{"id":154,"date":"2014-01-09T15:25:19","date_gmt":"2014-01-09T15:25:19","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/west-eastern-divan-orchestra-in-salzburg\/"},"modified":"2014-01-09T15:25:19","modified_gmt":"2014-01-09T15:25:19","slug":"west-eastern-divan-orchestra-in-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/west-eastern-divan-orchestra-in-salzburg\/","title":{"rendered":"West-Eastern Divan Orchestra in Salzburg"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110513barenboim.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>13.05.2011 &#8212; Die neunte von Sch\u00f6nbergs Variationen f\u00fcr Orchester op. 31 ist \u00fcbertitelt mit \u00abgleiches Tempo (l\u2019istesso tempo), aber etwas langsamer\u00bb. Die logische Unm\u00f6glichkeit k\u00f6nnte auch das West-Eastern Divan Orchestra charakterisieren, welches das Werk als Residenzorchester an den Salzburger Festspielen 2007 vortrug. Das selbstverst\u00e4ndlich von Daniel Barenboim, dem Gr\u00fcnder des Orchesters, geleitete Konzert vom 13. August wurde aufgenommen und ist nun auf CD dokumentiert. Der Klangk\u00f6rper ist einer Vision der Gemeinsamkeit entsprungen, die heute weiter entfernt als je scheint, aber musikalisch zumindest funktioniert: Da konzertieren Israeli, Musiker aus den pal\u00e4stinensischen Gebieten, \u00c4gypter, Jordanier und solche aus weiteren L\u00e4ndern der Region eintr\u00e4chtig neben- und miteinander. <\/p>\n<p> Der politischen Dimension des Projektes zum Trotz: Die Mitglieder des Orchesters sind zuallerst einmal Jugendliche. Dies zeigt sich in \u00e4sthetischen Vorlieben, wie sie auch das Simon-Bolivar-Jugendorchester aus Venezuela charakterisiert: Man liebt den \u00fcppigen, saftigen Klang, das grosse romantische Bekenntnis-Repertoire und nicht zuletzt die sinnliche Sinfonik der Russen. Selbst Sch\u00f6nbergs klangseismografische Partitur wird da prall (aber nicht minder pr\u00e4zise und transparent) zum Erklingen gebracht. <\/p>\n<p> Der Referent der \u00abNeuen Musikzeitung\u00bb berichtete 2007 davon, dass Tschaikowskys <em>Path\u00e9tique<\/em> als wuchtiges Klangtableau erklungen sei, und Beethovens dritte <em>Leonoren<\/em>-Ouvert\u00fcre (sie findet sich nicht auf der CD) gar als \u00abh\u00e4mmernd-lauter Parforce-Ritt mit Tendenz zum Marsch\u00bb.<\/p>\n<p> \u00c4hnlich h\u00f6rte das der Kritiker der \u00f6sterreichischen Zeitung \u00abDie Presse\u00bb. Ihm fiel die \u00abschiere Imposanz des Klangs\u00bb auf, \u00abvor allem seine im Fortissimo monumentale Bass-Erdung\u00bb. Letzteres sei nicht zuletzt der Besetzung \u2013 unter anderem 18 erste Violinen, 10 Kontrab\u00e4sse \u2013 geschuldet gewesen. Die Venezolaner, die sich in der Regel ebenfalls zahlreich aufs Podium dr\u00e4ngen, lassen gr\u00fcssen. <\/p>\n<p> Das alles l\u00e4sst sich beim Abh\u00f6ren der CD verifizieren. Und selbst dort, wo es ins Pianissimo geht \u2013 in der ber\u00fchmten Passage im ersten Satz der <em>Path\u00e9tique<\/em>, in der die Klarinette sich sterbend in einem Fagott-Nachklang verhaucht, bevor das Orchester in hartem Schocker-Schnitt so richtig losdonnert \u2013 w\u00fcnschte man sich etwas mehr Ger\u00e4uschpegelabstand. <\/p>\n<p> Man wird da unbarmherzig daran erinnert, eine Live-Aufnahme ins Laufwerk geschoben zu haben. Trotz allen Einw\u00e4nden allerdings eine, die man einfach m\u00f6gen muss \u2013 nicht nur als Dokument eines denkw\u00fcrdigen Auftrittes mit historischen Dimensionen. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim (Leitung). Sch\u00f6nberg: Variationen f\u00fcr Orchester op. 31, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 (Path\u00e9tique), Live-Aufnahme von den Salzburger Festspielen 2007, Decca\/Universal, Best.-Nr. 478 2719.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.05.2011 &#8212; Die neunte von Sch\u00f6nbergs Variationen f\u00fcr Orchester op. 31 ist \u00fcbertitelt mit \u00abgleiches Tempo (l\u2019istesso tempo), aber etwas&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/154\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}