{"id":1367,"date":"2014-04-19T07:34:32","date_gmt":"2014-04-19T07:34:32","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/04\/19\/das-arcanto-quartett-spielt-mozart\/"},"modified":"2014-04-19T07:34:32","modified_gmt":"2014-04-19T07:34:32","slug":"das-arcanto-quartett-spielt-mozart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/04\/19\/das-arcanto-quartett-spielt-mozart\/","title":{"rendered":"Das Arcanto Quartett spielt Mozart"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140411arcanto.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"88\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">11.04.2014 &#8212; Wenn es noch eines Beweises bed\u00fcrfte, dass die Auseinandersetzung mit zeitgen\u00f6ssischer Kunstmusik auch den Blick auf die Klassik sch\u00e4rft, diese CD erbr\u00e4chte ihn. Sie dokumentiert eine Art Third Stream der Interpretation \u00e4lterer Werke, der weniger \u00d6ffentlichkeit schafft als die Auseinandersetzungen um traditionelles und historisch-informiertes Musizieren. Die mediale Diskussion konstrastiert in der Regel Wiedergabe-Traditionen des 20. Jahrhunderts (mit Karajan als K\u00fchlerfigur) und geschichtlich-rekonstruierendem Musizieren (\u00e1 la Harnoncourt und Norrington). Daneben finden sich aber eben auch Interpreten, die ihr Ohr \u00e4sthetisch an den Klangwelten und Spieltechniken der Neuen Musik gesch\u00e4rft haben und sich so neue Zug\u00e4nge zu Altem schaffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140411arcanto.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"88\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">11.04.2014 &#8212; Wenn es noch eines Beweises bed\u00fcrfte, dass die Auseinandersetzung mit zeitgen\u00f6ssischer Kunstmusik auch den Blick auf die Klassik sch\u00e4rft, diese CD erbr\u00e4chte ihn. Sie dokumentiert eine Art Third Stream der Interpretation \u00e4lterer Werke, der weniger \u00d6ffentlichkeit schafft als die Auseinandersetzungen um traditionelles und historisch-informiertes Musizieren. Die mediale Diskussion konstrastiert in der Regel Wiedergabe-Traditionen des 20. Jahrhunderts (mit Karajan als K\u00fchlerfigur) und geschichtlich-rekonstruierendem Musizieren (\u00e1 la Harnoncourt und Norrington). Daneben finden sich aber eben auch Interpreten, die ihr Ohr \u00e4sthetisch an den Klangwelten und Spieltechniken der Neuen Musik gesch\u00e4rft haben und sich so neue Zug\u00e4nge zu Altem schaffen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Sie legen keine Bekenntnisse zur politisch-korrekten Auslegung eines historischen Notentextes ab, entwickeln aber eine so hohe Ausdeutungskultur, dass sie auch Vergangenem faszinierend neues Leben einzuhauchen verm\u00f6gen. Das hat sich mittlerweile auch an den Musikhochschulen durchgesetzt. Am Stil der nachdr\u00e4ngenden Generation konzertierender Musiker l\u00e4sst sich deshalb kaum noch ein ideologisches Bekenntnis auslesen; er zeugt in erster Linie von weitem \u00e4sthetischem Horizont.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Noch spannender wird\u2019s, wenn sich erfahrene Spezialisten mischen: Die Geigerin Antje Weithaas, die auch als k\u00fcnstlerische Leiterin der Camerata Bern amtet, hat sich nicht zuletzt als Interpretin von Werken der klassischen Moderne einen exzellenten Namen gemacht, Daniel Sepec, der in Basel unterrichtet, ist (unter anderem) ein profilierter Barockspezialist. Die Bratschistin Tabea Zimmermann setzt sich immer wieder f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssische Musik ein und hat etwa Ligetis <em>Sonate pour alto seul <\/em>uraufgef\u00fchrt, der Cellist Jean-Guihen Queyras wiederum amtete auch schon als Solist des Ensembles Intercontemporain. Die vier bilden das Arcanto Quartett, eine Anh\u00e4ufung ungew\u00f6hnlich breitgef\u00e4cherter Spielkompetenz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Seine Interpretationen mozartscher Kammermusikwerke \u2012 hier zum einen des Quartetts d-Moll KV 421 \u2012 l\u00e4sst sich denn auch kaum in eine der Schubladen versorgen, die sich medial dankbar vermitteln lassen, weil sie einen polemisch-skandalisierenden Ton treffen und sich gegen irgendwas richten. Sie folgen keinen Ismen, sie sind einfach exzellente Kammermusik. Dass sich zu dem Quartett f\u00fcr die Wiedergabe des Klarinettenquintetts KV 581 zum andern auch noch der Klarinettist J\u00f6rg Widmann gesellt, der als Komponist und Interpret alte und neue Welten synthetisiert, sorgt f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Mehrwert. Da sitzt jede Phrase, stimmt jede Nuance. So entspannt und spannungsreich zugleich, so vibrierend wie asketisch, klangsensibel, transparent und dicht ist Mozart selten zu h\u00f6ren. Seine Musik wird da aus jeglicher zeitlicher Bedingtheit herausgel\u00f6st. Auch als Zuh\u00f6rer darf man frei atmen und sich von Allgemeinmenschlichem fesseln lassen. <em>(wb) <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Info:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Wolfgang Amadeus Mozart, Clarinet Quintet, String Quartet K.421, Arcanto Quartett, J\u00f6rg Widmann (Clarinet), harmonia mundi, HMC 902168.\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140411arcanto.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"88\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">11.04.2014 &#8212; Wenn es noch eines Beweises bed\u00fcrfte, dass die Auseinandersetzung mit zeitgen\u00f6ssischer Kunstmusik auch den Blick auf die Klassik sch\u00e4rft, diese CD erbr\u00e4chte ihn. Sie dokumentiert eine Art Third Stream der Interpretation \u00e4lterer Werke, der weniger \u00d6ffentlichkeit schafft als die Auseinandersetzungen um traditionelles und historisch-informiertes Musizieren. Die mediale Diskussion konstrastiert in der Regel Wiedergabe-Traditionen des 20. Jahrhunderts (mit Karajan als K\u00fchlerfigur) und geschichtlich-rekonstruierendem Musizieren (\u00e1 la Harnoncourt und Norrington). Daneben finden sich aber eben auch Interpreten, die ihr Ohr \u00e4sthetisch an den Klangwelten und Spieltechniken der Neuen Musik gesch\u00e4rft haben und sich so neue Zug\u00e4nge zu Altem schaffen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1367"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1367\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}