{"id":1122,"date":"2014-01-13T12:26:18","date_gmt":"2014-01-13T12:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/beethovens-elise-ist-angeblich-identifiziert\/"},"modified":"2014-01-13T12:26:18","modified_gmt":"2014-01-13T12:26:18","slug":"beethovens-elise-ist-angeblich-identifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/beethovens-elise-ist-angeblich-identifiziert\/","title":{"rendered":"Beethovens \u00abElise\u00bb ist angeblich identifiziert"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><span class=\"txt-m-black\"><a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/nachrichten_ind2.php?art=6284\">Nachricht<\/a> vom 01.07.2009<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><span class=\"txt-m-black\">Es gibt keinen Beweis einer Beziehung zwischen Beethoven und Elisabeth R\u00f6ckel (damals schon verheiratete Hummel), die \u00fcber eine lose Bekanntschaft hinausgeht. Im Wien des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts nannte sich jede Elisabeth \u00abElise\u00bb. Das entsprach der damaligen Mode. Jede Caroline nannte sich \u00abCharlotte\u00bb und jede Aloysia \u00abLouise\u00bb.<\/p>\n<p> Herr Kopitz selbst fand im \u00abArchiv des Wiener Stephansdoms\u00bb (das es unter dieser seltsamen Bezeichnung gar nicht gibt) nichts, denn er hat dieses pers\u00f6nlich nie betreten. Das von ihm ver\u00f6ffentlichte Datum der Taufe von Hummels Sohn Eduard im Jahr 1814 ist ausserdem falsch.<\/p>\n<p> Das Klavierst\u00fcck \u00abF\u00fcr Elise\u00bb erhielt seinen Namen im Jahr 1865 vom deutschen Beethoven-Forscher Ludwig Nohl, der das Autograph bei einer gewissen Babette Bredl in M\u00fcnchen fand und es abschreiben durfte. Da das Manuskript verschollen ist, wissen wir bis heute nicht, dass der Titel \u00abF\u00fcr Elise\u00bb korrekt ist. Babette Bredl besass noch weitere Beethoven-St\u00fccke in der Handschrift von Beethovens Freundin Therese Malfatti, weswegen es sehr wahrscheinlich ist, dass der Titel von Nohl falsch abgeschrieben wurde und eigentlich \u00abF\u00fcr Therese\u00bb lautete. Beethoven hatte im Jahr 1810 die Absicht Therese Malfatti zu heiraten. Daraus wurde aber nichts, da er als Nicht-Adeliger keine standesgem\u00e4sse Partie war. Dass Therese Malfatti diese \u00abElise\u00bb war, galt nie als ausgemacht, es ist nur die plausibelste aller Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p> Kopitz agiert nur mit Wunschdenken. In seiner Begeisterung dichtet er Therese Malfatti sogar einen nicht existenten Bruder namens \u00abFranz Mora-Malfatti\u00bb an, obwohl diese aus Italien stammende Person mit Therese absolut nichts zu tun hatte. Und Kopitz kann vor allem nicht erkl\u00e4ren, wie das Autograph von \u00abF\u00fcr Elise\u00bb noch zu Lebzeiten Elisabeth Hummels nach M\u00fcnchen kam. Frau Hummel in Weimar behielt Beethovens Haarlocke, verschenkte aber das wertvolle Notenblatt schon 20 Jahre vor ihrem Tod? Das ist absurd und reicht bestenfalls f\u00fcr eine kuriose Zeitungsmeldung, aber nicht f\u00fcr den Beweis eines historischen Faktums. Eine Beziehung zwischen Frau Hummel (R\u00f6ckel) und Frau Bredl kann Kopitz nicht herstellen und alle seine \u00dcberlegungen zu dieser Frage triefen von Unwissenschaftlichkeit.<\/p>\n<p> Die plausibelste Erkl\u00e4rung ist, dass das Notenblatt zwischen 1851 und 1865 im Besitz des Pianisten Rudolf Schachner nach M\u00fcnchen kam, dem Therese von Dro\u00dfdik (geb. Malfatti von Rohrenbach zu Dezza) im Jahr 1851 ihre Musikalien und ihr Klavier hinterlassen hatte. <\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"200\">\u00a0<\/td>\n<td><span class=\"txt-m-black\"><strong>Michael Lorenz<\/strong><br \/> Wien <\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachricht vom 01.07.2009 Es gibt keinen Beweis einer Beziehung zwischen Beethoven und Elisabeth R\u00f6ckel (damals schon verheiratete Hummel), die \u00fcber&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-1122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}