie denn in k\u00fcnstlerische Bahnen gelenkt werden, bed\u00fcrfen der Disziplin und der Ordnung; Darbellays Kunst beruht nicht zuletzt darin, dass die intellektuelle Kontrolle der Nat\u00fcrlichkeit seiner Musik nicht abtr\u00e4glich ist. <\/p>\n<p> Das Doppel-CD-Album \u00abJean-Luc Darbellay: a portrait\u00bb (eine Koproduktion mit dem MDR) vermittelt in Texten, Fotos und Einspielungen von sechs Instrumentalwerken und dem gross angelegten und reich besetzten lateinischen Requiem f\u00fcr vier Vokalsolisten, acht- bis zw\u00f6lfstimmigen Chor und Orchester (2005) einen exemplarischen Einblick in verschiedene Aspekte von Darbellays Schaffen. <\/p>\n<p> Sein Interesse an ungew\u00f6hnlichen Instrumenten, an originellen Kombinationen der Klangk\u00f6rper ausserhalb der engen Gattungsgrenzen, am Ausforschen von Kl\u00e4ngen, Klangfarben, Klangr\u00e4umen und rhythmischen Modellen erweist sich in den 1999 bis 2001 entstandenen Kompositionen: vom Duo (\u00abChant d\u2019adieux\u00bb f\u00fcr Violine und Viola) \u00fcber Quartett (\u00abAzur\u00bb f\u00fcr vier H\u00f6rner; \u00abSozusagen\u00bb f\u00fcr Oboe, Viola, Fagott und Gitarre) und Quintett (\u00abShadows\u00bb f\u00fcr 5 Perkussionisten) bis zu Orchesterwerken (\u00abOyama\u00bb f\u00fcr grosses Orchester und \u00aba quattro\u00bb f\u00fcr Hornquartett und Orchester). <\/p>\n<p> Kennzeichnend f\u00fcr Darbellay ist \u2013 wie f\u00fcr viele seiner Komponistenkollegen \u2013 die enge Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch mit Interpreten, denen er instrumentengerechte Partituren von technisch hohem Anspruch anvertraut, so seinem Sohn, dem Hornisten Olivier Darbellay, und seiner Tochter, der S\u00e4ngerin und Violinistin No\u00eblle-Anne Darbellay. <\/p>\n<p> <strong>Grammont Portrait <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/darb2.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/> In einer weiteren CD, einer Koproduktion von Musiques Suisses \/ Grammont Portrait mit Schweizer Radio und Fernsehen, sind Tochter und Sohn Darbellay in sieben solistischen Auff\u00fchrungen zu h\u00f6ren, No\u00eblle-Anne Darbellay in \u00abB-a-c-h\u00bb f\u00fcr Solovioline, in \u00abSadia\u00bb und in \u00abIncident Room\u00bb f\u00fcr rezitierende und singende Geigerin, Olivier Darbellay in \u00abMana\u00bb f\u00fcr Horn und Orchester (mit dem Sinfonie Orchester Biel unter Thomas R\u00f6sner) und \u00abEin Garten f\u00fcr Orpheus\u00bb f\u00fcr Bassetthorn (Markus Niederhauser), Horn und Streichquartett, beide gemeinsam in \u00abAlani\u00bb f\u00fcr Violine, Horn und Klavier (Stefan Wirth). <\/p>\n<p> Unter des Komponisten Leitung eingespielt wurden neben dem von der gleichnamigen Federzeichnung Klees angeregten \u00abEin Garten f\u00fcr Orpheus\u00bb das Ensemblewerk \u00ab\u00e0 la recherche\u00bb f\u00fcr je zwei Blas- und Streichinstrumente, Klavier und Schlagzeug. Entstanden sind die acht Kompositionen dieser CD, die wie das Doppelalbum von einem aufschlussreichen illustrierten Booklet begleitet ist, zwischen 1994 und 2009. <\/p>\n<p> So innovativ und durchdacht Darbellays \u0152uvre ist, so offen bleibt es f\u00fcr mannigfaltige Eindr\u00fccke aus Natur und bildender Kunst. Unaufdringlich manifestiert sich dessen Bindung an die Tradition mit Ankl\u00e4ngen an die Geschichte der Musik; dies nicht im Sinn einengender Zitate, vielmehr reflektiert als sanft fliessender unterschwelliger Strom. Was aus Kernzellen w\u00e4chst, sich filigran entfaltet, durch Lieget\u00f6ne gest\u00fctzt sich verdichtet, mit grossem Atem aufgebaut ist, in der Stille verhallt, in flirrenden Kl\u00e4ngen und Konflikten sich eruptiv entl\u00e4dt: es vereint Gegenw\u00e4rtiges mit Vergangenem. <\/p>\n<p> Die Anerkennung, die Jean-Luc Darbellays Schaffen zuteil wird, erweist sich in regelm\u00e4ssigen internationalen Auff\u00fchrungen durch renommierte Orchester, Dirigenten, Solisten und Ensembles sowie in Werkpreisen und Auszeichnungen; 2005 wurde Darbellay zum \u00abChevalier dans l\u2019Ordre des Arts et des Lettres\u00bb des franz\u00f6sischen Staates ernannt. <\/p>\n<p> 2011 \u00fcbergab Darbellay sein pers\u00f6nliches Archiv, darunter ein Teil der Originalmanuskripte seiner Werke, der Mediathek Wallis in Sion. Aus diesem Anlass wurde die Publikation \u00abNotes biographiques et Liste des \u0153uvres conserv\u00e9es \u00e0 la M\u00e9diath\u00e8que Valais\u00bb geschaffen, die ein Inventar des Fonds vorlegt und eine Reihe von Portr\u00e4ts des Komponisten sowie rund 40 Illustrationen (Plakate, Konzertprogramme, Partiturbeispiele) enth\u00e4lt. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Jean-Luc Darbellay: a portrait. Oyama; Azur; Shadows; Sozusagen; Chant d\u2019adieux; a quattro. Requiem. \u2013 MDR Sinfonieorchester; Leitung: Fabio Luisi. MDR Rundfunkchor. Julie Kaufmann, Sopran; Iris Vermillon, Alt; Christoph Genz, Tenor; Markus Marquardt, Bariton. Leipziger Hornquartett. Leipziger Schlagzeugensemble. Ensemble Sortisatio. Andreas Hartmann, Violine; Matthias Sannem\u00fcller, Viola. (Claves Records 50-2702\/03; 2 CDs; 136\u2019. Koproduktion mit dem MDR. Booklet dt.\/frz.\/engl.)<\/p>\n<p> Jean-Luc Darbellay. Ein Garten f\u00fcr Orpheus; B-a-c-h f\u00fcr Violine solo; \u00e0 la recherche; Sadia; Alani; Incident Room; Gestes \u2013 Effleurements; Mana. \u2013 Markus Niederhauser, Bassetthorn, Klarinette und Bassklarinette, Olivier Darbellay, Horn; Quartett der Camerata Bern; Jean-Luc Darbellay, Leitung; No\u00eblle-Anne Darbellay, Violine; Polina Peskina, Fl\u00f6te; Moritz M\u00fcllenbach, Violoncello; Nicolas Farine, Klavier; Julien Annoni, Schlagzeug; Stefan Wirth, Klavier; Egidius Streiff, Violine; Mariana Doughty, Viola; Alfredo Persichilli, Violoncello. Sinfonie Orchester Biel; Thomas R\u00f6sner, Leitung. (Grammont Portrait MGB CTS-M 132; 79\u2019. Koproduktion mit Schweizer Radio und Fernsehen. Booklet dt.\/frz.\/engl.)<\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/www.jean-luc-darbellay.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.jean-luc-darbellay.ch<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.05.2013 &#8212; Als Komponist, Dirigent, Klarinettist, Organisator hat sich der Schweizer Jean-Luc Darbellay den Rang als markanter Musiker und vielseitiger&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}