{"id":1411,"date":"2014-05-10T10:25:16","date_gmt":"2014-05-10T10:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/05\/10\/von-den-schwerigkeiten-nicht-eu-kuenstler-in-die-schweiz-einzuladen\/"},"modified":"2014-05-10T10:25:16","modified_gmt":"2014-05-10T10:25:16","slug":"von-den-schwerigkeiten-nicht-eu-kuenstler-in-die-schweiz-einzuladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/05\/10\/von-den-schwerigkeiten-nicht-eu-kuenstler-in-die-schweiz-einzuladen\/","title":{"rendered":"Der Schengenraum und die kulturelle Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">02.05.2014 &#8212; Nach der Abstimmung \u00fcber die Masseneinwanderungs-Initiative steht in der Schweiz, auch in der Schweizer Kulturwirtschaft, in erster Linie das br\u00fcchiger gewordene Verh\u00e4ltnis zu Europa zur Debatte \u2012 und m\u00f6gliche Hindernisse f\u00fcr den freien Fluss des kulturellen Austausches mit L\u00e4ndern der EU. Dabei k\u00f6nnte vergessen werden, dass gerade im k\u00fcnstlerischen, ideellen und kulturellen Dialog \u00fcberhaupt keine Grenzen gesetzt werden sollten. Interaktionen mit Kunstschaffenden, Musikern, Theaterleuten oder Literaten sollten quer, l\u00e4ngs und rund um den ganzen Globus m\u00f6glich sein und angeregt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Allerdings gibt es da ein kleines (?) Problem, das letztes Jahr im Bundesparlament zwar angesprochen worden ist, aber wieder auf der langen Bank abgelegt zu bleiben droht: Die Schweiz hat 2008 die Unesco-Konvention zum Schutz und zur F\u00f6rderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ratifiziert. Sie verlangt von den Vertragsstaaten unter anderem, die Mobilit\u00e4t Kulturschaffender zu erleichtern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Faktisch hat sich aber bislang wenig ge\u00e4ndert. Veranstalter, die Truppen aus Nicht-EU-L\u00e4ndern einladen wollen, sehen sich nach wie vor grossen H\u00fcrden gegen\u00fcber. In einer Interpellation (13.3153) zum Thema \u00a0hat die St. Galler SP-Nationalr\u00e4tin Claudia Friedl im M\u00e4rz vergangenen Jahres Beispiele angef\u00fchrt, etwa die von der Kunsthalle Bern eingeladene K\u00fcnstlergruppe \u00abInvisible Borders\u00bb aus Nigeria, T\u00e4nzer des Centre de D\u00e9veloppement Chor\u00e9graphique \u00abLa Termiti\u00e8re\u00bb in Ouagadougou, die von der Plattform \u00abLe Marchepied\u00bb nach Lausanne eingeladen waren, oder die Cie. Yakana aus Kamerun, programmiert am Festival Juilletdanse in Freiburg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die Nationalr\u00e4tin h\u00e4tte vom Bundesrat unter anderem gerne gewusst, welche Massnahmen der Bund getroffen hat, um die Verpflichtungen aus der Unesco-Konvention zu erf\u00fcllen, insbesondere was die Erleichterung der Visaprozeduren und die Reduktion der Kosten betrifft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die erste Antwort des Bundesrates zeigt, dass das Problem eingestandenermassen komplexer ist, als man im ersten Moment glauben k\u00f6nnte. Was die Erteilung von Visa betreffe, so das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD), seien die Schweizer Vertretungen an das Schengener Durchf\u00fchrungs\u00fcbereinkommen und die daraus abgeleiteten Rechtsakte gebunden. Insbesondere der Visakodex und das Visahandbuch regelten das Verfahren zur Visumerteilung im Detail und liessen den Vertretungen diesbez\u00fcglich nur wenig Spielraum. Die Haltung dahinter \u00a0t\u00f6nt etwas nach dem guten alten \u00abH\u00e4ng die W\u00e4sche weg, die Kom\u00f6dianten kommen\u00bb.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Die Vereinbarkeit des Schengen Abkommens und der Unesco-Konvention w\u00e4re sicherlich Juristenfutter, wenn sich mit ihrer Analyse politische Meriten holen liessen. Vorerst versichert der Bundesrat aber, dass die Schengen-Regelung mit den \u00abaus der Unesco-Konvention abgeleiteten Verpflichtungen vereinbar\u00bb sind. Reisende K\u00fcnstler sind weltpolitisch eine vernachl\u00e4ssigbare Gr\u00f6sse, da lohnt sich kaum ein differenzierterer Blick.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Der lohnt sich eigentlich \u00fcberhaupt nicht. Darauf zumindest l\u00e4sst sich aus der Tatsache schliessen, dass die Diskussion der Interpellation im Juni 2013 im Nationalrat verschoben worden ist. Nachgeholt hat er sie bislang nicht, und die Veranstalter in der Schweiz warten immer noch auf Zeichen des Goodwills, wenn es darum geht, den kulturellen Austausch \u00fcber die Kontinente hinweg zu erleichtern. Er wird wohl l\u00e4nger warten, denn die Entwicklungen im Verh\u00e4ltnis zwischen der Schweiz und der EU d\u00fcrften das Thema noch mehr in den Hintergrund r\u00fccken.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang B\u00f6hler\u00a0 \u00a0 02.05.2014 &#8212; Nach der Abstimmung \u00fcber die Masseneinwanderungs-Initiative steht in der Schweiz, auch in der Schweizer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1411","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-editorials","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1411"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1411\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}