{"id":183,"date":"2014-01-09T17:45:13","date_gmt":"2014-01-09T17:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/leoncavallos-la-nuit-de-mai\/"},"modified":"2014-01-09T17:45:13","modified_gmt":"2014-01-09T17:45:13","slug":"leoncavallos-la-nuit-de-mai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/leoncavallos-la-nuit-de-mai\/","title":{"rendered":"Leoncavallos \u00abLa Nuit de mai\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100308leoncavallo.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>05.03.2010 &#8212;<\/em> Mit dem Dirigenten Alberto Veronesi hat der Tenor Placido Domingo bereits Alternativfassungen von Arien aus der Feder Puccinis eingespielt (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=93\">Rezension<\/a>). Auch mit Blick auf Leoncavallo macht sich das Duo f\u00fcr Ungewohntes stark: den Liederzyklus \u00abLa Nuit de mai\u00bb nach einer Dichtung Alfred de Mussets. Das sehr selten gespielte Werk vertont einen Dialog eines Dichters mit seiner Muse, wobei der Dichter von einem Tenor gesungen wird, die Partien der Muse (die im Text de Mussets deutlich mehr Raum einnehmen) werden allerdings bloss vom Orchester paraphrasiert. Es handelt sich also um eine Art \u00abGrand po\u00e8me symphonique\u00bb, vergleichbar der Faust-Symphonie von Liszt, allerdings ohne Chor.<\/p>\n<p> Geschrieben hat Leoncavallo \u00abLa Nuit de mai\u00bb in den 1880er-Jahren in Paris, also noch, bevor er sich seinen grossen erfolgreichen Opern zuwandte. Vom Pariser Publikum wurde es nach Angaben Leoncavallos selber gut aufgenommen. Ausgehend von dem Erfolg suchte er eine Zusammenarbeit mit dem Th\u00e9\u00e2tre du Ch\u00e2telet. Eine solche kam allerdings wegen eines zu dieser Zeit aufflammenden Zollkrieges zwischen Frankreich und Italien nicht zustande. <\/p>\n<p> Das St\u00fcck, das Leoncavallo als geschickten, nicht bloss auf die grosse Operngeste fixierten Meister der Instrumentierung zeigt, wird auf der hier vorliegenden CD zu einer Art Schaulaufen f\u00fcr das Orchestra del Teatro Communale di Bologna, das dabei seine ganze Klangsinnlichkeit entfalten kann. Die Aufgabe, ein Klangkosmos zwischen Oper und Sinfonik, entspricht dem Klangk\u00f6rper, der in seiner Heimatstadt sowohl Theater- als auch Konzertaufgaben erf\u00fcllt. Domingo f\u00fcgt sich als Orchestersolist unpr\u00e4tenti\u00f6s und mit hoher Textverst\u00e4ndlichkeit ins Kollektiv. <\/p>\n<p> Der \u00dcberzeugungskraft der Tondichtung scheint die Deutsche Grammophon allerdings nicht ganz getraut zu haben. Sie hat deshalb sozusagen auf der virtuellen B-Seite der Scherbe zum hochprozentigen Kaufanreiz gegriffen, n\u00e4mlich der Kombination Placido Domingos mit Lang Lang als Liedbegleiter. Die beiden interpretieren f\u00fcnf k\u00fcrzere Lieder (eines davon auf einen von Victor Hugo inspirierten Text von Leoncavallo selber), der chinesische Pianist schliesst das Rezital solo mit zwei gef\u00e4lligen Salonpi\u00e8cen (einer Barcarolle und einem Walzer) ab. <\/p>\n<p> Die Frage, ob sich aus dem Einstand des Hypervirtuosen als Liedbegleiter bei der Deutschen Grammophon mehr entwickelt h\u00e4tte, er\u00fcbrigt sich, da er das Label gewechselt hat. Bei seinem neuen Partner Sony Classical d\u00fcrfte die Liedbegleitung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Schwerpunkt seines Schaffens werden. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\"><span style=\"font-size: x-small;\">Leoncavallo: La Nuit de mai, Orchestra del Teatro Communale di Bologna, Alberto Veronesi (Leitung) Pl\u00e0cido Domingo (Tenor), Lang Lang (Klavier). Deutsche Grammophon, Best.-Nr. 477 6633.<\/span> <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.03.2010 &#8212; Mit dem Dirigenten Alberto Veronesi hat der Tenor Placido Domingo bereits Alternativfassungen von Arien aus der Feder Puccinis&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-183","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=183"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}