{"id":1337,"date":"2014-04-05T07:40:18","date_gmt":"2014-04-05T07:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/04\/05\/die-klaviermusik-der-bach-soehne\/"},"modified":"2014-04-05T07:40:18","modified_gmt":"2014-04-05T07:40:18","slug":"die-klaviermusik-der-bach-soehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/04\/05\/die-klaviermusik-der-bach-soehne\/","title":{"rendered":"Die Klaviermusik der Bach-S\u00f6hne"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140328bach.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD Bach S\u00f6hne\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>28.03.2014 &#8212; Mit historischen Instrumenten? Historisch informiert? Beides? Eins von beidem? Frei kombiniert? Heute herrscht da Pragmatismus, man erinnert sich aber an Zeiten, als die neuen Zug\u00e4nge zur alten \u00c4sthetik dogmatisch gesetzt wurden und etwa ein Andr\u00e1s Schiff gegen den Zeitgeist Zeichen setzte, indem er Johann Sebastian Bachs Konzerte \u2012 was f\u00fcr eine Provokation! \u2012 wieder oder nach wie vor auf dem Konzertfl\u00fcgel spielte. Noch pointierter wird die Frage der \u00abrichtigen\u00bb Wahl mit Blick auf die Musik der Bach-S\u00f6hne \u2012 speziell in Carl Philipp Emanuels 300. Geburtsjahr, das wir heuer begehen. Zu eng scheinen ihre Werke den epochenverhafteten T\u00fcfteleien und Experimenten mit neuen Instrumenten, dem Hammerfl\u00fcgel, respektive Fortepiano, und neuen Formen, der Phantasie, der modernen Sonate, dem eleganten Stil, geschuldet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140328bach.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD Bach S\u00f6hne\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>28.03.2014 &#8212; Mit historischen Instrumenten? Historisch informiert? Beides? Eins von beidem? Frei kombiniert? Heute herrscht da Pragmatismus, man erinnert sich aber an Zeiten, als die neuen Zug\u00e4nge zur alten \u00c4sthetik dogmatisch gesetzt wurden und etwa ein Andr\u00e1s Schiff gegen den Zeitgeist Zeichen setzte, indem er Johann Sebastian Bachs Konzerte \u2012 was f\u00fcr eine Provokation! \u2012 wieder oder nach wie vor auf dem Konzertfl\u00fcgel spielte. Noch pointierter wird die Frage der \u00abrichtigen\u00bb Wahl mit Blick auf die Musik der Bach-S\u00f6hne \u2012 speziell in Carl Philipp Emanuels 300. Geburtsjahr, das wir heuer begehen. Zu eng scheinen ihre Werke den epochenverhafteten T\u00fcfteleien und Experimenten mit neuen Instrumenten, dem Hammerfl\u00fcgel, respektive Fortepiano, und neuen Formen, der Phantasie, der modernen Sonate, dem eleganten Stil, geschuldet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Dabei scheinen die Werke von C.P.E., W.F., J.C.B. und J.C.F. heute moderner und zeitgem\u00e4sser denn je, entsprechen sie doch auch dem heutigen Herumpr\u00f6beln mit neuen Medien, neuen Klangerzeugern und den Tr\u00fcmmern einer zur\u00fcckliegenden, alles \u00fcberragenden, aber abgeschlossenen Klangwelt. Diese Modernit\u00e4t, diese Zeugenschaft einer stetig wiederkehrenden Zeit der Umbr\u00fcche, kann gerade dadurch betont werden, dass man sie aus dem materiellen, der Verbundenheit mit dem historischen Klang befreit. Dies tun der Pianist See Siang Wong und das Kammerorchester Basel und legen dabei Schichten dieser Kompositionen frei, die frisch und unerh\u00f6rt wirken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der in Holland geborene See Siang Wong, der an der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste unterrichtet, bewegt sich als Interpret dabei nicht im leeren Raum, sondern repliziert heute vieles, was zur\u00fcckverweist auf die Umbruchszeiten gegen Ende des 18.Jahrhunderts. Er hat \u2012 unter anderem \u2012 mit <em>Swiss Piano<\/em> ein Projekt initiiert, das sich der F\u00f6rderung zeitgen\u00f6ssischer Klaviermusik mit lokaler Verbundenheit verschrieben hat und mischt so heute kr\u00e4ftig mit im Geiste der Bach-S\u00f6hne, die zu ihrer Zeit genauso Pfade durch unruhige Zeiten suchten. Dass seine Interpretationen so unverbraucht und interessant klingen, ist aber auch der Transparenz und Vitalit\u00e4t des gemeinsamen Musizierens mit den Streichern des Kammerorchesters Basel zu verdanken, die unter der F\u00fchrung ihrer Konzertmeisterin Yuki Kasai auf modernen Instrumenten, aber mit historischen B\u00f6gen mittun. Die bei der Deutschen Harmonia Mundi erschienene Doppel-CD hat Referenzcharakter.<em> (wb)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong><\/p>\n<p>The Bach Sons. Piano Concertos &amp; Piano Pieces. See Siang Wong, Kammerorchester Basel, Yuki Kasai, Deutsche Harmonia Mundi, Doppel-CD, Best.-Nr. 88883734632.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140328bach.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD Bach S\u00f6hne\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>28.03.2014 &#8212; Mit historischen Instrumenten? Historisch informiert? Beides? Eins von beidem? Frei kombiniert? Heute herrscht da Pragmatismus, man erinnert sich aber an Zeiten, als die neuen Zug\u00e4nge zur alten \u00c4sthetik dogmatisch gesetzt wurden und etwa ein Andr\u00e1s Schiff gegen den Zeitgeist Zeichen setzte, indem er Johann Sebastian Bachs Konzerte \u2012 was f\u00fcr eine Provokation! \u2012 wieder oder nach wie vor auf dem Konzertfl\u00fcgel spielte. Noch pointierter wird die Frage der \u00abrichtigen\u00bb Wahl mit Blick auf die Musik der Bach-S\u00f6hne \u2012 speziell in Carl Philipp Emanuels 300. Geburtsjahr, das wir heuer begehen. 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