{"id":164,"date":"2014-01-09T17:26:18","date_gmt":"2014-01-09T17:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/temminghs-the-gentleman-s-flute\/"},"modified":"2014-01-09T17:26:18","modified_gmt":"2014-01-09T17:26:18","slug":"temminghs-the-gentleman-s-flute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/temminghs-the-gentleman-s-flute\/","title":{"rendered":"Temminghs \u00abThe Gentleman\u2019s Flute\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/101217temmingh.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>27.12.2010 &#8212;<\/em> \u00abThe Gentleman\u2019s Flute\u00bb, H\u00e4ndel-Arien auf der Blockfl\u00f6te. Aha, da ist einer mit der Originalliteratur seines Instrumentes unzufrieden und okkupiert mit Bearbeitungen das grosse Repertoire \u2013 um auch teilhaben zu k\u00f6nnen an den Trends der Epoche. Falsch. Oder zumindest nicht ganz richtig. Das Motiv stimmt schon, bloss die zeitliche Zuschreibung ist falsch. Nicht der Blockfl\u00f6tenvirtuose Stefan Temmingh verfolgt die \u00fcbliche Masche, um sich und sein Instrument heute ins rechte Licht zu r\u00fccken.<\/p>\n<p> Er dokumentiert vielmehr ebendieses Bem\u00fchen von H\u00e4ndels Zeitgenossen, die \u2013 kaum hatten die jeweils neuesten Opern des Meisters die feine Londoner Gesellschaft entz\u00fcckt \u2013 auch schon Bearbeitungen f\u00fcr \u00abRecorder\u00bb auf den Markt warfen. <\/p>\n<p> Temmingh amtet bloss als Bearbeiter der Bearbeiter, wenn er Transkriptionen der Zeit aus der Feder eines John Walsh oder des H\u00e4ndel-Cembalisten William Babell aktualisiert und in die heutige Zeit hin\u00fcberrettet. Und er dokumentiert ein St\u00fcck Musiksoziologie des britischen Barockzeitalters.<\/p>\n<p> Anstoss zu der CD haben Forschungen Temminghs zu den Lebensgewohnheiten des barocken Londons gegeben. Er stellte sich vor, wie die Opernliebhaber und feinen Herren, unter denen das Blockfl\u00f6tenspiel damals buchst\u00e4blich zum guten Ton geh\u00f6rte (die Damen hauten eher in die Tasten), sich zu einer Motto-Party trafen. Zus\u00e4tzlich zu den H\u00e4ndel-Arien erklingt da die g-Moll-Blockfl\u00f6tensonate des Meisters.<\/p>\n<p> Die Arien, vornehmlich aus den Opern <em>Rinaldo<\/em> und <em>Alcina<\/em> deutet Temmingh in eigenst\u00e4ndige kleine Kunstwerke um, die mehr die kompositorische Substanz ausleuchten, als die Kantilenenseligkeit beschw\u00f6ren. Der in Sachen Intonation und Dynamik recht starre Blockfl\u00f6tenklang eignet sich ja auch kaum zur Imitation einer Singstimme.<\/p>\n<p> Farbe bringen neben einer Vielzahl unterschiedlich grosser Fl\u00f6ten eine unb\u00e4ndige Spiellust und das Begleitensemble mit Cembalo, Viola da Gamba, Barockfagott, Laute, Theorbe und sogar einem Psalter, die ein farbiges, transparentes, lichtduchflutetes Klangbild erzeugen. <\/p>\n<p> Der Consort mit Mitgliedern aus Russland, Australien, Slowenien, Deutschland und Italien setzt sich mehrheitlich aus Musikerinnen und Musikern zusammen, die am M\u00fcnchner Konservatorium studiert haben.<\/p>\n<p> Der Fagottist Lyndon Watts unterrichtet \u00fcberdies an der Hochschule der K\u00fcnste in Bern, wo er auch ein Projekt zum Nachbau von Instrumenten des Pariser Fagottbauers Jean-Nicolas Savary le jeune (1786-1853) leitet. Das Mastering der Silberscheibe besorgte eine Z\u00fcrcher Firma. Selbst so kosmopolitisch wie das H\u00e4ndelsche London ist man hier. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Stefan Temmingh: The Gentleman&#8217;s Flute, H\u00e4ndel-Arien in Bearbeitungen des 18. Jhdts. f\u00fcr Blockfl\u00f6te &amp; Basso Continuo (Salterio, Cembalo, Gambe, Fagott, Laute, Harfe), OehmsClassics Best.-Nr. OC 772. <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.12.2010 &#8212; \u00abThe Gentleman\u2019s Flute\u00bb, H\u00e4ndel-Arien auf der Blockfl\u00f6te. 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