{"id":182,"date":"2014-01-09T17:44:24","date_gmt":"2014-01-09T17:44:24","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/mutter-spielt-die-brahms-violinsonaten\/"},"modified":"2014-01-09T17:44:24","modified_gmt":"2014-01-09T17:44:24","slug":"mutter-spielt-die-brahms-violinsonaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/mutter-spielt-die-brahms-violinsonaten\/","title":{"rendered":"Mutter spielt die Brahms-Violinsonaten"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100319brahms.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>19.03.2010 &#8212;<\/em> Brahms hat, bereits in fortgeschrittenem Alter, drei Violinsonaten geschrieben, die erste in Bonn, die zweite und dritte in den Ferien in Thun. Sie alle stammen also aus einer Schaffensepoche, in welcher der Komponist gerade in der Kammermusik so souver\u00e4n \u00fcber technisches Handwerk und expressive Souver\u00e4nit\u00e4t verf\u00fcgte, dass er keinerlei vorderg\u00fcndiges Blendwerk produzieren musste. F\u00fcr den begleitenden Pianisten sind sie fast anspruchsvoller als f\u00fcr die Violine. Es sind in den Tasten volle, ja \u00fcppige S\u00e4tze, was man ihnen \u2013 nicht zuletzt wegen der Schlichtheit der Streicherparts \u2013 nicht unbedingt anh\u00f6rt. <\/p>\n<p> Es lohnt sich aufgrund ihrer k\u00fcnstlerischen Meisterschaft f\u00fcr Geigerinnen und Geiger immer wieder, auf sie zur\u00fcckzukommen und neue Wege zu ihrer Ausdeutung zu erschliessen. Auch Anne-Sophie Mutter hat dies getan. 1982 hat sie sie mit Alexis Weissenberg am Klavier bereits einmal eingespielt. Nun legt sie zusammen mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis eine zweite Aufnahme vor, die aufhorchen l\u00e4sst. <\/p>\n<p> Das Cover der CD wirkt wie weichgezeichneter und farbreduzierter Klimt: Klimt passt in die Zeit, in der Brahms die Werke geschrieben hat, auch das beinahe Monochrome der Foto scheint symbolisch. Anne-Sophie Mutter, die mit der CD das Ende einer k\u00fcrzeren Auszeit anzeigt, erweist sich hier als \u00fcberraschend asketische, manchmal fahle, manchmal ungewohnt spr\u00f6de Interpretin, so als scheine sie sich von der bl\u00fchenden Jugend, welche die jungm\u00e4dchenhaften Booklet-Gestaltungen ihrer letzten Silberscheiben noch beschwor, befreien zu wollen.<\/p>\n<p> Zum einen verschmilzt Mutters Violinspiel hier mit demjenigen des Pianisten zum in sich stimmigen Gesamtgem\u00e4lde. Zum andern wird man beim Abh\u00f6ren der Aufnahmen den Eindruck nicht los, dass da in der disziplinierten und dennoch seismografischen Feinarbeit an der expressiven Ausdeutung des Geigenparts die Erfahrung mit der Arbeit an Sofia Gubaidulinas Violinkonzert und anderen zeitgen\u00f6ssischen Werken nachklingt. Da scheint sich bei Anne-Sophie Mutter, die in den letzten Jahren mit Blick auf das kanonische Repertoire auch Unverbindliches bis Belangloses vorgelegt hat, eine authentische innere Stimme zu festigen, ihre weitere k\u00fcnstlerische Entwicklung wird man da mit neu gewecktem Interesse verfolgen. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Brahms: The Violin Sonatas, Anne-Sophie Mutter (Violine), Lambert Orkis (Klavier). Aufnahme vom November\/Dezember 2009 im Bibliothkesaal Polling. Koporduktion von BR-Klassik und Deutsche Grammophon\/Universal Best.Nr. 477 8767.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19.03.2010 &#8212; Brahms hat, bereits in fortgeschrittenem Alter, drei Violinsonaten geschrieben, die erste in Bonn, die zweite und dritte in&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-182","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}