{"id":113,"date":"2014-01-09T13:12:45","date_gmt":"2014-01-09T13:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/burkhards-oratorien-zum-jahreswechsel\/"},"modified":"2014-01-09T13:12:45","modified_gmt":"2014-01-09T13:12:45","slug":"burkhards-oratorien-zum-jahreswechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/burkhards-oratorien-zum-jahreswechsel\/","title":{"rendered":"Burkhards Oratorien zum Jahreswechsel"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130104burkhard.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>04.01.2013 &#8212;<\/em> Den Weltuntergang haben wir hinter uns, das neue Jahr vor uns. Den Soundtrack dazu liefert Willy Burkhard mit zwei Oratorien, die f\u00fcr diesen Moment komponiert zu sein scheinen: Da ist zum einen \u00abDas Gesicht Jesaias\u00bb (1935), die Opus 41 des Schweizer Tonsch\u00f6pfers, dessen Nummern 11 bis 14 den Untergang der Welt beschreiben. Das Werk setzt zu Beginn mit heftigen Chorausbr\u00fcchen auf \u00dcberw\u00e4ltigungs-\u00c4sthetik und immer wieder mit archaisch anmutender Kollektiv-Einstimmigkeit auf die Wucht der alttestamentarischen Dichtung, die der Komponist selber zusammengestellt hat. Da wird farbenreich und theatralisch musiziert, h\u00f6chst effektvoll und wenig \u00abschweizerisch\u00bb-zur\u00fcckhaltend. <\/p>\n<p> Dasselbe gilt f\u00fcr das Opus 62, \u00abDas Jahr\u00bb (1941), das die vier Jahreszeiten mit \u00abEinleitung\u00bb und \u00abBeschluss\u00bb rahmt und nat\u00fcrlich allsogleich die Assoziation zu Haydns ungleich bekannteren \u00abJahreszeiten\u00bb wachruft. Auch hier wird schweres musikalisches Gesch\u00fctz aufgefahren und h\u00f6cht effektvoll musiziert. <\/p>\n<p> Burkhard hat, steht im Booklet, \u00abDas Jahr\u00bb als sein Hauptwerk bezeichnet. Den Text dazu hat ihm der heute kaum noch bekannte Schweizer Schriftsteller Hermann Hiltbrunner geliefert, eine Art pantheistisches Bekenntnis \u2013 um noch einmal das Booklet zu zitieren \u2013, das durchaus Parallelen zum haydnschen Gegenst\u00fcck ziehen l\u00e4sst. <\/p>\n<p> Beide Oratorien sind unter der Leitung des legend\u00e4ren Luzerner Kirchenmusikers Alois Koch in den vergangenen Jahren in der Schweiz in exemplarischer Weise erneut aufgef\u00fchrt worden, \u00abDas Gesicht Jesaias\u00bb schon vor etwas l\u00e4ngerer Zeit, im April 2000 in der Jesuitenkirche Luzern, \u00abDas Jahr\u00bb gerade erst im Herbst vergangenen Jahres in Luzern, Bern, Basel und Winterthur.<\/p>\n<p> Zur Seite standen f\u00fcr das Opus 62 dem Musikollegium Winterthur die Ch\u00f6re Basler Madrigalisten, Evangelische Singgemeinden Bern und Z\u00fcrich sowie die Knabenkantorei Luzern, ziemlich viel vokaler Schub also. Als Solisten amteten mit Maya Boog (Sopran), Ir\u00e8ne Friedli (Alt) und Rudolf Rosen (Bass) auch nicht gerade Unbekannte. <\/p>\n<p> \u00abDas Gesicht Jesaias\u00bb wiederum realisierten die Domkapelle Berlin, der Akademiechor Luzern, der Domorganist Thomas Sauer sowie die Solisten Barbara Locher (Sopran), Bernhard Hunziker (Tenor) und Peter Brechb\u00fchler (Bass). <\/p>\n<p> Das Migros-Kulturprozent-Label Musiques Suisses hat die Auff\u00fchrungen rechtzeitig zu Weltuntergang und Jahreswechsel auf einer Doppel-CD dokumentiert. Das ist verdienstvoll. Sie dokumentiert auf eindr\u00fcckliche Weise, was im Booklet behauptet wird, n\u00e4mlich, dass Burkhard zu den \u00abf\u00fchrenden Komponisten der europ\u00e4ischen Moderne in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts\u00bb z\u00e4hlte. Er wird nach wie vor auch in seinem Heimatland noch untersch\u00e4tzt. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Willy Burkhard: Das Gesicht Jesaias\/Das Jahr, Alois Koch (Leitung), Doppel-CD Musiques Suisses, MGB CD 6273. Bezugsquelle: <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\/shop\/mgb\/6273.php?lang=d\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.musiques-suisses.ch <\/a> <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.01.2013 &#8212; Den Weltuntergang haben wir hinter uns, das neue Jahr vor uns. 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