{"id":142,"date":"2014-01-09T14:58:46","date_gmt":"2014-01-09T14:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/nicola-benedetti-eine-schottin-in-italien\/"},"modified":"2014-01-09T14:58:46","modified_gmt":"2014-01-09T14:58:46","slug":"nicola-benedetti-eine-schottin-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/nicola-benedetti-eine-schottin-in-italien\/","title":{"rendered":"Nicola Benedetti: eine Schottin in Italien"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/111028benedetti.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>28.10.2011 &#8212;<\/em> Nicola Benedetti tr\u00e4gt Dolce &amp; Gabbana. Normalerweise w\u00e4re hier Schluss der Geschichte. Kleidermarken haben mit dem Wert von Musik herzlich wenig zu tun, und die konsumgetriebene Waren\u00e4sthetik, die auch von der klassischen Musik immer mehr Besitz zu ergreifen scheint, m\u00fcsste mehr zu beklagen sein, als dass man ihr in erkenntnisorientierter Musikkritik noch Raum zugestehen sollte. Bl\u00f6d nur, dass die klassische Musik weltlicher Provenienz schon immer Teil einer selbstdarstellerischen Konsumgesellschaft war, und zudem f\u00fcgt sich im Falle der schottischen Geigerin mit italienischen Wurzeln alles irgendwie richtig zusammen: Das italienische Flair, die mediterrane Jugendlichkeit, die sie ausstrahlt und der gute Geschmack \u2013 auch im Musikalischen.<\/p>\n<p> Zusammen mit dem von Christian Curnyn geleiteten Scottish Chamber Orchestra geizt die Violinistin, die sich auf CD bisher vor allem mit romantischem und britischem Repertoire bemerkbar gemacht hat, nicht mit Spielfreude, klanglicher Kulinarik und einer in sich stimmigen Programmidee, die Konzerte Vivaldis (\u00abGrosso Mogul\u00bb, RV 358 aus \u00abLa Cetra\u00bb, \u00abSommer\u00bb aus den \u00abVier Jahreszeiten\u00bb) mit Tartinis \u00abTeufelstriller\u00bb-Sonate, einem Largo aus einer Sonate Franceso Veracinis (op.2 Nr. A-Dur) und einer Arie Vivaldis (\u00abVedro con mio diletto\u00bb aus der Oper <em>Il Giustino<\/em>, RV 717) kombiniert. <\/p>\n<p> Undogmatisch und mit sicheren musikalischem Gesp\u00fcr wird da in den reichen Baukasten der interpretatorischen Stilmittel gegriffen, seien sie nun historisch-informierter, romantischer oder moderner Herkunft. Nicola Benedetti pflegt in der Tiefe einen dunklen, sinnlichen und in den langsamen Partien durchaus auch vibratobeseelten Klang versteht es aber, in den H\u00f6hen die silberne Klarheit ihrer mit einem Barockbogen gestrichenen Stahlsaiten auch mal zum Zwitschern zu bringen. <\/p>\n<p> Auch Originelles findet sich da. Im Konzert \u00abGrosso Mogul\u00bb m\u00f6chte man gerne die Tempi nachmessen, so organisch-vielf\u00e4ltig scheinen die Schwankungen, was allerdings auch akustische T\u00e4uschung sein kann. Im langsamen Satz des \u00abSommers\u00bb scheint die Musik fast stehenzubleiben und in den begleitenden Streichern in flimmernden Flautandis br\u00fctende Mittagshitze aufsteigen zu lassen.<\/p>\n<p> Auch in den andern S\u00e4tzen treten Benedetti und das Schottische Kammerensemble einmal mehr den Beweis an, wie unersch\u00f6pflich reich die Musik des Prete Rosso an Kl\u00e4ngen, Effekten, Innenspannungen und Leuchkraft sein kann. <\/p>\n<p> <strong>Konzert-Tipp:<\/strong><\/p>\n<p> Am 8. November kann Nicola Benedetti in der Z\u00fcrcher Tonhalle auf der B\u00fchne erlebt werden, zusammen mit dem Z\u00fcrcher Kammerorchester unter der Leitung von Mark Laycock.<\/p>\n<p> Auf dem Programm stehen dabei allerdings nicht barocke Werke, sondern \u2013 neben P\u0113teris Vasks&#8216; <em>Epifania<\/em> f\u00fcr Streichorchester und Tschaikowskys Streichsextett d-Moll op. 70, \u00abSouvenir de Florence\u00bb, in einer Fassung f\u00fcr Streichorchester \u2013 ein Mozart-Violinkonzert (A-Dur, KV 219). Neugierig macht die Barock-CD Benedettis da aber vermutlich erst recht. <em>(wb)<\/em> <\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\"><span style=\"font-size: x-small;\"> Nicola Benedetti: Italia. Werke von Vivaldi, Tartini und Veracini. Scottish Chamber Orchestra, Christian Curnyn (Leitung). Decca\/Universal, Best.-Nr. 476 4342.<\/span><br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.10.2011 &#8212; Nicola Benedetti tr\u00e4gt Dolce &amp; Gabbana. 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