{"id":1927,"date":"2014-11-28T11:56:06","date_gmt":"2014-11-28T11:56:06","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/11\/28\/12-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin\/"},"modified":"2014-11-28T11:56:06","modified_gmt":"2014-11-28T11:56:06","slug":"12-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/11\/28\/12-symposium-der-schweizerischen-gesellschaft-fuer-musik-medizin\/","title":{"rendered":"12. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141115smm.jpg\" border=\"0\" width=\"170\" height=\"127\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>28.11.2014 &#8212; Der Saal der Hochschule der K\u00fcnste Bern an der Papierm\u00fchlestrasse scheint aus allen N\u00e4hten zu platzen. Das Thema bewegt, und dies in vielfacher Hinsicht: Musizieren im Alter, das kann eine Chance sein f\u00fcr Menschen, ihren Lebensabend (oder bereits den -sp\u00e4tnachmittag) mit Emotionen und guten Erlebnissen zu f\u00fcllen. Es kann f\u00fcr diejenigen, die ein Leben lang musiziert und sich damit ihr Auskommen erwirtschaftet haben, aber auch ein schmerzvoller Prozess des Loslassens und des Abbaus bedeuten. Das j\u00e4hrliche Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin, das \u00a0sich diesen Aspekten der klingenden Kunst angenommen hat, kann eine Rekordbeteiligung vermelden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141115smm.jpg\" border=\"0\" width=\"500\" height=\"374\" \/><br \/><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;\">Das Trio Poetico (Martin Ulbrich, Oboe, Heinz Hofer, Klarinette, Florenz Jenny, Fagott)<br \/> er\u00f6ffnet das Symposium (Bild: Codex flores)<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>28.11.2014 &#8212; <strong>Mit \u00abMusizieren im Alter\u00bb besch\u00e4ftigte sich in Bern das 12. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin SMM und der Schweizerischen Interpretenstiftung SIS<\/strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein zuversichtliches Zeichen setzt in dieser Hinsicht gleich zu Beginn das Trio Poetico, drei Holzbl\u00e4ser, die fr\u00fcher unter anderem im Scheinwerferlicht des Tonhalle Orchesters gesessen sind, sich auch nach der Pensionierung k\u00fcnstlerisch auf exzellentem Niveau weiterentwickeln und neues Repertoire entdecken, etwas die faszinierende Musik des brasilianischen \u00abMessiaen\u00bb Heitor Villa-Lobos.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Dass sich einiges mit Blick aufs Musizieren im Alter ge\u00e4ndert hat, bekr\u00e4ftigen in ihren Referaten die Medizinerin Maria Schuppert vom Zentrum f\u00fcr Musikergesundheit der Hochschule f\u00fcr Musik Detmold und der Z\u00fcrcher Neuropsychologe Lutz J\u00e4ncke. Bis vor nicht allzu langer Zeit sind die menschlichen F\u00e4higkeiten zum Erwerb neuer Fertigkeiten bis ins hohe Alter untersch\u00e4tzt worden. Nicht zuletzt die Arbeiten von J\u00e4ncke und seinen Kollegen in Sachen Hirnplastizit\u00e4t zeigen jedoch, dass auch mit weissen Haaren bei durchschnittlicher Gesundheit weit mehr Ressourcen abgerufen werden k\u00f6nnen, als man auch vor noch nicht allzu langer Zeit geglaubt hat. Selbst auf hochklassige Ausdruckm\u00f6glichkeiten muss man dabei keineswegs verzichtet werden, huldigt man nicht einem Jugendlichkeitsideal, sondern begreift man die Kennzeichen des eigenen Alters als originale Eigenheiten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lassen die Sinne im Alter nach, das Geh\u00f6r, die Augen; auch die Stimme \u00e4ndert sich. Die m\u00e4nnliche etwa wird h\u00f6her, verliert in der H\u00f6he aber aufgrund physiologischer Abbauprozesse an Umfang, wie Eberhard Seifert, der Leitende Arzt Phoniatrie der Universit\u00e4ts-HNO-Klinik des Berner Inselspitals aufzeigt. Und w\u00e4re es fr\u00fcher undenkbar gewesen, mit einem H\u00f6rger\u00e4t in einem Ensemble mitzutun, hat die moderne Technik so grosse Fortschritte gemacht, dass selbst mit den entsprechenden Beeintr\u00e4chtigungen ein Mitsingen im Chor oder Mitspielen im Orchester noch m\u00f6glich ist, wie der H\u00f6rakustik-Meister Michael St\u00fcckelberger darlegt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die gest\u00e4rkte Zuversicht bekommen auch die Musikschulen zu sp\u00fcren, die sich auf immer mehr Musiksch\u00fclerinnen und -sch\u00fcler im dritten Lebensabschnitt einstellen k\u00f6nnen. Von einem Forschungsprojekt \u00abMach dich schlau \u2013 Lern- und Lehrstrategien im Instrumentalunterricht 50plus\u00bb der Berner Hochschule der K\u00fcnste (HKB) und des Instituts Alter der Berner Fachhochschule berichtet in einem Workshop die Musikerin und Journalistin Corinne Holtz, die an der HKB auch den CAS \u00abMusikalisches Lernen im Alter\u00bb leitet. Und der selber in die Jahre gekommene Chorleiter Karl Scheuber zeigt, wie mit altersgerechten Einsing\u00fcbungen und kluger Repertoirepflege auch im hohen Alter kollektives Singen zur Lebensqualit\u00e4t beitragen kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es, worauf Hans Hermann Wickel vom Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule M\u00fcnster hinweist,\u00a0 sogar ein dediziertes Fachgebiet zum Thema, die Musikgeragogik. Sie soll \u00a0Musikangebote f\u00fcr hochaltrige, eventuell multimorbide oder dementiell ver\u00e4nderte Menschen optimieren und die M\u00f6glichkeiten in der Palliativmedizin ausloten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Gespr\u00e4che am abschliessenden Apero des Symposium zeigen, dass neben Fachleuten durchaus auch interessierte Aussenstehende, die auf der Suche nach M\u00f6glichkeiten einer musikalische Bet\u00e4tigung auf fortgeschrittenem Lebensweg den Anlass besucht haben \u2012 ein Hinweis darauf, dass dazu eine spezielle Anlaufstelle einem Bed\u00fcrfnis entsprechen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong> <em>12. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musik-Medizin, 25. Oktober 2014, Saal der Hochschule der K\u00fcnste Bern <\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/bilder2014\/141115smm.jpg\" border=\"0\" width=\"170\" height=\"127\" style=\"float: left; margin: 8px;\" \/>28.11.2014 &#8212; Der Saal der Hochschule der K\u00fcnste Bern an der Papierm\u00fchlestrasse scheint aus allen N\u00e4hten zu platzen. Das Thema bewegt, und dies in vielfacher Hinsicht: Musizieren im Alter, das kann eine Chance sein f\u00fcr Menschen, ihren Lebensabend (oder bereits den -sp\u00e4tnachmittag) mit Emotionen und guten Erlebnissen zu f\u00fcllen. Es kann f\u00fcr diejenigen, die ein Leben lang musiziert und sich damit ihr Auskommen erwirtschaftet haben, aber auch ein schmerzvoller Prozess des Loslassens und des Abbaus bedeuten. 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