{"id":1722,"date":"2014-09-16T11:55:46","date_gmt":"2014-09-16T11:55:46","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/09\/16\/spanisch-italienischer-barock-auf-viola-und-harfe\/"},"modified":"2014-09-16T11:55:46","modified_gmt":"2014-09-16T11:55:46","slug":"spanisch-italienischer-barock-auf-viola-und-harfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/09\/16\/spanisch-italienischer-barock-auf-viola-und-harfe\/","title":{"rendered":"Spanisch-italienischer Barock auf Viola und Harfe"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/0888430422421.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">12.09.2014 &#8212; Die mediterrane Verbindung Italien\u2012Spanien war im Barock eine spezielle Tauschachse f\u00fcr Musiker und Ideen, und zwar nicht zuletzt aus einem simplen politischen Grund: Das K\u00f6nigreich Neapel stand im 16. und 17. Jahrhundert unter spanischer Fremdherrschaft. Viele italienische Musiker suchten ihr Gl\u00fcck denn auch auf der iberischen Halbinsel, allen voran Luigi Boccherini. Dabei entstand auch eine Vielfalt an Instrumentalmusik mit Ankl\u00e4ngen sowohl an h\u00f6fische Traditionen wie auch an die reichhaltige Volkskultur. Dokumentiert werden eher weniger bekannte Aspekte dabei zur Zeit vom Bratischsten Nils M\u00f6nkemeyer und der Harfenistin Margret K\u00f6ll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/0888430422421.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>12.09.2014 &#8212; <span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die mediterrane Verbindung Italien\u2012Spanien war im Barock eine spezielle Tauschachse f\u00fcr Musiker und Ideen, und zwar nicht zuletzt aus einem simplen politischen Grund: Das K\u00f6nigreich Neapel stand im 16. und 17. Jahrhundert unter spanischer Fremdherrschaft. Viele italienische Musiker suchten ihr Gl\u00fcck denn auch auf der iberischen Halbinsel, allen voran Luigi Boccherini. Dabei entstand auch eine Vielfalt an Instrumentalmusik mit Ankl\u00e4ngen sowohl an h\u00f6fische Traditionen wie auch an die reichhaltige Volkskultur. Dokumentiert werden eher weniger bekannte Aspekte dabei zur Zeit vom Bratischsten Nils M\u00f6nkemeyer und der Harfenistin Margret K\u00f6ll.<\/span><br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die Bratsche fand eigentlich erst mit Webers <em>Freisch\u00fctz<\/em> zu solistischer Aufmerksamkeit, im Barock wurde sie zwar viel gespielt, allerdings vornehmlich in Ensembles und auf eher zudienendem technischem Niveau. Dennoch hat M\u00f6nkemeyer, der sein Interesse f\u00fcr die spanische Musik dank einer Assistenzprofessur in Madrid an der Reina Sofia Schule entwickelte, eine veritable Trouvaille gemacht: Recherchen f\u00fchrten ihn zur Entdeckung einer Sammlung von elf Sonaten f\u00fcr Viola und Basso continuo, die als Pflichtst\u00fccke f\u00fcr die Probespiele an der Spanischen Hofkapelle verfasst worden sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Eine davon, sie stammt vom \u00abspanischen Mozart\u00bb Gaetano Brunetti, gab den Anstoss zum Album \u00abBarrocco Espa\u00f1ol\u00bb, auf dem sich auch eine launische Version von Boccherinis mittlerweile ziemlich ausgelutschtem Menuett findet. Von Boccherini gibt\u2019s hier aber auch einiges weitaus Unbekannteres zu entdecken, etwa eine h\u00f6rspielartig-lautmalerisch anmutende Nachtmusik aus den Strassen Madrids (sie stammt aus dem Streichquintett op. 30, Nr. 6).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Die Bratsche als Wiedergabeinstrument f\u00fcr die Musik von Padre Antonio Soler, Gaspar Sanz oder Jos\u00e9 de Nebra hat nichts Zwingendes, ihr tiefer, dunkler Klang steht im auffallenden Kontrast zu den in der Zeit so gesch\u00e4tzten flimmernden und hellen hohen Frequenzen (man denke nur an die Resonanzsaiten einer Viola d\u2018amore oder den filigranen Klang einer Vihuela). M\u00f6nkemeyers Interpretationen bewegen sich aber auf hohem Niveau informierten historischen Musizierens und \u00f6ffnen die Ohren f\u00fcr ungewohntere Perspektiven auf die Musik des Barocks.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/MI0003720475.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"89\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>Absolut keine Diskussionen geben kann es mit Blick auf die Zeitzugeh\u00f6rigkeit des Instrumentes der Harfenistin Margret K\u00f6ll. Sie pr\u00e4sentiert uns Harfenmusik des neapolitanschen Barocks mit seinen spanischen Einfl\u00fcssen auf dem Nachbau der sogenannten \u00abBarberini-Harfe\u00bb, die im Museo degli Strumenti Musicali in Rom verwahrt wird. Das Vorbild, die einzige vollst\u00e4ndig erhaltene Tripelharfe ihrer Zeit, ist 1625 in Rom erbaut worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Margret K\u00f6ll, die genauso mit alpenl\u00e4ndischen Volkmusikern wie dem Kronos Quartet oder Meredith Monk oder auf Cecilia Bartolis Erfolgs-CD \u00abMaria Malibran\u00bb musiziert, pr\u00e4sentiert uns hier als Spezialistin f\u00fcr historische Harfen Musik von Komponisten wie Giovanni Maria Trabaci, Ascanio Mayone, Antonio de Cabez\u00f3n oder Lucas Ruiz de Ribayaz, die vor allem Barockharfenistinnen und \u2011harfenisten bekannt sein d\u00fcrften. Man l\u00e4ssst sich von den intimen, eleganten und geistreichen Kl\u00e4ngen leicht verzaubern, werden sie so souver\u00e4n dargeboten wie hier. <em>(wb)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"><br \/><strong>Info:<\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\"> Nils M\u00f6nkemeyer: Barrocco Espa\u00f1ol, Sony 88843042242.<\/span><br \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">Margret K\u00f6ll\u02d0 L\u2019arpa di Partenope, Harp Music from Early Baroque Naples, Accent, ACC 24192<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/0888430422421.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover CD\" width=\"100\" height=\"100\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;\">12.09.2014 &#8212; Die mediterrane Verbindung Italien\u2012Spanien war im Barock eine spezielle Tauschachse f\u00fcr Musiker und Ideen, und zwar nicht zuletzt aus einem simplen politischen Grund: Das K\u00f6nigreich Neapel stand im 16. und 17. Jahrhundert unter spanischer Fremdherrschaft. Viele italienische Musiker suchten ihr Gl\u00fcck denn auch auf der iberischen Halbinsel, allen voran Luigi Boccherini. Dabei entstand auch eine Vielfalt an Instrumentalmusik mit Ankl\u00e4ngen sowohl an h\u00f6fische Traditionen wie auch an die reichhaltige Volkskultur. 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