{"id":1148,"date":"2014-01-17T11:49:51","date_gmt":"2014-01-17T11:49:51","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/17\/janine-jansen-spielt-bach-konzerte\/"},"modified":"2014-01-17T11:49:51","modified_gmt":"2014-01-17T11:49:51","slug":"janine-jansen-spielt-bach-konzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/17\/janine-jansen-spielt-bach-konzerte\/","title":{"rendered":"Janine Jansen spielt Bach-Konzerte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/140117jansen.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Jansen Bach\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"margin: 8px; float: left;\" \/>17.01.2014 &#8212; Einspielungen der Bach-Konzerte mit Violine als Soloinstrument gibt es wie Sand am Meer, eine mehr mutet da etwas beliebig an, vor allem wenn sie nicht eine neue oder auch bloss modische Weise des historisch-informierten Musizierens (HIM) dokumentiert. Anhand der F\u00fclle an Einspielungen lassen sich immerhin alle m\u00f6glichen Positionen in Sachen Interpretation einander gegen\u00fcberstellen. Anne-Sophie Mutter, bekanntlich keine grosse Freundin barock-politischer Korrektheit, hat sie auf CD in den letzten Jahren mit einem Werk Sofia Gubaidulinas kombiniert und damit ihren zeitlos spirituellen Charakter betont, Julia Fischer hat sie in eleganter Vollendung als Meisterwerke pr\u00e4sentiert, die zeitlos g\u00fcltigen Charakter haben. Die Barock-Fraktion des HIM hat sie wie Diamanten in allen m\u00f6glichen Lichtern funkeln lassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/140117jansen.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Jansen Bach\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"margin: 8px; float: left;\" \/>17.01.2014 &#8212; Einspielungen der Bach-Konzerte mit Violine als Soloinstrument gibt es wie Sand am Meer, eine mehr mutet da etwas beliebig an, vor allem wenn sie nicht eine neue oder auch bloss modische Weise des historisch-informierten Musizierens (HIM) dokumentiert. Anhand der F\u00fclle an Einspielungen lassen sich immerhin alle m\u00f6glichen Positionen in Sachen Interpretation einander gegen\u00fcberstellen. Anne-Sophie Mutter, bekanntlich keine grosse Freundin barock-politischer Korrektheit, hat sie auf CD in den letzten Jahren mit einem Werk Sofia Gubaidulinas kombiniert und damit ihren zeitlos spirituellen Charakter betont, Julia Fischer hat sie in eleganter Vollendung als Meisterwerke pr\u00e4sentiert, die zeitlos g\u00fcltigen Charakter haben. Die Barock-Fraktion des HIM hat sie wie Diamanten in allen m\u00f6glichen Lichtern funkeln lassen.\u00a0<\/p>\n<p>Was macht nun Janine Jansen damit? In erster Linie musikantische Kammermusik, zusammen\u00a0 mit ihrem Vater (am Cembalo), ihrem Bruder (am Cello) und hochkar\u00e4tigen Zuz\u00fcgern wie dem Oboisten \u00a0Ram\u00f3n Ortega Quero. Aufgenommen haben sie im Juni 2013 in der Andreaskirche Wannsee. Was rausgekommen ist, hat Schwung, Energie, wirkt plastisch-durchh\u00f6rbar und unpr\u00e4tenti\u00f6s.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es ist auch nicht das erste Mal, dass die niederl\u00e4ndische Violinistin sich Bachs animmt. Auf CD gebrannt hat sie bereits Solopartiten und Inventionen, letztere eigentlich f\u00fcr Tasteninstrumente geschrieben \u2012 in Transkriptionen f\u00fcr Violine, Bratsche und Cello, was eher an einen sp\u00e4tromantischen, busonischen oder stokowskischen Umgang mit den Werken des Thomaskantors erinnert, als an modernes Geschichtsbewusstsein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das alles hat, bei allem K\u00f6nnen und aller interpretatorischen Virtuosit\u00e4t, nicht zwingenden Charakter. Das mag aber gerade den speziellen Charme eines solchen Albums ausmachen, auf dem nicht die ganze Last liegt, substantiell Neues zu Altbekanntem sagen zu m\u00fcssen. Wenn die \u00a0Erkl\u00e4rungen ihres Labels Decca stimmen, dass Janine Jansens Alben in Sachen Downloads auf Plattformen wie iTunes \u00a0einen oder den Spitzenplatz belegen, so besteht immerhin die M\u00f6glichkeit, dass diese Einspielung der Bach-Konzerte zum Standard f\u00fcr die Generation iPod werden k\u00f6nnte. Man k\u00f6nnte sich Schlimmeres vorstellen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong><\/p>\n<p>Janine Jansen: Bach Concertos (Violinkonzerte E-Dur BWV 1042 und a-Moll BWV 1041, Konzert f\u00fcr Violine und Oboe c-Moll BWV 1016, Sonaten f\u00fcr Cembalo und Violine, BWV 1016, 1017), Decca\/Universal Best.-Nr. 478 5362. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<em>\u00a0 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/140117jansen.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Jansen Bach\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"margin: 8px; float: left;\" \/>17.01.2014 &#8212; Einspielungen der Bach-Konzerte mit Violine als Soloinstrument gibt es wie Sand am Meer, eine mehr mutet da etwas beliebig an, vor allem wenn sie nicht eine neue oder auch bloss modische Weise des historisch-informierten Musizierens (HIM) dokumentiert. Anhand der F\u00fclle an Einspielungen lassen sich immerhin alle m\u00f6glichen Positionen in Sachen Interpretation einander gegen\u00fcberstellen. Anne-Sophie Mutter, bekanntlich keine grosse Freundin barock-politischer Korrektheit, hat sie auf CD in den letzten Jahren mit einem Werk Sofia Gubaidulinas kombiniert und damit ihren zeitlos spirituellen Charakter betont, Julia Fischer hat sie in eleganter Vollendung als Meisterwerke pr\u00e4sentiert, die zeitlos g\u00fcltigen Charakter haben. 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