{"id":180,"date":"2014-01-09T17:42:36","date_gmt":"2014-01-09T17:42:36","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/freire-saemtliche-nocturnes-chopins\/"},"modified":"2014-01-09T17:42:36","modified_gmt":"2014-01-09T17:42:36","slug":"freire-saemtliche-nocturnes-chopins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/freire-saemtliche-nocturnes-chopins\/","title":{"rendered":"Freire: S\u00e4mtliche Nocturnes Chopins"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100430freire.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>30.04.2010 &#8212;<\/em> Nimmt einen ja ziemlich schnell wunder, was f\u00fcr ein Instrument Freire hier spielt. Nach dem \u00fcblichen schlank-brillanten Steinway klingt das nicht. Chopins Nocturnes entfalten sich da in einem ungew\u00f6hnlich plastischen und warmen Kosmos, und oft hat man den Eindruck, die linke, abged\u00e4mpfte Hand spiele \u2013 v\u00f6llig im Einklang mit dem Notentext \u2013 einen anderen Fl\u00fcgel als die pr\u00e4zise ausziselierende Rechte. Die offiziellen Webseiten von K\u00fcnstler und Label geben fast nichts her: Auf der R\u00fcckseite des Booklets findet sich aber eine Foto, die Freire ordentlich drapiert in einer (Orchester-)partitur bl\u00e4tternd und unzweifelhaft an einem Steinwayfl\u00fcgel sitzend zeigt. <\/p>\n<p> Da muss man davon ausgehen, dass der Pianist und der Aufnahmeleiter Dominic Fyfe ganze Arbeit geleistet haben (in den Credits ist\u2019s denn auch diskret versteckt: Die Aufnahme ist kurz vor Weihnachten 2009 im Liverpooler The Friary realisiert worden, einer ehemaligen Kirche, die vom Royal Liverpool Philharmonic Orchestra als Aufnahmeraum genutzt wird \u2013 auf einem \u00abPiano by Steinway &amp; Sons\u00bb). Freires subtiler, weicher und melancholischer Anschlag mutet auch wie ein Echo des sanften und verf\u00fchrerischen Klangkosmos an, der den Nationalstil Brasiliens pr\u00e4gt, aber das ist m\u00f6glicherweise eine klischeebehaftete \u00dcberinterpretation seiner kulturellen Wurzeln.<\/p>\n<p> Freires (zweite) Einspielung von Chopins Nocturnes ist zweifelsohne ein H\u00f6hepunkt im laufenden Chopin-Jahr, das an Chopin-Releases nun wahrlich nicht arm ist. Jede Note ist in dieser subtilen und \u00e4usserst raffinierten Girlandenmusik hier mit Bedacht gesetzt und weckt Aufmerksamkeit und Emotionen. Gelassenheit und technische Souver\u00e4nit\u00e4t vereinen sich hier mit abgr\u00fcndiger und erdenschwerer Leichtigkeit, aber auch mit Respekt vor dem satztechnischen Genie des Komponisten, so als ob auf dem modernen Steinway die Erinnerungen an die akustischen Landschaften wachgehalten werden sollten, die der polnische Klangmagier anno dazumal im Salon selber seinem Pleyel entlockte.<\/p>\n<p> Die erste Einspielung der Nocturnes realisierte Freire \u00fcbrigens f\u00fcr sein erstes wichtiges Label Telarc, bevor er sich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit vom Konzertbetrieb zur\u00fcckzog. Die drei Dutzend Jahre alte Aufnahme (1974\/76) ist vom Reprint-Label Apex, das legend\u00e4re Teldec- und Erato-Titel neu auflegt, vor wenigen Jahren wieder verf\u00fcgbar gemacht worden. Vergleiche sind also m\u00f6glich. <em>(wb)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\" style=\"font-size: x-small;\"><em><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-s-black\">Nelson Freire: Chopin, The Nocturnes, Doppel-CD, Decca\/Universal, Best.-Nr. 478 2182.<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.04.2010 &#8212; Nimmt einen ja ziemlich schnell wunder, was f\u00fcr ein Instrument Freire hier spielt. 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