{"id":1109,"date":"2014-01-13T11:32:23","date_gmt":"2014-01-13T11:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/kammermusik-mit-klavier\/"},"modified":"2014-01-13T11:32:23","modified_gmt":"2014-01-13T11:32:23","slug":"kammermusik-mit-klavier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/kammermusik-mit-klavier\/","title":{"rendered":"Kammermusik mit Klavier"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/undi11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>02.11.2013 &#8212; Durch Literatur, bildende Kunst und Musik geistert seit der Antike die jungfr\u00e4uliche Wassernixe als Undine, Rusalka, sch\u00f6ne Lau, Donauweibchen, Sirene, Nereide, heimisch in Strom, See und Meer, Verf\u00fchrerin und Leidende, mal verspielt, mal verzaubernd, mal Verderben bringend. Der schillernden Wassergestalt widmet die Schweizer Fl\u00f6tistin Eva Oertle (sie ist auch Musikredaktorin und Moderatorin bei Radio SRF 2) mit ihrem Klavierpartner Vesselin Stanev ein apartes Rezital unter dem Titel \u00abUndine\u00bb.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">02.11.2013 &#8212; Durch Literatur, bildende Kunst und Musik geistert seit der Antike die jungfr\u00e4uliche Wassernixe als Undine, Rusalka, sch\u00f6ne Lau, Donauweibchen, Sirene, Nereide, heimisch in Strom, See und Meer, Verf\u00fchrerin und Leidende, mal verspielt, mal verzaubernd, mal Verderben bringend. Der schillernden Wassergestalt widmet die Schweizer Fl\u00f6tistin Eva Oertle (sie ist auch Musikredaktorin und Moderatorin bei Radio SRF 2) mit ihrem Klavierpartner Vesselin Stanev ein apartes Rezital unter dem Titel \u00abUndine\u00bb.<\/span><\/p>\n<p> Den Schwerpunkt bilden Carl Reineckes \u00abUndine\u00bb-Sonate op. 167, Mendelssohns Sonate F-Dur und Mozarts Sonate KV 304. Von dessen Sohn Franz Xaver erklingt das Rondo in e-Moll, von Donizetti ein Andante-Satz. Am unmissverst\u00e4ndlichsten treten die Charakterz\u00fcge der Nixe und die Reaktionen der Menschen auf sie hervor in den vielen Liedern, deren Texte sie zum Thema haben. Die Interpretin arrangierte die Singstimme von f\u00fcnf Liedern (Haydn, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Bizet) f\u00fcr ihr Instrument. <\/p>\n<p> Eva Oertle besticht mit perfekter Technik und weiten Phrasierungsb\u00f6gen, mit substanzvollem, warmem, \u00fcber alle Register ausgeglichenem Ton, der auch die melodische Sinnlichkeit zur Ausstrahlung bringt. In Vesselin Stanev steht der Fl\u00f6tistin ein gewandter, pers\u00f6nliche Impulse beitragender Pianist zur Seite, der das Seine beitr\u00e4gt zu einem ausgefeilten, stimmigen Duospiel. <\/p>\n<p> <strong>A French Recital <\/strong><\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/french11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Ein englischsprachiger Titel \u00fcber einem rein franz\u00f6sischen Programm? Das ist auch das einzig Fragw\u00fcrdige an diesem Rezital des 1977 in M\u00fcnchen geborenen, bereits mit vielen internationalen Preisen bedachten Cellisten Sebastian Klinger, dem Ersten Solocellisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, und der ukrainischen, in Graz lehrenden Pianistin Milana Chernyavska. <\/p>\n<p> Der Bogen spannt sich von C\u00e9sar Francks f\u00fcr Cello adaptierte und vom Komponisten in dieser Fassung autorisierte A-Dur-Violinsonate (1886) \u00fcber Claude Debussys Scherzo (1882, ohne das Nocturne) und dessen Sonate f\u00fcr Cello und Klavier (1915) zu Henri Dutilleux\u2019 \u00abTrois strophes sur le nom de Sacher\u00bb f\u00fcr Cello solo (1982). <\/p>\n<p> Klinger \u2013 er spielt auf einem prachtvollen Instrument von Camillus Camilli, Mantua, um 1736 \u2013 erweist sich als Meister der Klangfarben und -nuancen mit grosser dynamischer Spannweite und packender emotionaler Kraft. In der makellosen Technik und der bildhaft plastischen Gestaltung steht ihm eine gleichgesinnte Partnerin zur Seite. <\/p>\n<p> <strong>Robert und Clara Schumann: Klaviertrios <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/schum11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Das 1998 gegr\u00fcndete Schweizer Klaviertrio \u2013 Angela Golubeva (Violine), S\u00e9bastien Singer (Cello) und Martin Lucas Staub (Klavier) \u2013 l\u00e4sst seiner vielgelobten Einspielung der beiden Klaviertrios op. 63 und op. 80 (1847) von Schumann auf der neuen CD das g-Moll-Trio op. 110 (1851) folgen, gekoppelt mit den vier Fantasiest\u00fccken op. 88 (1842). <\/p>\n<p> Ihr Klaviertrio op. 17 schrieb Clara Schumann 1846, noch bevor ihr Gatte (der den kompositorischen Ambitionen seiner Frau ja nicht eben wohlgesinnt war) seine Trios schuf. H\u00f6rbar ist, dass sie als Pianistin dem Klaviersatz breiten Raum und virtuose Wirkung gibt, dass sie formale Geschlossenheit, Eleganz und Ausdruckskraft ebenso realisiert wie motivisch vielf\u00e4ltige Verkn\u00fcpfung. Clara Schumann stellt in diesem Trio (das sie nach dessen Drucklegung selbstqu\u00e4lerisch als \u00abgar weibisch sentimental\u00bb abqualifizierte) handwerkliche Qualit\u00e4t und k\u00fcnstlerische Originalit\u00e4t unter Beweis. <\/p>\n<p> Dass ihr g-Moll-Trio seine Vorz\u00fcge und Eigenheiten entfaltet, dass es den Vergleich mit den Meisterwerken ihres Gatten nicht zu scheuen braucht, ist der technisch makellosen, klanglich austarierten und expressiven Interpretation des Schweizer Klaviertrios zu verdanken. <\/p>\n<p> <strong>L\u00e9on Bo\u00ebllmann: Klaviertrio und Klavierquartett <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/boell11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Vornehmlich Liebhabern der Orgelmusik ist der 1862 im Elsass geborene L\u00e9on Bo\u00ebllmann ein Begriff: Unter seinen rund 160 Kompositionen bilden die Orgelwerke, darunter die \u00abSuite gothique\u00bb und die Sammlung \u00abHeures mystiques\u00bb, den Schwerpunkt. Nach seiner Ausbildung in Frankreichs Metropole unter anderem bei Eug\u00e8ne Gigout profilierte sich Bo\u00ebllmann als Pianist und Orgelvirtuose und wirkte als Kantor und Titularorganist an St-Vincent-de-Paul in Paris. Sein Ruhm verblasste allerdings rasch: L\u00e9on Bo\u00ebllmann starb 1897, nur 35-j\u00e4hrig, an Tuberkulose. Eine Wiederbeachtung seines Schaffens, zu der auch Orchesterwerke, Kammermusik, Lieder und Klavierwerke geh\u00f6ren, setzte mit Blick auf seinen 100. Todestag ein. <\/p>\n<p> Das seit drei Jahrzehnten bestehende Trio Parnassus, das bisher s\u00e4mtliche Klaviertrios von zwanzig Komponisten eingespielt hat, durchforstet weiterhin regelm\u00e4ssig Archive und nimmt sich wenig bekannten und vergessenen Werken an. So auf der vorliegenden CD Bo\u00ebllmanns Klavierquartett f-Moll op. 10 (1890) und dem Klaviertrio G-Dur op. 19 (1895); dazu kommen Zwei St\u00fccke f\u00fcr Cello und Klavier op. 31 und Bearbeitungen f\u00fcr Klaviertrio von zwei Miniaturen aus den \u00abHeures mystiques\u00bb.<\/p>\n<p> Kein Wunder wurden Trio und Quartett mit Preisen der Soci\u00e9t\u00e9 des Compositeurs ausgezeichnet, denn einerseits wurzeln sie mit ihrer Spielfreude und klanglichen Opulenz in der publikumsnahen unkomplizierten Art franz\u00f6sischer Sp\u00e4tromantik, andererseits \u00fcberraschen sie immer wieder mit Elementen, die den Konventionen ausweichen und, sei es harmonisch, sei es rhythmisch, sei es in der Instrumentenkombination, die Aufmerksamkeit fesseln. Den interpretatorischen Qualit\u00e4ten des Trio Parnassus mit Yamei Yu (Violine), Michael Gro\u00df (Cello) und Chia Chou (Klavier), zum Quartett erg\u00e4nzt durch G\u00e9rard Causs\u00e9 (Viola), ist es zuzuschreiben, dass die Werke Bo\u00ebllmanns farbenreich und ohne Patina einer vergangenen Epoche erklingen. <\/p>\n<p> <strong>Charles-Marie Widor: Die Klaviertrios <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/wid11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>\u00c4hnlich Bo\u00ebllmann ging Charles-Marie Widor (1844\u20131937) in die Musikgeschichte ein als herausragender Orgelspieler. Ber\u00fchmt waren seine Improvisationen; er gilt als Gr\u00fcnder der \u00abfranz\u00f6sischen Orgelschule\u00bb, und als Sch\u00f6pfer von zehn Orgelsinfonien versuchte er, die klanglichen M\u00f6glichkeiten und die Ausdruckskraft des Sinfonieorchesters auf die romantische Orgel zu \u00fcbertragen. An der Cavaill\u00e9-Coll-Orgel von Saint-Sulpice in Paris, damals einem der gr\u00f6ssten Instrumente Europas, wirkte er nicht weniger als 64 Jahre. <\/p>\n<p> Neben seiner Orgelmusik f\u00fchrt Widors weiteres umfangreiches Schaffen ein Schattendasein. Das Trio Parnassus hat sich seinen Kompositionen f\u00fcr Klaviertrio-Besetzung angenommen: dem B-Dur-Trio op. 19 (1874), den \u00abSoirs d\u2019Alsace\u00bb op. 52 (1908) und den Quatre pi\u00e8ces en trio (1869\/1890). <\/p>\n<p> Einschmeichelnde Kantabilit\u00e4t, unkomplizierte Harmonik, virtuose Streicher- und Klavierpassagen beherrschen die Szene, hier und dort aufgebrochen durch ausfahrende, aber rasch wieder zur\u00fcckgebundene Gesten. Das Trio Parnassus zeigt sich in eleganten, gef\u00fchlvollen Interpretationen als Anwalt eines kompositionstechnisch brillanten, in diesen Werken, ganz im Gegensatz zu Widors revolution\u00e4rem Orgelschaffen, dem b\u00fcrgerlichen Geschmack seiner Zeit verhafteten Meisters. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Undine. Werke f\u00fcr Fl\u00f6te und Klavier von Mendelssohn, Reinecke, Schumann, Mozart u. a. Eva Oertle, Fl\u00f6te, Vesselin Stanev, Klavier. (Sony Classical 88883735152; 71\u2019. Koproduktion mit Radio SRF 2 Kultur) <\/p>\n<p> A French Recital. Werke von Franck, Debussy und Dutilleux. Sebastian Klinger, Cello; Milana Chernyavska, Klavier. (Oehms Classics OC 856; 54\u2019) <\/p>\n<p> Clara Schumann: Klaviertrio op. 17; Robert Schumann: Klaviertrio op. 110, Fantasiest\u00fccke op. 88. Schweizer Klaviertrio. (Audite SACD 92.549; 78\u2019) <\/p>\n<p> L\u00e9on Bo\u00ebllmann: Klaviertrio op. 19; Klavierquartett op. 10; 2 St\u00fccke f\u00fcr Cello und Klavier op. 31; zwei Klaviertrios\u00e4tze aus \u00abHeures mystiques\u00bb. Trio Parnassus. G\u00e9rard Causs\u00e9, Viola. (MDG Gold 303 1755-2; 73\u2019) <\/p>\n<p> Charles-Marie Widor: Complete Piano Trios. Klaviertrio op. 19; Klaviertrio op. 52 \u00abSoirs d\u2019Alsace\u00bb; Vier Klaviertrios\u00e4tze, 1890. Trio Parnassus. (MDG Gold 303 1794-2; 62\u2019) <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/undi11113.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>02.11.2013 &#8212; Durch Literatur, bildende Kunst und Musik geistert seit der Antike die jungfr\u00e4uliche Wassernixe als Undine, Rusalka, sch\u00f6ne Lau, Donauweibchen, Sirene, Nereide, heimisch in Strom, See und Meer, Verf\u00fchrerin und Leidende, mal verspielt, mal verzaubernd, mal Verderben bringend. Der schillernden Wassergestalt widmet die Schweizer Fl\u00f6tistin Eva Oertle (sie ist auch Musikredaktorin und Moderatorin bei Radio SRF 2) mit ihrem Klavierpartner Vesselin Stanev ein apartes Rezital unter dem Titel \u00abUndine\u00bb.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1109","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1109"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1109\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}