{"id":155,"date":"2014-01-09T15:26:14","date_gmt":"2014-01-09T15:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/stutzmann-singt-und-dirigiert-vivaldi\/"},"modified":"2014-01-09T15:26:14","modified_gmt":"2014-01-09T15:26:14","slug":"stutzmann-singt-und-dirigiert-vivaldi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/stutzmann-singt-und-dirigiert-vivaldi\/","title":{"rendered":"Stutzmann singt und dirigiert Vivaldi"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/110503vivaldi.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>29.04.2011 &#8212;<\/em> Pianisten und Pianistinnen tun\u2019s immer h\u00e4ufiger, Geiger und Geigerinnen ebenso, nun auch eine Kontra-Altistin: Nathalie Stutzmann singt als Solistin und dirigiert das begleitende Orchester gleich selber \u2013 n\u00e4mlich das Ensemble Orfeo 55, das sie 2009 zu diesem Zweck auch selber gegr\u00fcndet hat. Realisiert worden ist die Aufnahme im September 2010 im Arsenal Metz. Franz\u00f6sisches steht allerdings nicht auf dem Programm, vielmehr wird dem venezianischen Prete Rosso Reverenz erwiesen.<\/p>\n<p> Eingespielt haben Stutz und Orchester unter dem Titel \u00abPrima Donna\u00bb (der damit auch gleich eine doppelte Bedeutung erh\u00e4lt) ein Rezital mit Arien aus Opern Vivaldis, und da solche Opern-Rezitale schon verschiedene Male auf Silberscheiben gebrannt worden sind \u2013 Magdalena Ko\u017een\u00e1, Patricia Petibon, Simone Kermes und Cecilia Bartoli sind vermutlich die bekanntesten, die\u2019s getan haben \u2013 ist man ja nun mal gespannt.<\/p>\n<p> Zum Einstieg ist man etwas irritiert: Da wird fett, schnell, ja sehr schnell, beinahe hektisch musiziert, Stutzmanns dunkle, in m\u00e4nnlichen H\u00f6henlagen wildernde Stimme ertrinkt fast ein wenig im Orchester. Da wird in der Folge aber auch auf eine unterhaltsame Art mit dem Klang gespielt, wie es ein italienisches Ensemble wohl kaum wagen w\u00fcrde (oder kaum die Lust dazu h\u00e4tte). <\/p>\n<p> Der erste Satz einer in die Arien eingestreuten Sinfonia (L\u2019Olimpiade, RV 725) etwa geht schon ziemlich exhibitionistisch mit Dissonanzen um, die italienische Kollegen wohl in mediterranem Charme ertr\u00e4nken w\u00fcrden, und in der Arie \u00abCon la face di Megera\u00bb aus der Oper <em>Semiramide<\/em> glaubt man, eine veritable \u00abWall of Sound\u00bb t\u00fcrme sich auf.<\/p>\n<p> Das Theatralische, das der franz\u00f6sischen Musik eh schon eigen ist, hier wird\u2019s Ereignis. Vivaldi taugt eben auch zu mehr, als bloss zum Prospekt venezianischer Lichterfahrung. M\u00f6glich, dass das neu erwachte Interesse an der Barockoper, das bislang viel brachliegendes Potential enth\u00fcllt hat, einen generellen \u00e4sthetischen Trend in der Welt der klassischen Musik markiert: weg vom Elit\u00e4ren, Spirituell-Erbaulichen hin zu physischeren und bodenst\u00e4ndigeren Formen des Musik-Erlebens.<\/p>\n<p> Das Sch\u00f6ne an Vivaldi, wie an zahlreichen weiteren Barock-Komponisten ist zudem, dass immer wieder und noch (interessante!) Ersteinspielungen m\u00f6glich sind. Hier findet man als \u00abPremier Enregistrement Mondial\u00bb unter anderem eine Arie aus der Sammlung, die k\u00fcrzlich im britischen Schloss Berkeley aufgefunden worden ist. Insgesamt sind 9 von 24 Nummern von \u00abPrima Donna\u00bb Premieren in Polycarbonat \u2013 mehr als zwei Drittel. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\"><em><span style=\"font-size: x-small;\"> Nathalie Stutzmann &#8211; Vivaldi. Prima Donna. Ensemble Orfeo 55, Arien aus Juditha Triumphans, Orlando furioso, Il Giustino, Il Teuzzone, Andromeda liberata, L&#8217;Atenaide, Semiramide, Tieteberga, Arsilda Regina di Ponto. Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 476 4304.<\/span><\/em><br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>29.04.2011 &#8212; Pianisten und Pianistinnen tun\u2019s immer h\u00e4ufiger, Geiger und Geigerinnen ebenso, nun auch eine Kontra-Altistin: Nathalie Stutzmann singt als&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-155","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=155"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}