{"id":1226,"date":"2014-02-14T17:41:56","date_gmt":"2014-02-14T17:41:56","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/02\/14\/beethoven-die-klaviersonaten\/"},"modified":"2014-02-14T17:41:56","modified_gmt":"2014-02-14T17:41:56","slug":"beethoven-die-klaviersonaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/02\/14\/beethoven-die-klaviersonaten\/","title":{"rendered":"Beethoven. Die Klaviersonaten"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/beet5114.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Beethoven-Buch\" width=\"100\" height=\"152\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.02.2014 &#8212; Mit den drei \u00abKurf\u00fcrstensonaten\u00bb begann der 12-J\u00e4hrige in Bonn seine Auseinandersetzung mit der Klaviersonate, und nachdem er sich ein Jahrzehnt sp\u00e4ter in Wien niedergelassen hatte, legte der in der jungen Wiener Hocharistokratie als Pianist renommierte Beethoven 1796 seine ersten anspruchsvollen Werke dieser Gattung vor: die drei Sonaten op. 2. Klaviermusik wurde zu seinem ersten Markenzeichen; die Auseinandersetzung mit der Klaviersonate begleitete ihn durch alle Schaffensphasen, dokumentiert seine k\u00fcnstlerische Entwicklung vom fr\u00fchen Wiener Stil bis zum Sp\u00e4tstil von Anfang der 1820-er Jahre mit den Opera 109 bis 111.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Legion sind die Untersuchungen dieses Werkkorpus, eines der meisterforschten der Gattungsgeschichte. Analytisch einl\u00e4ssliche Werkf\u00fchrer der j\u00fcngeren Vergangenheit stammen von J\u00fcrgen Uhde (1970\/2012), Siegfried Mauser (2001) und Charles Rosen (2002). <br \/><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/beet5114.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Beethoven-Buch\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.02.2014 &#8212; Mit den drei \u00abKurf\u00fcrstensonaten\u00bb begann der 12-J\u00e4hrige in Bonn seine Auseinandersetzung mit der Klaviersonate, und nachdem er sich ein Jahrzehnt sp\u00e4ter in Wien niedergelassen hatte, legte der in der jungen Wiener Hocharistokratie als Pianist renommierte Beethoven 1796 seine ersten anspruchsvollen Werke dieser Gattung vor: die drei Sonaten op. 2. Klaviermusik wurde zu seinem ersten Markenzeichen; die Auseinandersetzung mit der Klaviersonate begleitete ihn durch alle Schaffensphasen, dokumentiert seine k\u00fcnstlerische Entwicklung vom fr\u00fchen Wiener Stil bis zum Sp\u00e4tstil von Anfang der 1820-er Jahre mit den Opera 109 bis 111.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Legion sind die Untersuchungen dieses Werkkorpus, eines der meisterforschten der Gattungsgeschichte. Analytisch einl\u00e4ssliche Werkf\u00fchrer der j\u00fcngeren Vergangenheit stammen von J\u00fcrgen Uhde (1970\/2012), Siegfried Mauser (2001) und Charles Rosen (2002). Nun legt Hans-Joachim Hinrichsen, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, seine in langen Jahren gereifte Auseinandersetzung mit Beethovens 32 Klaviersonaten, dessen \u00abzentralem Experimentierfeld\u00bb, vor \u2013 ein gr\u00fcndliches, weit ausgreifendes, auf jeder Seite erhellendes Studienwerk, ein anspruchsvolles Handbuch, eine sprachlich pr\u00e4zise, stilistisch eloquent ausgearbeitete Werkmonografie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00abDas vorliegende Buch beabsichtigt nichts Geringeres, als Beethovens Klaviersonaten im Zusammenhang darzustellen.\u00bb Der erste Satz des Vorworts ist Programm: Es geht dem Autor um die Zusammenh\u00e4nge der einzelnen Werke als Teile eines kompositorischen Gesamtprojekts, um die Einbettung der Sonaten in den grossr\u00e4umigen Entstehungsprozess und den Gattungskontext. Das Erforschen und Analysieren bezieht sich nicht allein auf das isoliert betrachtete singul\u00e4re Einzelwerk, vielmehr sp\u00fcrt es den Kontinuit\u00e4ten, den Merkmalen von Beethovens kompositorischem Denken nach, arbeitet die Entwicklung von Formen, Strukturen, von Aufbau und Gliederung heraus, gibt anhand von Entwurfsstufen (Skizzen, Arbeitsnotate) Einblicke in die Werkstatt des Komponisten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Demgem\u00e4ss hat Hans-Joachim Hinrichsen den Stoff geordnet, subsumiert in zeitlicher N\u00e4he entstandene Einzelwerke auch einer zusammenh\u00e4ngenden Betrachtung und gewinnt dank aufgesp\u00fcrter wechselseitiger Bez\u00fcge neue, \u00fcberraschende Einsichten in den zyklischen Zusammenhalt. Immer wieder weitet er den Blick aus \u00fcber die Individualit\u00e4t, den Gehalt eines Werks, bezieht ideengeschichtliche Aspekte ein, die sich in Beethovens Schaffen niedergeschlagen haben, etwa Schillers Trag\u00f6dientheorie und die klassische \u00c4sthetik, den Diskurs \u00fcber das Pathetische, Kants Ethik, Melancholievorstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Zwischen Prolog (betitelt: Beethoven als Klassiker der Klaviersonate) und Epilog (Beethovens Klaviersonaten in der Rezeption) gliedert der Autor die Sonaten in chonologischer Reihenfolge ihrer Opus-Nummern in f\u00fcnf umfangreiche Teile. Im ersten (Leitgattung Klaviersonate) analysiert er die Bonner \u00abKurf\u00fcrstensonaten\u00bb (WoO 47) und die Opera 2 bis 13, zudem die Sonate zu vier H\u00e4nden op. 6, im n\u00e4chsten Teil (Die Klaviersonate als Experimentierfeld) die Sonaten op. 14 bis 28, im dritten Teil (Neue Wege) op. 31 bis 57, im vierten (Werkgruppe der Kontraste) op. 78 bis 90 und im letzten Teil (Letzte Werke) op. 101, 106 und die Trilogie op. 109, 110 und 111.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Weitere aufschlussreiche Elemente: Hinrichsen hat zwischen die grossen Bl\u00f6cke f\u00fcnf Exkurse eingeschoben (Sonate als musikalische Denkform; Poetische Idee und musikalischer Inhalt; Pathos und Humor; Werk und Zyklus; Sp\u00e4twerk und Werkstil), in denen er \u00fcbergreifende Gesichtspunkte vertieft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Profund bis ins Detail sind Hans-Joachim Hinrichsens Erl\u00e4uterungen und Analysen, die das Einzelne dem Ganzen beiordnen, Akzente setzen, pers\u00f6nlich kommentieren, Arbeitskontexte verfolgen, Parallelen zu anderen Werken Beethovens (etwa den Klaviertrios op. 1, dem fr\u00fchen Klavierquartett, der Cellosonate op. 5\/2, den Streichquartetten op. 18), Einfl\u00fcssen von Komponistenkollegen und der Wirkungsgeschichte des Sonatenschaffens nachgehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Gr\u00fcndlichkeit und Umsicht widerspiegelt auch des Autors Umgang mit den oft als Anf\u00e4ngerstoff diskreditierten vier \u00abkleinen\u00bb Sonaten op. 14 und op. 49, denen er 23 Druckseiten widmet. Die Komplexit\u00e4t anderer Werke findet ihren Niederschlag in sehr umfangreichen Untersuchungen: 16 Seiten f\u00fcr Opus 106, ann\u00e4hernd 50 f\u00fcr die drei letzten Sonaten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Im Anhang finden sich die Anmerkungen, das Verzeichnis der Erstdrucke und der handschriftlichen Quellen der Sonaten (Titel der Originalausgabe, Datierung, Widmung) und die Literaturangaben. Leider wurde auf ein Sach- und Personenregister verzichtet, das abgesehen vom Komfort gezielten Nachschlagens auch die inhaltliche Vernetzung aufgedeckt h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Unter den Abbildungen finden sich Reproduktionen von Manuskripten und Erstdrucken. Die Notenbeispiele geben vorwiegend Skizzen Beethovens zu einzelnen Sonaten wieder; f\u00fcr ein an Entdeckungen und Erkenntnissen reiches Studium ist es unentbehrlich, die Partituren der Werke beizuziehen. <em>(ws)<\/em><br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong><em>Zitat aus dem Buch:<\/em><\/strong>\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00abBeethovens Sp\u00e4tstil ist also nur als souver\u00e4ne Beherrschung eines umfassenden Kontinuums der Schreibweisen angemessen zu verstehen, in dem nicht nur die Fuge, sondern auch die Anverwandlung traditioneller pianistischer Modelle wie Invention, Toccata oder Fantasie eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung gewinnt. Mit der Reflexion auf das \u00e4sthetische und technische Potential der Polyphonie verschafft Beethoven seiner Kompositionstechnik eine ganz neue Grundlage, und mit den experimentell erweiterten Satzmodellen der Fuge wie der Variation er\u00f6ffnet er seinen sp\u00e4ten Werkzyklen eine zus\u00e4tzliche Dimension des thematischen Denkens. Das gesamte Sp\u00e4twerk ist nicht trotz, sondern gerade wegen seiner willk\u00fcrlichen Integration barocker Satztechniken ein Projekt der Avantgarde.\u00bb (Seite 325)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Info:<\/strong><br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Hans-Joachim Hinrichsen: Beethoven. Die Klaviersonaten. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2013. 464 Seiten mit Abbildungen und Notenbeispielen. \u20ac 39,95. Fr. 53.90.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/beet5114.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Beethoven-Buch\" width=\"100\" height=\"152\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.02.2014 &#8212; Mit den drei \u00abKurf\u00fcrstensonaten\u00bb begann der 12-J\u00e4hrige in Bonn seine Auseinandersetzung mit der Klaviersonate, und nachdem er sich ein Jahrzehnt sp\u00e4ter in Wien niedergelassen hatte, legte der in der jungen Wiener Hocharistokratie als Pianist renommierte Beethoven 1796 seine ersten anspruchsvollen Werke dieser Gattung vor: die drei Sonaten op. 2. Klaviermusik wurde zu seinem ersten Markenzeichen; die Auseinandersetzung mit der Klaviersonate begleitete ihn durch alle Schaffensphasen, dokumentiert seine k\u00fcnstlerische Entwicklung vom fr\u00fchen Wiener Stil bis zum Sp\u00e4tstil von Anfang der 1820-er Jahre mit den Opera 109 bis 111.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Legion sind die Untersuchungen dieses Werkkorpus, eines der meisterforschten der Gattungsgeschichte. Analytisch einl\u00e4ssliche Werkf\u00fchrer der j\u00fcngeren Vergangenheit stammen von J\u00fcrgen Uhde (1970\/2012), Siegfried Mauser (2001) und Charles Rosen (2002). <br \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1226","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1226\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}