{"id":1107,"date":"2014-01-13T11:31:06","date_gmt":"2014-01-13T11:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/francis-poulenc-oeuvres-completes\/"},"modified":"2014-01-13T11:31:06","modified_gmt":"2014-01-13T11:31:06","slug":"francis-poulenc-oeuvres-completes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/francis-poulenc-oeuvres-completes\/","title":{"rendered":"Francis Poulenc: \u0152uvres compl\u00e8tes"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/frpoulenc513.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>03.06.2013 &#8212; Nicht jeder renommierte Komponist des 20. Jahrhunderts wird anl\u00e4sslich seines 50. Todestags so opulent geehrt wie Francis Poulenc: EMI Classics widmet dem vielseitigen Franzosen eine Box mit 20 CDs, auf denen ann\u00e4hernd das gesamte Schaffen Poulencs pr\u00e4sentiert wird. <\/p>\n<p> Sein Werk konnte ausserhalb seines Heimatlandes nur in Ans\u00e4tzen Fuss fassen. Es sperrt sich gegen die Ernsthaftigkeit und den emotionalen Nachdruck der deutsch-\u00f6sterreichischen Tradition mit pariserisch-mediterraner Heiterkeit, charmantem Witz, bissiger Ironie, formaler Lockerheit und einer Transparenz der Faktur, in der harmonische Raffinesse und durchwegs die eing\u00e4ngige Melodie herrschen. <\/p>\n<p> Der unverkrampfte, von manchen als provokant und amateurhaft empfundene Umgang mit der hehren Tradition vom Mittelalter bis in Klassik und Romantik trug ihm Ablehnung, gar Hohn ein, unbeachtet dessen, dass Poulenc, der Multistilist und Assimilierer, eine Br\u00fccke schlug zwischen der franz\u00f6sischen Musik und der deutschen Tradition und beide in ein an wechselseitigen Einsichten reizvolles Spannungsfeld brachte. Erst in j\u00fcngerer Zeit entdeckt ein breiteres Publikum den Zugang zu einem Schaffen, das gepr\u00e4gt ist von h\u00f6chst origineller, eleganter und im besten Sinn divertierender Qualit\u00e4t. <\/p>\n<p> 1899 in Paris geboren und zum Pianisten ausgebildet, lernte Francis Jean Marcel Poulenc nach dem fr\u00fchen Tod seiner Eltern Milhaud, Auric und de Falla kennen und schloss sich 1917 Saties \u00abLes Nouveaux Jeunes\u00bb und sp\u00e4ter dem \u00abGroupe des Six\u00bb an: Abkehr von der Sp\u00e4tromantik, hin zu einer neoklassischen \u00c4sthetik, offen f\u00fcr Provokationen, Experimente und Stile. <\/p>\n<p> Seit seiner Jugend autodidaktisch komponierend, nahm er ab 1921 Unterricht bei Koechlin und erhielt von Diaghilew den Auftrag, f\u00fcr die \u00abBallets Russes\u00bb zu komponieren. Neue Musik gewann Poulenc, indem er alte sezierte, nach anderem Muster mit bewusster Unterk\u00fchlung wieder zusammenf\u00fcgte, mit tradierten Formen und Gattungen jonglierte, allerdings ohne avantgardistische Absicht. <\/p>\n<p> Zu den Schwerpunkten in Poulencs Schaffen z\u00e4hlen die 30 Klavierwerke (vom technisch einfachen bis zum hohen Schwierigkeitsgrad, die Zyklen mit zum Teil miniaturhaften Charakterst\u00fccken), die 27 Konzerte und sinfonischen Kompositionen und die f\u00fcnf Dutzend mehrteiligen Chansons und M\u00e9lodies, die meisten f\u00fcr Singstimme und Klavier, einige f\u00fcr Chor. Am Fl\u00fcgel trat Poulenc vor allem als Partner des Baritons Pierre Bernac in Erscheinung, den er w\u00e4hrend 25 Jahren begleitete und f\u00fcr den er viele seiner Lieder schrieb. <\/p>\n<p> Die andere Seite des Pariser Bonvivants: Der Verlust geliebter Menschen und eine manisch-depressive Erkrankung liessen ihn nach der Konversion zum Katholizismus ab 1936 eine Reihe sakraler Werke, \u00fcberwiegend auf lateinische Texte und in klassizistischem, zuweilen asketischem homogenem Stil schaffen, die Poulenc von seiner ernsten, durch Schwermut \u00fcberschatteten Seite zeigen. Thematisch dazu geh\u00f6rt die dreiaktige Oper \u00abDialogues des Carm\u00e9lites\u00bb (1957 an der Mail\u00e4nder Scala uraufgef\u00fchrt, eingespielt 1958), das eindr\u00fcckliche B\u00fchnenwerk nach einem Schauspiel von Georges Bernanos. <\/p>\n<p> Die Liste der Interpretenschar, die sich \u2013 \u00fcberwiegend von den F\u00fcnfziger- bis in die Neunzigerjahre (eine Aufnahme datiert von 1941, die j\u00fcngste von 2011) \u2013 f\u00fcr Poulenc einsetzen, ist umfangreich und respektheischend. Um einige zu nennen: Elly Ameling, Gabriel Bacquier, Pierre Bernac, Denise Duval, Nicolai Gedda, Mady Mespl\u00e9, Jessye Norman, William Parker, Michel S\u00e9n\u00e9chal, G\u00e9rard Souzay, Rita Streich, Jos\u00e9 Van Dam; als Instrumentalisten Gabriel Tacchino, Jacques F\u00e9vrier, Dalton Baldwin, Francis Poulenc (Klavier), Maurice Durufl\u00e9 (Orgel), Emmanuel Pahud (Fl\u00f6te), Maurice Bourgue (Oboe), Alan Civil (Horn), Frank Peter Zimmermann (Violine), Pierre Fournier (Cello). Ensembles, Ch\u00f6re und Orchester aus Paris, Monte Carlo und London werden geleitet von Georges Pr\u00eatre, Pierre Dervaux und Andr\u00e9 Cluytens. <\/p>\n<p> Zwanzig CDs in einer sieben Zentimeter dicken Kartonbox: Diese Gesamtausgabe legitimiert sich durch den k\u00fcnstlerischen Rang, die Vielseitigkeit und die Ausstrahlung von Poulencs \u0152uvre, sie \u00fcberzeugt zudem durch die exzellente Qualit\u00e4t der Interpretationen (manche kamen unter des Komponisten Aufsicht bzw. seiner Mitwirkung zustande) und der untadeligen Aufnahmetechnik. Nicht zu vergessen das 138-seitige illustrierte Beiheft, das nebst einer W\u00fcrdigung von Poulencs Leben und Schaffen Besprechungen aller eingespielten Kompositionen enth\u00e4lt. Verst\u00e4ndlicherweise nicht enthalten ist die F\u00fclle der vertonten Texte; Zugriff auf sie bietet sich via Poulencs Homepage. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Francis Poulenc: \u0152uvres compl\u00e8tes. 1963\u20132013. L\u2019\u00c9dition du 50e Anniversaire. \u0152uvres pour piano; Musique de chambre; Concertos; Musique symphonique; Musique religieuse; \u0152uvres lyriques (B\u00fchnenwerke); M\u00e9lodies &amp; Chansons. Einspielungen von 1941 bis 2011. Diverse Interpretinnen, Interpreten, Ch\u00f6re und Orchester. (EMI Classics 50999 972165 2 0; 20 CDs in Box; ausf\u00fchrliches illustriertes Booklet, frz.\/engl.) <\/p>\n<p> siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/www.poulenc.fr\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.poulenc.fr<\/a><br \/> Unter Catalogue drei Werkverzeichnisse (frz. \/ engl.), verlinkt mit The Lied, Art Song, and Choral Texts Archive (<a href=\"http:\/\/www.recmusic.org\/lieder\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.recmusic.org\/lieder<\/a>) <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.06.2013 &#8212; Nicht jeder renommierte Komponist des 20. Jahrhunderts wird anl\u00e4sslich seines 50. 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