{"id":1117,"date":"2014-01-13T12:24:15","date_gmt":"2014-01-13T12:24:15","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/klaus-miehlings-gewaltmusik-musikgewalt-2\/"},"modified":"2014-01-13T12:24:15","modified_gmt":"2014-01-13T12:24:15","slug":"klaus-miehlings-gewaltmusik-musikgewalt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/klaus-miehlings-gewaltmusik-musikgewalt-2\/","title":{"rendered":"Klaus Miehlings \u00abGewaltmusik Musikgewalt\u00bb"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><span class=\"txt-m-black\">Buch-Rezension vom 31.07.2007<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">Zur Rezension meines Buches \u00abGewaltmusik &#8211; Musikgewalt\u00bb Ihres Autors wb m\u00f6chte ich folgende Stellungnahme abgeben: In der Begr\u00fcndung meiner Thesen st\u00fctze ich mich, so schreibt Ihr Autor, \u00abauf drei, methodisch allesamt untaugliche Strategien\u00bb: Eine \u00ab\u00dcberf\u00fclle an Zitaten\u00bb, eine fehlende \u00abKontrolle, ob Ereigniskorrelationen [&#8230;] tats\u00e4chlich kausaler Natur sind\u00bb sowie das Ausblenden von allem, was meiner \u00abWerteklassifikation der Musik widersprechen oder auch bloss ein differenzierteres Bild zeichnen w\u00fcrde.\u00bb<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>Belege in Form von Zitaten sind eine in den Geisteswissenschaften \u00fcbliche Methode. Der Autor kritisiert, ich w\u00fcrde darauf verzichten, \u00abdie Glaubw\u00fcrdigkeit und das Niveau der Quellen zu gewichten\u00bb, indes ohne selbst Belege f\u00fcr die mangelhafte Glaubw\u00fcrdigkeit bestimmter Quellen beizubringen. Die meisten der Zitate stammen von der Gewaltmusik positiv gegen\u00fcberstehenden Autoren oder Gewaltmusikern selbst; wenn sie &#8211; gegen das eigene Interesse &#8211; meine These von der Sch\u00e4dlichkeit dieser Musik st\u00fctzen, spricht das f\u00fcr ihre Glaubw\u00fcrdigkeit. Auch Interviews in anerkannten Musikzeitschriften und Meldungen in seri\u00f6sen Nachrichtenportalen im Netz d\u00fcrften als glaubw\u00fcrdige Quellen einzustufen sein; insbesondere wenn es keine anderslautenden Meldungen bzw. Dementi gibt. Zusammenfassende \u00dcberblicksuntersuchungen wie die meine m\u00fcssen zwangsl\u00e4ufig auf der Arbeit anderer Autoren aufbauen. Wenn ich diese nicht widerlegen kann, habe ich deren Ergebnisse zu respektieren. Das gilt auch f\u00fcr Ihren Autor.<\/li>\n<li>Entgegen der Behauptung des Rezensenten habe ich mich in dem Buch selbstverst\u00e4ndlich mit der Frage der Kausalit\u00e4t besch\u00e4ftigt; vor allem im Kapitel 3.1. \u00abGewaltmusik als Ursache?\u00bb.<\/li>\n<li>Das Thema des Buches sind die sch\u00e4dlichen Wirkungen popul\u00e4rer Musik. Es entsprach schlicht nicht dem Thema, eventuelle positive Wirkungen zu beschreiben. Unkritische Bef\u00fcrworter dieser Musik gibt es zuhauf. Somit ist ein kritisches Buch ein notwendiges &#8211; und immer noch viel zu schwaches &#8211; Gegengewicht. Im \u00fcbrigen habe ich Gegenpositionen durchaus zu Wort kommen lassen, die freilich leicht zu widerlegen waren. Auch habe ich beispielsweise die Studie von Rentfrow\/Gosling erw\u00e4hnt, die Countryh\u00f6rern emotionale Stabilit\u00e4t und Jazzh\u00f6rern Intellektualit\u00e4t bescheinigt (S. 414). In der Tat gibt es aber offenbar kaum Fakten oder Untersuchungsergebnisse, die gegen meine Position sprechen. Auch der Rezensent hat keine angef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Eine weitere Begr\u00fcndung meiner Thesen verschweigt der Rezensent: Die psychologischen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, die im o.g. Kapitel 3.1. vorgestellt werden. Sie belegen n\u00e4mlich, dass die \u00abEreigniskorrelationen [&#8230;] tats\u00e4chlich [auch] kausaler Natur sind\u00bb.<\/li>\n<\/ol>\n<p><span class=\"txt-m-black\">Falsch ist die Aussage des Rezensenten, ich w\u00fcrde behaupten, \u00abZeugen dieses Kalibers [er nennt einen Fernsehjournalisten und eine Sch\u00fclerin] h\u00e4tten durch falschen Musikkonsum ihre Urteilsf\u00e4higkeit eingeb\u00fcsst\u00bb. Das Wort \u00abUrteilsf\u00e4higkeit\u00bb d\u00fcrfte im ganzen Buch nicht vorkommen. Gewiss werden die meisten Gewaltmusikkonsumenten aus Voreingenommenheit und \u00abBetriebsblindheit\u00bb die Folgen der Musik nicht erkennen; wenn aber einige trotzdem die sch\u00e4dlichen Wirkungen bemerken, ist das um so mehr ernstzunehmen.<\/p>\n<p> Meine Argumentation setzt sich aus mehreren sich gegenseitig erg\u00e4nzenden und erkl\u00e4renden Indizien- und Beweisgruppen zusammen. Der Rezensent kritisiert gewissermassen einzelne Bausteine als unzureichend (wobei er den wichtigen Baustein \u00abwissenschaftliche Untersuchungen\u00bb verschweigt), ohne zur Kenntnis zu nehmen, welches Bild sie zusammengesetzt ergeben.<\/p>\n<p> Abschliessend m\u00f6chte ich darauf hinweisen, dass das Buch im Oktober 2006 auf Rang 4 der von 26 Juroren erstellten Sachbuch-Bestenliste war. Dort w\u00e4re es kaum hingekommen, wenn die Vorw\u00fcrfe des Rezensenten zutr\u00e4fen. <\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"200\">\u00a0<\/td>\n<td><span class=\"txt-m-black\"><strong>Dr. Klaus Miehling<\/strong><br \/> 79102 Freiburg <\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch-Rezension vom 31.07.2007 Zur Rezension meines Buches \u00abGewaltmusik &#8211; Musikgewalt\u00bb Ihres Autors wb m\u00f6chte ich folgende Stellungnahme abgeben: In der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-1117","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1117\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}