{"id":163,"date":"2014-01-09T15:54:34","date_gmt":"2014-01-09T15:54:34","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/leben-in-dieser-zeit-radio-pionier-kaestner\/"},"modified":"2014-01-09T15:54:34","modified_gmt":"2014-01-09T15:54:34","slug":"leben-in-dieser-zeit-radio-pionier-kaestner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/leben-in-dieser-zeit-radio-pionier-kaestner\/","title":{"rendered":"Leben in dieser Zeit: Radio-Pionier K\u00e4stner"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/101231kaestner.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>31.12.2010 &#8212;<\/em> Radio ist <em>der<\/em> Verbreitungskanal f\u00fcr Musik. Das ist heute selbstverst\u00e4ndlich. In der Pionierzeit dieses ersten elektronischen Massenmediums bedeutete es allerdings f\u00fcr die klingende Kunst noch eine Herausforderung, denn die H\u00f6rer zuhause verf\u00fcgten bloss \u00fcber primitive Lautsprecher, die nicht jede Art von Musik optimal zur Geltung brachten. Ende der 1920er-Jahre \u00fcberlegten sich der Komponist und Leiter der Musikabteilung des Breslauer Rundfunks Edmund Nick und der Schriftsteller Erich K\u00e4stner deshalb, ob es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, eine auf die technischen M\u00f6glichkeiten des Radios zugeschnittene Musikrevue zu kreieren. Das Resultat war <em>Leben in dieser Zeit<\/em>, eine \u00abLyrische Suite\u00bb in drei S\u00e4tzen in H\u00f6rspielform, die 2008 von der Staatsoper Dresden in Zusammenarbeit mit dem Label cpo rekonstruiert und auf CD eingespielt worden ist.<\/p>\n<p> Das Werk schildert in einer lockeren Abfolge von kabarettistisch-literarischen Liedern und in gewohnt hochklassiger literarischer Manier K\u00e4stners das Leben des \u00abDurchschnittsmenschen Schmidt\u00bb. Es wurde von seinen Sch\u00f6pfern sp\u00e4ter in eine Theaterfassung gebracht, die am 16. Oktober 1931 im Alten Theater Leipzig zur Urauff\u00fchrung kam, die auch schnell auf anderen B\u00fchnen Fuss fasste. 1933 wurde es allerdings von den Nationalsozialisten verboten; \u00fcber die Kriegszeit ging es weitgehend vergessen. <\/p>\n<p> Auf der CD, auf der Marcus G\u00fcnzel als Sprecher, Christian Grygas als Schmidt und Elke Kottmair als Chansonette neben zahlreichen andern einen exzellenten Job machen, finden sich auch historische Aufnahmen \u2013 eine solche eines Songs aus dem Spiel, der 1930 von Nick mit dem K\u00f6nigsberger Funkorchester eingespielt worden ist, eine Privataufnahme, auf der Nick 1969 einen Song selber singt und sich dabei auf dem Klavier begleitet, sowie ein MDR-Dokument mit literarischen Erinnerungen Dagmar Nicks. <\/p>\n<p> Die Aufnahme ist die erste einer Reihe von Produktionen, mit denen die Staatsoperette Dresden sich f\u00fcr den historisch bewussten Umgang mit der leichteren Muse stark macht. Als Koproduktion mit dem WDR K\u00f6ln hat sie Johann Strauss\u2019 komische Operette <em>Prinz Methusalem<\/em> verewigt. Eingespielt hat sie \u00fcberdies drei Nummern aus Jacques Offenbachs <em>La P\u00e9richole<\/em>, die seit 1870 nicht mehr zu erleben waren und als verschollen galten. Offenbach hatte sie eigens f\u00fcr Wiener Auff\u00fchrungen komponiert, danach galten sie als verschollen.<\/p>\n<p> Sie wurden im Zuge der Vorbereitungen f\u00fcr eine Dresdner <em>La P\u00e9richole<\/em>-Auff\u00fchrung wieder gefunden und neu ediert. Dazu geh\u00f6rt der sogenannte <em>Geistinger-Walzer<\/em>, ein virtuoses Paradest\u00fcck, das seinen Namen einer legend\u00e4ren Wiener Soubrette gleichen Namens verdankt, f\u00fcr die sowohl Johann Strauss als auch Offenbach immer wieder Gesangsnummern komponierten. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: x-small;\"> Edmund Nick (1891-1974): Lyrische Suite Leben in dieser Zeit. Marcus G\u00fcnzel (Sprecher),Christian Grygas, Elke Kottmair, Chor &amp; Orchester der Staatsoperette Dresden, Ernst Theis, CPO.<\/span> <\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.12.2010 &#8212; Radio ist der Verbreitungskanal f\u00fcr Musik. Das ist heute selbstverst\u00e4ndlich. 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