{"id":1302,"date":"2014-03-21T10:45:55","date_gmt":"2014-03-21T10:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/03\/21\/the-hilary-hahn-encores\/"},"modified":"2014-03-21T10:45:55","modified_gmt":"2014-03-21T10:45:55","slug":"the-hilary-hahn-encores","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/03\/21\/the-hilary-hahn-encores\/","title":{"rendered":"The Hilary Hahn Encores"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140314hahn.jpg\" border=\"0\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.03.2014 &#8212; Bekanntlich gibt\u2019s heute von allem zu viel, zu viel Konzerte, zu viel \u00aboriginelle\u00bb und \u00abinnovative\u00bb neue Werke, zu viel (zu gute) Musiker, noch zu viel mehr (noch zu bessere) Musikerinnen, dem Normalkonsumenten ist\u2019s schon lange schwindlig geworden. Das heutige Musikleben ertr\u00e4gt sich nur noch mit einer geh\u00f6rigen Portion vors\u00e4tzlicher Ignoranz. In diesem \u00fcberhitzten Zeitalter beschenkt uns die amerikanische Geigerin Hilary Hahn ausgerechnet mit Noch-mehrs \u2012 Encores \u2012 , einem Projekt, das man nicht mehr missen m\u00f6chte, weil\u2019s wie zu wenig des ansonsten Zuvielen etwas wirklich Zwingendes und Tiefgr\u00fcndiges hat. 26 St\u00fccke hat Hahn direkt in Auftrag gegeben, f\u00fcr ein 27. hat sie einen Wettbewerb ausgeschrieben und zu ihrer eigenen \u00dcberraschung vierhundert Eingaben erhalten, was sie drei Monate lang besch\u00e4ftigte \u2012 allein mit Durchspielen der Wettbewerbsbeitr\u00e4ge.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140314hahn.jpg\" border=\"0\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.03.2014 &#8212; Bekanntlich gibt\u2019s heute von allem zu viel, zu viel Konzerte, zu viel \u00aboriginelle\u00bb und \u00abinnovative\u00bb neue Werke, zu viel (zu gute) Musiker, noch zu viel mehr (noch zu bessere) Musikerinnen, dem Normalkonsumenten ist\u2019s schon lange schwindlig geworden. Das heutige Musikleben ertr\u00e4gt sich nur noch mit einer geh\u00f6rigen Portion vors\u00e4tzlicher Ignoranz. In diesem \u00fcberhitzten Zeitalter beschenkt uns die amerikanische Geigerin Hilary Hahn ausgerechnet mit Noch-mehrs \u2012 Encores \u2012 , einem Projekt, das man nicht mehr missen m\u00f6chte, weil\u2019s wie zu wenig des ansonsten Zuvielen etwas wirklich Zwingendes und Tiefgr\u00fcndiges hat. 26 St\u00fccke hat Hahn direkt in Auftrag gegeben, f\u00fcr ein 27. hat sie einen Wettbewerb ausgeschrieben und zu ihrer eigenen \u00dcberraschung vierhundert Eingaben erhalten, was sie drei Monate lang besch\u00e4ftigte \u2012 allein mit Durchspielen der Wettbewerbsbeitr\u00e4ge.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Zugaben waren im 19. Jahrhundert, ihrer grossen Epoche, eine schillernd doppelb\u00f6dige Sache: zum einen in ihrer lapidaren K\u00fcrze eine Art Satyrspiele zu den Grossformen, die \u00abseri\u00f6se Musik-Hochkultur\u00bb damals definierten, zum andern Spielwiese f\u00fcr innovative Kompositions- und Spieltechniken. Zudem fanden sie sich in der N\u00e4he der Salon- und Charakterst\u00fccke, der Pop-Literatur der Zeit. Sie mussten eine musikalische Idee verst\u00e4ndlich und packend auf den Punkt bringen. Darauf zur\u00fcckzugreifen ist in der heutigen Zeit des ausufernden Konzipierens, Philosophierens und opulent Innovierens im aktuellen Musikschaffen richtiggehend subversiv.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die nun vorliegende Doppel-CD mit den 27 St\u00fccken mutet an wie ein sch\u00f6n und liebevoll gestaltetes Musterbuch zeitgen\u00f6ssischen Komponierens. \u00a0Das Album, eingespielt mit der Pianistin Cory Smythe, steckt voller \u00dcberraschungen und verbl\u00fcffenden, skurrilen, aber auch irritierenden Samples. W\u00e4re Hilary Hahn nicht auf die Idee gekommen, man h\u00e4tte es sonstwie erfinden m\u00fcssen. \u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Noch zu etwas ganz Weltlichem: Wie bezahlt man so etwas? 27 Perlen der zeitgen\u00f6ssischen Musik? Auf typisch amerikanische Art: Das Booklet listet akribisch die Sponsoren der Kompositionen. Keine schlechte Art der Kulturf\u00f6rderung, was immer man vom amerikanischen System der M\u00e4zene und sonstigen privaten Finanzquellen f\u00fcrs Kulturleben halten will. Hahn hat sich selber zu so etwas wie einer Kuratorin gemacht. Man kann sich ja mal ausmalen, was rausgekommen w\u00e4re, h\u00e4tte eine typische staatlich-europ\u00e4ische Kulturkommission so eine Sammlung aufgegleist. <em>(wb)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Info:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">The Hilary Hahn Encores in 27 Pieces, Hilary Hahn (Violin), Cory Smythe (Piano), Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 479 1725<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140314hahn.jpg\" border=\"0\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>14.03.2014 &#8212; Bekanntlich gibt\u2019s heute von allem zu viel, zu viel Konzerte, zu viel \u00aboriginelle\u00bb und \u00abinnovative\u00bb neue Werke, zu viel (zu gute) Musiker, noch zu viel mehr (noch zu bessere) Musikerinnen, dem Normalkonsumenten ist\u2019s schon lange schwindlig geworden. Das heutige Musikleben ertr\u00e4gt sich nur noch mit einer geh\u00f6rigen Portion vors\u00e4tzlicher Ignoranz. In diesem \u00fcberhitzten Zeitalter beschenkt uns die amerikanische Geigerin Hilary Hahn ausgerechnet mit Noch-mehrs \u2012 Encores \u2012 , einem Projekt, das man nicht mehr missen m\u00f6chte, weil\u2019s wie zu wenig des ansonsten Zuvielen etwas wirklich Zwingendes und Tiefgr\u00fcndiges hat. 26 St\u00fccke hat Hahn direkt in Auftrag gegeben, f\u00fcr ein 27. hat sie einen Wettbewerb ausgeschrieben und zu ihrer eigenen \u00dcberraschung vierhundert Eingaben erhalten, was sie drei Monate lang besch\u00e4ftigte \u2012 allein mit Durchspielen der Wettbewerbsbeitr\u00e4ge.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1302\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}