{"id":150,"date":"2014-01-09T15:18:44","date_gmt":"2014-01-09T15:18:44","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/de-niese-und-die-schoenheit-des-barock\/"},"modified":"2014-01-09T15:18:44","modified_gmt":"2014-01-09T15:18:44","slug":"de-niese-und-die-schoenheit-des-barock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/de-niese-und-die-schoenheit-des-barock\/","title":{"rendered":"De Niese und die Sch\u00f6nheit des Barock"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110708deniese.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>08.07.2011 &#8212;<\/em> Vor einigen Jahren w\u00e4re es vermutlich noch unvorstellbar gewesen, dass sich S\u00e4ngerinnen mit Barock-Rezitalen auf CD empfohlen h\u00e4tten, da h\u00e4tten es die Heil\u2019gen Hallen Mozarts, der Gral Wagners oder die Schleier Richard Strauss\u2019 sein m\u00fcssen, h\u00e4tte ordentlich Staat gemacht werden sollen. Tempi passati, die Diven \u2013 man denke an Cecilia Bartoli, Patricia Petibon, Nathalie Stutzmann, Magdalena Ko\u017een\u00e1 oder Simone Kermes \u2013 machen heute mit barockem Furor Furore, verstr\u00f6men mit venezianischem Gleissen Glamour und eilen mit franz\u00f6sischem Pomp zum Triumph.<\/p>\n<p> So auch die Amerikanerin Danielle de Niese, deren Name perfekt in barockes Ambiente passt, allerdings eher franz\u00f6sisches. Das liegt ihr hier aber nicht am Herzen, auch wenn sie in den Opern Rameaus durchaus auch zuhause ist; vielmehr geht es um \u00abThe Beauty of the Baroque\u00bb, die englische n\u00e4mlich.<\/p>\n<p> \u00abBarock\u00bb legen die S\u00e4ngerin und The English Concert unter der Leitung Harry Bickets dabei allerdings grossz\u00fcgig aus: Den Einstieg machen zwei Lieder des Renaissance-Titanen John Dowland, die nur mit etlichen historischen Verbiegungen in fr\u00fchbarocke Regungen umgedeutet werden k\u00f6nnten. Darauf prallt ziemlich unvermittelt das Larghetto \u00abOmbra mai fu\u00bb aus H\u00e4ndels <em>Serse<\/em>, eine authentische Barock-Ikone; sie wird von der Sopranistin de Niese in der Altfassung vorgetragen. Und schlicht. Ohne das \u00fcbliche Irrlichtern in vokalen Melismen. Bravo.<\/p>\n<p> Es folgen Nummern aus popul\u00e4ren Werken Purcells und Monteverdis und sogar ein Ausflug in das in den letzten Monaten von Claudio Abbado und Anna Netrebko aus der Liebhaber-Nische geholten <em>Stabat Mater<\/em> Pergolesis. Die Titelnummer singt de Niese hier mit dem Countertenor Andreas Scholl, eine reizvolle und harmonische Kombination, die sich auch in \u00abPur ti miro\u00bb aus Monteverdis <em>L\u2019incoronazione di Poppea<\/em> und \u00abIo t\u2019abbraccio\u00bb aus H\u00e4ndels <em>Rodelinda<\/em> bew\u00e4hrt. <\/p>\n<p> F\u00fcr den Schluss des Rezitals macht de Niese schliesslich einen Ausflug in deutsche Lande, mit zwei Nummern aus Bach-Kantaten. The English Concert begleitet die S\u00e4ngerin routiniert und inspiriert, den Liederreigen h\u00f6rt man sich auch deshalb gerne an. Danielle de Niese muss man als Barock-Interpretin ja nun nicht speziell empfehlen, als solche hat sie sich fraglos durchgesetzt.<\/p>\n<p> Vielleicht w\u00fcnschte man sich h\u00f6chstens ab und an noch etwas mehr Differenzierung im Vibrato-Einsatz und vielleicht manchmal auch ein klein wenig mehr Mut zu etwas mehr emotionaler Frechheit. Das ist aber vermutlich bloss Geschmackssache&#8230; <em>(wb)<\/em> <\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\"><em><span style=\"font-size: x-small;\">Danielle de Niese: Beauty of the Baroque, The English Concert, Harry Bicket (Leitung), Andreas Scholl (Countertenor), Arien von Dowland, H\u00e4ndel, Purcell, Monteverdi, Pergolesi und Bach, Decca\/Universal, Best.-Nr. 478 2260.<\/span> <\/em><br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.07.2011 &#8212; Vor einigen Jahren w\u00e4re es vermutlich noch unvorstellbar gewesen, dass sich S\u00e4ngerinnen mit Barock-Rezitalen auf CD empfohlen h\u00e4tten,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}