{"id":1885,"date":"2014-11-15T10:45:37","date_gmt":"2014-11-15T10:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/11\/15\/die-sbb-als-konzertticket-verkaeufer\/"},"modified":"2014-11-15T10:45:37","modified_gmt":"2014-11-15T10:45:37","slug":"die-sbb-als-konzertticket-verkaeufer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/11\/15\/die-sbb-als-konzertticket-verkaeufer\/","title":{"rendered":"Die SBB als Konzertticket-Verk\u00e4ufer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>Was haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit der Preispolitik f\u00fcr Konzerteintritte zu tun, und weshalb muss sich der Bundesrat damit besch\u00e4ftigen? Die SBB haben Schalter, und an Schaltern verkauft man Billette, und \u00abBillette\u00bb kann man weiterfassen als bloss mit Blick auf individuelle Reisew\u00fcnsche. Man kann Schalter eben auch zur Ausgabe von Eintritten f\u00fcr Konzerte (und andere Events) nutzen und damit einen Zusatzverdienst erzielen. Der Bundesrat muss sich damit besch\u00e4ftigen, weil er zum Thema befragt worden ist \u2012 von der St. Galler St\u00e4nder\u00e4tin Karin Keller-Sutter. Weil die SBB \u00a0bis Ende 2013 mit verschiedenen Ticketing-Anbietern im Eventbereich gearbeitet hat (n\u00e4mlich mit Ticketcorner, Ticketportal, und Starticket), und sich heute auf eine Zusammenarbeit mit Ticketcorner beschr\u00e4nkt. Frau Keller-Sutter hat von unserer Landesregierung unter anderem wissen wollen, \u00a0ob \u00abim Sinne eines kundenfreundlichen Service Public eine solche Einschr\u00e4nkung des Angebots\u00bb und ob die Situation im Sinne eines freien und fairen Wettbewerbs\u00bb nicht problematisch sind. Immerhin habe die exklusive Zusammenarbeit der SBB mit dem Marktf\u00fchrer grosse Auswirkungen auf den Ticketingmarkt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>Was haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit der Preispolitik f\u00fcr Konzerteintritte zu tun, und weshalb muss sich der Bundesrat damit besch\u00e4ftigen? Die SBB haben Schalter, und an Schaltern verkauft man Billette, und \u00abBillette\u00bb kann man weiterfassen als bloss mit Blick auf individuelle Reisew\u00fcnsche. Man kann Schalter eben auch zur Ausgabe von Eintritten f\u00fcr Konzerte (und andere Events) nutzen und damit einen Zusatzverdienst erzielen. Der Bundesrat muss sich damit besch\u00e4ftigen, weil er zum Thema befragt worden ist \u2012 von der St. Galler St\u00e4nder\u00e4tin Karin Keller-Sutter. Weil die SBB \u00a0bis Ende 2013 mit verschiedenen Ticketing-Anbietern im Eventbereich gearbeitet hat (n\u00e4mlich mit Ticketcorner, Ticketportal, und Starticket), und sich heute auf eine Zusammenarbeit mit Ticketcorner beschr\u00e4nkt. Frau Keller-Sutter hat von unserer Landesregierung unter anderem wissen wollen, \u00a0ob \u00abim Sinne eines kundenfreundlichen Service Public eine solche Einschr\u00e4nkung des Angebots\u00bb und ob die Situation im Sinne eines freien und fairen Wettbewerbs\u00bb nicht problematisch sind. Immerhin habe die exklusive Zusammenarbeit der SBB mit dem Marktf\u00fchrer grosse Auswirkungen auf den Ticketingmarkt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Letzteres bestreitet der Bundesrat. Etwas quer argumentiert er, dass die SBB zwar grunds\u00e4tzlich dem Bundesgesetz \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen (B\u00f6B,\u00a0 was f\u00fcr eine Abk\u00fcrzung!) unterstellt und somit zur Ausschreibung von \u00f6ffentlichen Beschaffungen verpflichtet sei. Bei der Zusammenarbeit im Event-Ticketing-Gesch\u00e4ft handle es sich, erkl\u00e4rt der Bundesrat unwiderlegbar, \u00a0aber nicht um eine Beschaffung. Er seid deshalb nicht zur \u00f6ffentlichen Ausschreibung verpflichtet. Sollte eine Zusammenarbeit der SBB, so der Rat weiter, mit einem einzigen Anbieter als Wettbewerbsbehinderung betrachtet werden, so m\u00fcsste die Wettbewerbskommission das Verhalten der SBB pr\u00fcfen und gegebenenfalls Massnahmen anordnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es gebe allerdings keine Anhaltspunkte, dass die SBB im Bereich der Event-Tickets eine marktbeherrschende Stellung habe: Eine summarische Absch\u00e4tzung zeige, dass das Gesamtvolumen der SBB im Bereich Event-Ticketing ungef\u00e4hr zehn Prozent betrage. Es best\u00fcnden zahlreiche andere Vertriebskan\u00e4le wie beispielsweise Kioske.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Man kann die restliche Argumentation des Bundesrates etwa so auf den Punkt bringen: Das Hauptgesch\u00e4ft der SBB ist der \u00f6ffentliche Verkehr. \u00abEinschr\u00e4nkungen des Event-Ticketing-Gesch\u00e4ftes, welches mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr nur marginale Zusammenh\u00e4nge aufweist\u00bb, betrachtet der Bundesrat \u00abnicht als problematisch\u00bb. Als nicht problematisch f\u00fcr die SBB nat\u00fcrlich. Weil das Nebengesch\u00e4ft <em>f\u00fcr die SBB<\/em> marginal ist, muss man seine Auswirkungen auf den Ticketmarkt auch nicht genauer unter die Lupe nehmen (auch wenn es f\u00fcr die ausgeschlossenen Anbieter sehr wohl eine Behinderung darstellen k\u00f6nnte). \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Karin Keller-Sutters Interpellation 14.3744 muss \u2012 auch das ist Bundeskulturpolitik \u2012 noch in den R\u00e4ten behandelt werden. Einige d\u00fcrften auf eine Behandlung des Gesch\u00e4ftes hoffen, die etwas weniger im Alice-im-Wunderland-Stil daherkommt. An Unm\u00f6gliches zu glauben, ist ja auch nur eine Frage der \u00dcbung, wie uns die Weisse K\u00f6nigin gelehrt hat. \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>von Wolfgang B\u00f6hler<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/kolumnewb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Portr\u00e4t Wolfgang B\u00f6hler\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>Was haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit der Preispolitik f\u00fcr Konzerteintritte zu tun, und weshalb muss sich der Bundesrat damit besch\u00e4ftigen? Die SBB haben Schalter, und an Schaltern verkauft man Billette, und \u00abBillette\u00bb kann man weiterfassen als bloss mit Blick auf individuelle Reisew\u00fcnsche. Man kann Schalter eben auch zur Ausgabe von Eintritten f\u00fcr Konzerte (und andere Events) nutzen und damit einen Zusatzverdienst erzielen. Der Bundesrat muss sich damit besch\u00e4ftigen, weil er zum Thema befragt worden ist \u2012 von der St. Galler St\u00e4nder\u00e4tin Karin Keller-Sutter. Weil die SBB \u00a0bis Ende 2013 mit verschiedenen Ticketing-Anbietern im Eventbereich gearbeitet hat (n\u00e4mlich mit Ticketcorner, Ticketportal, und Starticket), und sich heute auf eine Zusammenarbeit mit Ticketcorner beschr\u00e4nkt. Frau Keller-Sutter hat von unserer Landesregierung unter anderem wissen wollen, \u00a0ob \u00abim Sinne eines kundenfreundlichen Service Public eine solche Einschr\u00e4nkung des Angebots\u00bb und ob die Situation im Sinne eines freien und fairen Wettbewerbs\u00bb nicht problematisch sind. 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