{"id":173,"date":"2014-01-09T17:35:08","date_gmt":"2014-01-09T17:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/yuja-wang-transformation\/"},"modified":"2014-01-09T17:35:08","modified_gmt":"2014-01-09T17:35:08","slug":"yuja-wang-transformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/yuja-wang-transformation\/","title":{"rendered":"Yuja Wang: Transformation"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100813wang.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Sie gibt gerne noch einen drauf: Rimsky-Korsakows \u00abHummelflug\u00bb spielt sie als Zugabe in der fingerbrechenden Version des Hypervirtuosen Gyorgy Cziffra, Schubert-Lieder in der Turbovariante Franz Liszts, und als Solistin mit Orchester widmet sie sich mit Vorliebe der virtuosen \u00dcberklasse des osteurop\u00e4ischen 20. Jahrhunderts: Prokofiew, Bart\u00f3k und Rachmaninow. Allerdings macht sie das mit einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Gelassenheit, die nie den Eindruck aufkommen l\u00e4sst, da wolle ein ehrgeiziges Jungtalent bloss mit seinen technischen F\u00e4higkeiten prahlen. <\/p>\n<p> F\u00fcr ihre erste CD f\u00fcr die Deutsche Grammophon hat sie allerdings noch Monumente der romantischen Virtuosenliteratur \u2013 Sonaten von Chopin und Liszt \u2013 eingespielt, mit denen sie sich dem Vergleich mit den Platzhirschen der europ\u00e4ischen Interpretengarde ausgesetzt hat (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=73\">Rezension<\/a>). Da war dann das Argument der allzu jugendlichen Unbek\u00fcmmertheit im Umgang mit dieser Art Musik nahe, und der Blick auf ihre eigene Pers\u00f6nlichkeit m\u00f6glicherweise etwas verstellt. <\/p>\n<p> F\u00fcr die zweite CD hat die chinesische Pianistin nun ein Programm gew\u00e4hlt, das in jeder Hinsicht ideal anmutet: drei S\u00e4tze aus Strawinskys \u00abPetruschka\u00bb in der Klavierfassung des Komponisten, Brahms\u2019 Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini (in der von Arturo Benedetti Michelangeli vorgeschlagenen Reihenfolge) und die Pianoversion von Ravels \u00abLa Valse\u00bb, jeweils verbunden von Petitessen Scarlattis. <\/p>\n<p> Es umfasst damit Werke, die musikalisch sehr interessant sind, nicht oft eingespielt werden (mit Ausnahme von Ravels \u00abLa Valse\u00bb) und mit der Ausstrahlung Yuja Wangs als K\u00fcnstlerin vollkommen im Einklang stehen \u2013 zumindest ist das der Eindruck, den man als H\u00f6rer erh\u00e4lt.<\/p>\n<p> Der Titel der CD (\u00abTransformation\u00bb) und der Text im Booklet verweisen auf ein gemeinsames Motiv. Es gehe um Umwandlungen: Im Strawinsky-Ballett verwandle sich eine Puppe in einen Menschen, Brahms schreibe Variationen zu einem Thema, und Ravel transformiere den Herz- und Tanzbein-bewegenden Wiener Walzer in die gl\u00e4serne Distanziertheit franz\u00f6sischen Esprits. Das ist aber nicht das Wesentliche. Vielmehr zelebriert Yuja Wang hier die Leichtigkeit des orignellen und intelligenten Klaviersatzes der h\u00f6heren (respektive wirklich hohen) Schwierigkeitsgrade, dem das Titanische und Genialische aber eher abhold ist.<\/p>\n<p> Das macht sie mit Charme und einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit, von der man sich nur bezaubern lassen kann. Jeglicher exhibitionistischer oder eitler Impetus ist ihr dabei fremd (wie er ihr auch auf dem Konzertpodium abgeht). M\u00f6glich, dass sie da den Weg bereitet zu einer neuen Generation chinesischer Hypervirtuosen, die der europ\u00e4ischen Kunstmusik \u00e4sthetisch echte neue Impulse zu geben verm\u00f6gen werden. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Yuja Wang: Transformation, Werke von Strawinsky (drei S\u00e4tze aus \u00abPetruschka\u00bb), Scarlatti (Sonaten K380 und K466), Brahms (Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini) und Ravel (\u00abLa Valse\u00bb). Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 477 8795.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie gibt gerne noch einen drauf: Rimsky-Korsakows \u00abHummelflug\u00bb spielt sie als Zugabe in der fingerbrechenden Version des Hypervirtuosen Gyorgy Cziffra,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}