{"id":1516,"date":"2014-06-23T08:42:59","date_gmt":"2014-06-23T08:42:59","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/06\/23\/pumeza-matshikizas-voice-of-hope\/"},"modified":"2014-06-23T08:42:59","modified_gmt":"2014-06-23T08:42:59","slug":"pumeza-matshikizas-voice-of-hope","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/06\/23\/pumeza-matshikizas-voice-of-hope\/","title":{"rendered":"Pumeza Matshikizas Voice of Hope"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140620pumeza.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>20.06.2014 &#8212; Oper ist wie Fussball, nur anders. In den grossen Ligen der Welt kickt heute eine austauschbare Elite an Spielern, Brasilianer in Japan, Iraner in Deutschland, Spanier in England und so weiter und so fort, und an Weltmeisterschaften, wie sie zur Zeit in Brasilien stattfinden, treffen sie sich auf dem Rasen in verschiedenen Nationaltrikots, aber mit ihren Klubkollegen. Wenn immer vom v\u00f6lkerverbindenden Wert des Spiels geredet wird, das steckt wirklich dahinter: individuelle Leistung schl\u00e4gt nationale Zugeh\u00f6rigkeit, die Leibchen sind austauschbar. Es gibt keine Segregation. In der Oper ist es nun eben genauso: Sie gehorcht einem S\u00f6ldnersystem und unterl\u00e4uft so Nationalismen.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140620pumeza.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>20.06.2014 &#8212; Oper ist wie Fussball, nur anders. In den grossen Ligen der Welt kickt heute eine austauschbare Elite an Spielern, Brasilianer in Japan, Iraner in Deutschland, Spanier in England und so weiter und so fort, und an Weltmeisterschaften, wie sie zur Zeit in Brasilien stattfinden, treffen sie sich auf dem Rasen in verschiedenen Nationaltrikots, aber mit ihren Klubkollegen. Wenn immer vom v\u00f6lkerverbindenden Wert des Spiels geredet wird, das steckt wirklich dahinter: individuelle Leistung schl\u00e4gt nationale Zugeh\u00f6rigkeit, die Leibchen sind austauschbar. Es gibt keine Segregation. In der Oper ist es nun eben genauso: Sie gehorcht einem S\u00f6ldnersystem und unterl\u00e4uft so Nationalismen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die Verkn\u00fcpfung von Musik und nationalen Kulturen verl\u00e4uft allerdings entlang einer ganzen Reihe von Fettn\u00e4pfchen politischer Korrektheit. Was soll das etwa bedeuten, wenn den Song der Fussball-WM in S\u00fcdafrika vor vier Jahren eine Kolumbianiern \u2012 Shakira mit \u00abWaka Waka\u00bb \u2012 beisteuert? Oder, schlimmer noch eine Amerikanerin \u00ad\u2012 J.Lo, Jennifer Lopez, \u00a0mit wie heisst das Liedchen doch gleich? \u2012 die WM in Brasilien besingt. Werden da nationale Kulturen desavouiert, oder wird da bloss \u00dcbernationalit\u00e4t signalisiert? Letztlich ist die Frage bloss: funktioniert\u2018s? Weltmeisterliches Waka Waka und Tiki Taka, das ging 2010 sehr gut zusammen, J.Lo und Neymar sind heuer hingegen ein Reinfall.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Aus dem WM-Land 2010 stammt die S\u00e4ngerin Pumeza Matshikiza, die \u2012 aufgewachsen in den Townships \u2012 am Royal College of Music in London\u00a0 ausgebildet wurde und zur Zeit an der Stuttgarter Oper engagiert ist. Sie hat eine grosse Stimme und wagt sich auf der CD \u00abVoice of Hope\u00bb unter anderem an Lieder, die von Miriam Makeba zu einem St\u00fcck Weltkultur gemacht worden sind: Malaika, Pata Pata, The Click Song, Nkosi Sikelel\u2018 i Afrika. Kann das eine klassisch ausgebildete Sopranistin?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Sie kann es, oder sagen wir mal, sie k\u00f6nnte es. Allerdings wird sie etwas ausgebremst. Die Orchesterarrangements der St\u00fccke stammen zwar nicht von schlechten Eltern, sowohl der Brite Iain Farrington als auch der Belgier Dirk Bross\u00e9 sind ausgewiesene Crossover-Arrangeure mit beeindruckendem Palmares, wer aber Miriam Makebas hochexpressive, k\u00f6rperliche Stimme im Ohr hat, muss den Eindruck erhalten, dass ihre Landsfrau hier von eher schwachbr\u00fcstigen Streicherlinien und harmlosen Perkussionss\u00e4tzen ausgebremst wird. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Pumeza Matshikiza<\/span>\u00a0legt hier ihr Deb\u00fct-Album bei Decca vor und d\u00fcrfte sich wohlweislich kaum eigene Gedanken gemacht haben dar\u00fcber, wie sie selber sich das vorzustellen hat. Das Album t\u00f6nt nun ein bisschen westeurop\u00e4isch-bildungsb\u00fcrgerlich, weil\u2019s vermutlich auch f\u00fcr ein solches Publikum gedacht ist. Von Pumeza Matshikiza werden wir aber zweifelsohne noch einiges h\u00f6ren. Im, vor und neben dem europ\u00e4ischen Opernhaus. Wir freuen uns darauf. (wb)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><strong>Info:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Pumeza. Voice of Hope. Decca\/Universal, Best.-Nr. 478\u00a0 6316\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/140620pumeza.jpg\" border=\"0\" alt=\"CD Cover\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>20.06.2014 &#8212; Oper ist wie Fussball, nur anders. In den grossen Ligen der Welt kickt heute eine austauschbare Elite an Spielern, Brasilianer in Japan, Iraner in Deutschland, Spanier in England und so weiter und so fort, und an Weltmeisterschaften, wie sie zur Zeit in Brasilien stattfinden, treffen sie sich auf dem Rasen in verschiedenen Nationaltrikots, aber mit ihren Klubkollegen. Wenn immer vom v\u00f6lkerverbindenden Wert des Spiels geredet wird, das steckt wirklich dahinter: individuelle Leistung schl\u00e4gt nationale Zugeh\u00f6rigkeit, die Leibchen sind austauschbar. Es gibt keine Segregation. In der Oper ist es nun eben genauso: Sie gehorcht einem S\u00f6ldnersystem und unterl\u00e4uft so Nationalismen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1516"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1516\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}