{"id":195,"date":"2014-01-10T10:02:55","date_gmt":"2014-01-10T10:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/stings-if-on-a-winter-s-night\/"},"modified":"2014-01-10T10:02:55","modified_gmt":"2014-01-10T10:02:55","slug":"stings-if-on-a-winter-s-night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/10\/stings-if-on-a-winter-s-night\/","title":{"rendered":"Stings \u00abIf on a winter\u2019s night\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/091016sting.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><em>16.10.2009 &#8212;<\/em> Man f\u00fchlt sich ein wenig an Boccaccios \u00abDecamerone\u00bb erinnert, wenn man liest, wie Sting die Umst\u00e4nde beschreibt, unter denen die Aufnahmen f\u00fcr sein j\u00fcngstes Werk \u00abIf on a winter\u2019s night\u00bb entstanden sind. Im florentinischen Hinterland versammeln sich da in karger Atmosph\u00e4re irgendwie ab von der Welt Freunde und erz\u00e4hlen sich gegenseitig Geschichten. Das Album mit Winterliedern aus mehreren Jahrhunderten \u2013 darunter solche von Purcell, Schubert, Praetorius und Bach \u2013 hat der britische Pops\u00e4nger zusammen mit dem New Yorker Produzenten Robert Sadin produziert, der zur Zeit auch ein eigenes Album mit modern gedeuteter Musik des franz\u00f6sischen Mittelalter-Komponisten Guillaume de Machaut auf den Markt gebracht hat.<\/p>\n<p> Die beiden Alben, auf denen zum Teil dieselben Studiomusiker mitwirken, haben denn auch einen ganz \u00e4hnlichen melancholisch-ruhigen, kammermusikalischen Grundton. Stings Liederkranz wird \u00fcberdies von einigen speziellen Mitspielern geadelt. Auf einer Nummer schwingt etwa der Keith-Jarrett-Drummer Jack deJohnette die Drumsticks, und kein geringerer als der Geiger Daniel Hope gesellt sich f\u00fcr Purcell- und Schubert-Titel zur Gruppe.<\/p>\n<p> Die CD ist als Weihnachtsalbum konzipiert. Von den klassischen Weihnachtsliedern, die mittlerweile unter einer schon sehr groben Patina stecken, findet sich allerdings bloss Praetorius\u2019 \u00abEs ist ein Ros\u2019 entsprungen\u00bb (in englischer \u00dcbersetzung, wie alle andern fremdsprachigen Lieder des Albums auch) \u2013 in einem der \u00fcppigeren Arrangements mit Quetschkommode, Dudelsack, Solocello, Streicher- und Vokalensembles. Die klassische Funktion eines Christmas-Specials, W\u00e4rme, Behaglichkeit und eine gesetzt-feierliche Stimmung zu verbreiten, kann \u00abIf on a winter\u2019s night\u00bb allerdings nicht erf\u00fcllen. Die CD verbreitet nicht den sakralen Duft von Tannenb\u00e4umen, Kleingeb\u00e4ck und Kerzenwachs, sondern zeichnet ein akustisches Bild von Winterk\u00e4lte, Einsamkeit und verhaltener Ruhe, wie sie das Cover, eine Foto von Tony Molina, kongenial zum Ausdruck bringt. Auch Stings Stimme f\u00fcgt sich in dieses Bild. <\/p>\n<p> Er sei ein Wintermensch, erkl\u00e4rt der S\u00e4nger in einem Promo-Video, was mit dem metallisch-sandigen Timbre seiner Stimme durchaus zusammenpasst. Da zeigt sich aber m\u00f6glicherweise auch das Problem des Unterfangens: Der Gesang schafft kaum einen Kontrast zum k\u00fchlen, in Graut\u00f6nen gehaltenen Klangbild der Instrumentalisten. Stings Stimme scheint irgendwie im Hals steckenzubleiben und den Bauch nicht zu erreichen. Im Song \u00abBalulalow\u00bb von Peter Warlock glaubt man gar nasale Obert\u00f6ne mitschwingen zu h\u00f6ren. Und weil der Pops\u00e4nger keine stimmliche Ausdrucksvarianten nutzt und auch gestalterisch kaum Abwechslung schafft, stellt sich bei aller Faszination mit der Zeit auch etwas \u00dcbers\u00e4ttigung ein, ein Ph\u00e4nomen, das schon bei seiner Dowland-CD (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/popular.php?art=9\">Rezension<\/a>) zu beobachten war. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <span class=\"txt-s-black\"><em><span style=\"font-size: x-small;\"> Sting: If on a winter\u2019s night. Lieder von Sting, Stookey, Praetorius, Schubert, Bach, Warlock und anderen. Produziert von Sting und Robert Sadin. Deutsche Grammophon, verf\u00fcgbar ab 23. Oktober 2009.<\/span><\/em><br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.10.2009 &#8212; Man f\u00fchlt sich ein wenig an Boccaccios \u00abDecamerone\u00bb erinnert, wenn man liest, wie Sting die Umst\u00e4nde beschreibt, unter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-195","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-gespraech","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/195\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}