{"id":170,"date":"2014-01-09T17:32:36","date_gmt":"2014-01-09T17:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/tschaikowsky-und-liszt-mit-alice-sara-ott\/"},"modified":"2014-01-09T17:32:36","modified_gmt":"2014-01-09T17:32:36","slug":"tschaikowsky-und-liszt-mit-alice-sara-ott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/tschaikowsky-und-liszt-mit-alice-sara-ott\/","title":{"rendered":"Tschaikowsky und Liszt mit Alice Sara Ott"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100924ott.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>24.09.2010 &#8212;<\/em> Die junge japanisch-deutsche Pianistin Alice Sara Ott hat sich mit ihrem Deb\u00fct-Album bei der Deutschen Grammophon ja nicht gerade in Bescheidenheit ge\u00fcbt: Statt eine wohlanst\u00e4ndige Gesellinnen- oder Meisterpr\u00fcfung abzulegen, hat sie schon mal die \u00dcberklasse vorgezogen: Liszts \u00abEtudes d\u2019ex\u00e9cution transcendante\u00bb. Die t\u00f6nen zwar ziemlich krank, zehren daf\u00fcr aber von einer Art absonderlichem Charme des Exzessiven und sind deshalb auch musikalisch nicht uninteressant. <\/p>\n<p> Nach einem \u00fcberzeugenden enzyklop\u00e4dischen Zweitalbum mit allen Chopin-Walzern macht Ott nun einen ersten Ausflug ins besonders popul\u00e4re Orchesterfach und tauscht dazu den feinen Tuschpinsel gegen den breiten Farbroller: Zu einer Live-Aufnahme des ersten Klavierkonzertes von Tschaikowsky aus der M\u00fcnchner Philharmonie im Gasteig gesellt sie Liszts erstes Werk der Gattung; beide Mal wird sie von den M\u00fcnchner Philharmonikern unter Thomas Hengelbrock sekundiert. <\/p>\n<p> Das Programm ist \u00e4sthetisch zun\u00e4chst einmal ein Abstieg. Da gibt\u2019s viel Blech, viel Pathos, viele doppelh\u00e4ndige Arpeggien die Tasten rauf und runter und doch sehr banales melodisches Material, aus dem sich kaum bl\u00fchende Formenlandschaften hauen lassen &#8211; zumindest bei Tschaikowskys grosser Donnerkiste nicht. Man kann daraus dennoch einen spannenden Konzertabend basteln.<\/p>\n<p> Dazu braucht es allerdings ein gewisses Mass an kaschierter Theatralik, und die ist nicht Alice Sara Otts Ding, was ja eher f\u00fcr als gegen sie als ernsthafte K\u00fcnstlerin spricht. Das Liszt-Tschaikowsky-Konzerte-Programm zielt offensichtlich darauf ab, die vielversprechende K\u00fcnstlerin auch dem gr\u00f6sseren Publikum ins Bewusstsein zu bringen, das mit hoffnungsvollen jungen Pianistinnen zur Zeit nicht gerade unterversorgt ist.<\/p>\n<p> Man h\u00f6rt der Einspielung die Problematik der Werkwahl an. Sie schwankt zwischen transparenter Feinzeichnung, die die D\u00fcrftigkeit des musikalischen Materials eher herausstreicht als kompensiert, und knalliger Effekt\u00e4sthetik. Allerdings hat auch die ihren Reiz, etwa wenn der einleitende Paukenschlag zum dritten Satz des Tschaikowsky-Konzertes wie ein Pistolenschuss das grosse Trabrennen freigibt.<\/p>\n<p> Der eher gem\u00e4chliche Einstieg ins Konzert, der exzellente Bl\u00e4ser mit einer schwerf\u00e4llig anmutenden \u00dcberbetonung des Akzentes auf dem ersten Schlag kombiniert, d\u00fcrfte der Live-Situation zuzurechnen sein, in der sich Solistin und Orchester m\u00f6glicherweise zun\u00e4chst finden mussten.<\/p>\n<p> Auch wenn die Akteure mit der CD den beiden schon oft abgenudelten Virtuosenkonzerten kaum neue Seiten abgewinnen: musikantisch-unterhaltsam und intelligent wird da durchaus ans Werk gegangen. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Alice Sara Ott: Tchaikovsky Liszt First Piano Concertos, M\u00fcnchner Philharmoniker, Thomas Hengelbrock. Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 477 8779.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.09.2010 &#8212; Die junge japanisch-deutsche Pianistin Alice Sara Ott hat sich mit ihrem Deb\u00fct-Album bei der Deutschen Grammophon ja nicht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}